Höchst­stra­fe we­gen Mor­des an Stu­den­tin

25-Jäh­ri­ge in Des­sau ge­tö­tet

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel -

Die chi­ne­si­schen El­tern er­mög­li­chen ih­rer ein­zi­gen Toch­ter ein Stu­di­um in Deutsch­land. Dort wird sie bru­tal ver­ge­wal­tigt und ge­tö­tet. Der Tä­ter nimmt das Ur­teil teil­nahms­los ent­ge­gen.

dpa DES­SAU-ROSSLAU. Sie woll­te nur hilfs­be­reit sein und ver­trau­te ei­ner jun­gen Frau im fal­schen Mo­ment. Die chi­ne­si­sche Stu­den­tin wur­de so zum Op­fer ei­nes bru­ta­len Ver­ge­wal­ti­gers und Mör­ders. „Sie muss­te ihr Le­ben las­sen, weil die An­ge­klag­ten ih­re se­xu­el­len Fan­ta­si­en aus­le­ben woll­ten“, be­tont die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin Uda Schmidt am Frei­tag in ih­rer Ur­teils­be­grün­dung am Land­ge­richt Des­sau-Roß­lau.

Die Stra­fe für ei­nen 21-Jäh­ri­gen: le­bens­lan­ge Haft we­gen Ver­ge­wal­ti­gung und Mor­des. Die Rich­te­rin stellt die be­son­de­re Schwe­re der Schuld fest. Eben­falls auf der An­kla­ge­bank sitzt die ExPart­ne­rin des Man­nes. Sie wird we­gen se­xu­el­ler Nö­ti­gung in be­son­ders schwe­rem Fall zu ei­ner Ju­gend­stra­fe von fünf Jah­ren und sechs Mo­na­ten ver­ur­teilt. Ei­ne Be­tei­li­gung am Mord kann ihr nicht nach­ge­wie­sen wer­den.

Aus Sicht des Ge­richts hat die 21-Jäh­ri­ge die bru­ta­len Ta­ten erst er­mög­licht: Ei­ne Über­wa­chungs­ka­me­ra zeigt, wie sie die 25-jäh­ri­ge Chi­ne­sin – die gera­de von ei­ner Jog­gin­grun­de zu­rück­kehrt – stark ges­ti­ku­lie­rend an­spricht. Sie bit­tet die kaum Deutsch spre­chen­de Frau am 11. Mai 2016 um Hil­fe. Kar­tons müss­ten ge­tra­gen wer­den.

We­nig ent­fernt war­tet schon der An­ge­klag­te und packt das Op­fer, zerrt es in ei­ne leer ste­hen­de Woh­nung. „Sie hat­te kei­ne Chan­ce ge­gen den ihr deut­lich kör­per­lich über­le­ge­nen Mann“, stellt die Rich­te­rin fest. Laut Schmidt trug der Mann schon län­ger die Fan­ta­si­en von ei­nem „Drei­er“mit sich her­um – den Ent­schluss zur Tat fass­ten die bei­den Deut­schen laut dem Ge­richt ge­mein­sam.

In der Woh­nung miss­braucht der Mann die Chi­ne­sin mehr­fach auf ver­schie­de­ne Wei­se. Nach Über­zeu­gung des Ge­richts ist sei­ne Part­ne­rin da­bei, es kommt auch kurz zum Kon­takt zwi­schen den Frau­en. Als die Ver­ge­wal­ti­gun­gen ein En­de ha­ben, hat die Chi­ne­sin nach Über­zeu­gung des Ge­richts noch kei­ne schwe­ren blu­ti­gen Ver­let­zun­gen. In der An­nah­me, die Ar­chi­tek­tur­stu­den­tin wer­de das Haus nun ver­las­sen, geht die jun­ge Frau zu ih­ren bei­den Kin­dern in der dar­über­lie­gen­den Woh­nung.

Der An­ge­klag­te hat nach Über­zeu­gung des Ge­richts schon ei­nen Plan: „Er woll­te sie tö­ten, das war sei­ne Ab­sicht“, sagt Schmidt. Er ha­be ge­wollt, dass die Ver­ge­wal­ti­gung nicht ent­deckt wird. Er würgt sein Op­fer mi­nu­ten­lang. Er hält den Kopf in ei­nen Was­ser­ei­mer und ver­sucht, die Frau zu er­trän­ken. Er schlägt ih­ren Kopf mit er­heb­li­cher Wucht auf den Bo­den. Von all­dem zeu­gen laut Ge­richt die mas­si­ven Ver­let­zun­gen, die die Lei­che auf­wies. In ei­ner Müll­ton­ne ha­be der An­ge­klag­te den ge­schun­de­nen Kör­per schließ­lich aus dem Haus ge­bracht. „Wir ha­ben es hier mit ei­nem un­fass­ba­ren Ver­bre­chen zu tun“, fasst die Rich­te­rin zu­sam­men. Kri­mi­na­li­tät: Mehr Ur­tei­le im Netz auf noz.de/ver­misch­tes

Der An­ge­klag­te leg­te kein Ge­ständ­nis ab. Fo­to: dpa

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