Zahl der Ein­brü­che im Land sinkt

Rück­gang auch in Bre­men

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Ein­brü­che sind schwer auf­zu­klä­ren. Die Op­fer füh­len sich da­nach oft nicht mehr si­cher im ei­ge­nen Zu­hau­se. Nun kön­nen die Er­mitt­ler in Nie­der­sach­sen und Bre­men schritt­wei­se Er­fol­ge ver­zeich­nen. Sie war­nen je­doch vor zu viel Eu­pho­rie.

HAN­NO­VER/BRE­MEN. Meist brau­chen die Ein­bre­cher nur ei­nen Schraub­dre­her, schon sind sie drin. Der Auf­wand ist ge­ring, eben­so das Ri­si­ko, er­tappt zu wer­den. Tau­sen­de Men­schen wer­den je­des Jahr in Nie­der­sach­sen und Bre­men Op­fer ei­nes Ein­bruchs. Nun könn­te sich ei­ne Trend­wen­de an­deu­ten: Die Zahl der Ta­ten ist in den ers­ten sechs Mo­na­ten die­ses Jah­res zu­rück­ge­gan­gen – wie­der. In bei­den Bun­des­län­dern war sie be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr im Ver­gleich zum Vor­jahr leicht ge­sun­ken.

Ei­ne Er­klä­rung für den Rück­gang sei, dass es in der Be­völ­ke­rung ein grö­ße­res Si­cher­heits­be­wusst­sein ge­be, sag­te Dirk Behr­mann vom Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA). Au­ßer­dem konn­ten die Er­mitt­ler nach An­ga­ben der Bre­mer Po­li­zei in die­sem und ver­gan­ge­nem Jahr meh­re­re Se­ri­en-Ein­bre­cher und kri­mi­nel­le Ban­den schnap­pen. Die Er­mitt­ler war­nen je­doch vor zu viel Eu­pho­rie: Die Zah­len schwan­ken stark im Jah­res­ver­lauf, und mit der dunk­len Jah­res­zeit ab Ok­to­ber steht die Hoch­sai­son für Ein­brü­che noch be­vor.

Ge­naue Zah­len für die ers­ten sechs Mo­na­te die­ses Jah­res wol­len die In­nen­res­sorts in den bei­den Bun­des­län­dern des­halb nicht nen­nen. 2016 ver­zeich­ne­ten sie in Nie­der­sach­sen 16 405 Ein­brü­che und da­mit 170 we­ni­ger als 2015. In Bre­men ging die Zahl um 176 auf 2600 zu­rück.

Auf­klä­ren kön­nen die Er­mitt­ler da­von im­mer nur ei­nen ge­rin­gen Teil. Denn Zeu­gen und Spu­ren, die die Tä­ter über­füh­ren könn­ten, gibt es sel­ten. Au­ßer­dem sind laut Bre­mer Po­li­zei mehr or­ga­ni­sier­te Ein­bre­cher un­ter­wegs, die von wo­an­ders kom­men und nach der Tat wie­der ver­schwin­den.

Die Po­li­zei geht mit zahl­rei­chen Er­mitt­lungs­grup­pen ge­gen die Ver­bre­cher vor – zum Teil sind die­se auch län­der­über­grei­fend. So konn­te die Po­li­zei in Bre­men und im nie­der­säch­si­schen Del­men­horst im ver­gan­ge­nen No­vem­ber ei­ne Ein­bre­cher­ban­de über­füh­ren, die in mehr als 100 Woh­nun­gen und Häu­ser ein­ge­stie­gen sein soll.

Die Prä­ven­ti­ons­ar­beit sei je­doch ge­nau­so wich­tig, sagt LKA-Experte Behr­mann. „Wir fah­ren ver­mehrt Strei­fe in Schwer­punkt­re­gio­nen und in­for­mie­ren die Be­völ­ke­rung.“Seit acht Jah­ren lei­tet Behr­mann die Zen­tral­stel­le für Prä­ven­ti­on, er war noch nie so viel un­ter­wegs wie in der letz­ten Zeit. Wie man sich vor Ein­brü­chen schüt­zen kann, das be­schäf­tigt zu­neh­mend Mie­ter und Haus­ei­gen­tü­mer, aber auch Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten und Tür­her­stel­ler.

„Das Ein­bruchs­pro­blem kann die Po­li­zei al­lein nicht lö­sen“, sag­te Behr­mann. Des­halb ha­ben sich in ei­nem nach sei­nen An­ga­ben bun­des­weit ein­ma­li­gen Pro­jekt Po­li­zei, Ar­chi­tek­ten, Städ­te­pla­ner, Mie­ter­bund und Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft zu­sam­men­ge­setzt und die Si­cher­heits­part­ner­schaft im Städ­te­bau ge­grün­det. Die­se hat ei­nen Kri­te­ri­en­ka­ta­log für si­che­res Woh­nen er­stellt und ver­gibt auch Qua­li­täts­sie­gel für Sied­lun­gen.

Die Be­woh­ner kön­nen selbst auch ei­ne Men­ge für ih­re Si­cher­heit tun. Vie­le wür­den da­bei vor al­lem an si­che­re Tü­ren und Fenster den­ken, die in Deutsch­land im Ge­gen­satz zu den Nie­der­lan­den nicht Stan­dard sei­en, sag­te Behr­mann. „Der bes­te Schutz ist, sich mit sei­nen Nach­barn zu ver­stän­di­gen.“Das be­deu­te auch, auf ho­he He­cken und Mau­ern zu ver­zich­ten, denn die­se schütz­ten auch Ein­bre­cher vor neu­gie­ri­gen Bli­cken.

Wo zu­ge­schla­gen wird: auf noz.de/blau­licht

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.