Fal­sches Bild wird ver­mit­telt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Leserbriefe -

Zum Ar­ti­kel „Flücht­ling be­läs­tig­te Frau­en am Rub­ben­bruch­see“(Aus­ga­be vom 2. Au­gust).

„Es ist ab­so­lut klar, dass Be­läs­ti­gun­gen, egal wel­cher Art, nicht zu ent­schul­di­gen und auch nach gel­ten­dem Ge­setz zu ahn­den sind. Was mich bei die­ser Be­richt­er­stat­tung aber vor al­len Din­gen stört, ist die Un­ver­hält­nis­mä­ßig­keit: Wä­re die­ser Ar­ti­kel von ei­nem Drit­tel ei­ner Sei­te auch in die­ser Grö­ße er­schie­nen, wenn es sich um ei­nen Tä­ter mit deut­schem Pass ge­han­delt hät­te? [...] Und hät­te die Zei­tung auch dann so bei der Po­li­zei nach­ge­hakt – ins­be­son­de­re wenn der Tä­ter schon be­kannt war und ver­haf­tet wur­de? Wä­re die NOZ auch dann mit der For­de­rung nach ei­ner ,de­tail­lier­ten Be­schrei­bung‘ auf­ge­tre­ten – ob­wohl der Tä­ter doch schon be­kannt war?

Man muss sich fra­gen, wel­ches Bild ge­flüch­te­ter Men­schen durch die­sen Ar­ti­kel trans­por­tiert wird und ob die­ses der Rea­li­tät ent­spricht. Denn fest steht: Von ei­ner Per­son, die sich falsch ver­hält, kann man noch längst nicht auf ei­ne gan­ze Grup­pe schlie­ßen. Und so ein ten­den­ziö­ser und emo­tio­na­li­sier­ter Be­richt, der vie­le Vor­ur­tei­le nach Strich und Fa­den be­dient und pro­mi­nent plat­ziert ist, trägt mit Si­cher­heit nicht zu dem be­son­ne­nen Mit­ein­an­der bei, das wir gera­de in die­ser schwie­ri­gen Si­tua­ti­on brau­chen.“

Jo­han­na Bud­ke Bad­ber­gen

„Was ha­ben die Ver­bre­chen der Sil­ves­ter­nacht 2015/16 in Köln, das At­ten­tat auf den Weih­nachts­markt 2016 in Ber­lin, die Ge­walt­ex­zes­se zum G-20-Gip­fel und die Mes­ser­at­ta­cke von Ham­burg 2017 so­wie die se­xu­el­len Über­grif­fe in Os­na­brück vom Don­ners­tag und Samstag ge­mein? Sie wur­den be­gan­gen in Bun­des­län­dern mit rot-grü­ner Re­gie­rung und zei­gen das Schei­tern der Ku­schel- und Dul­dungs­po­li­tik. Selbst­ver­ständ­lich tra­ten und tre­ten die In­nen­mi­nis­ter die­ser Län­der im­mer wie­der auf und ver­si­chern ins­be­son­de­re in Wahl­kampf­zei­ten die An­wen­dung der Ge­set­ze mit vol­ler Här­te.

Was der­ar­tig lee­res Ge­re­de letzt­lich be­deu­tet, sieht man im völ­li­gen Ver­lust staat­li­cher Hand­lungs­fä­hig­keit beim Staa­ten­gip­fel und dem jüngs­ten Tö­tungs­de­likt in Ham­burg mit er­schre­cken­der Deut­lich­keit. Po­li­zei und So­zi­al­diens­te tun in die­ser Si­tua­ti­on das Ih­ri­ge durch Be­schö­ni­gen, Be­ru­hi­gen und das Her­aus­ar­bei­ten von Ver­ständ­nis für kul­tu­rel­le und welt­an­schau­li­che Ei­gen­hei­ten, die in die­ser oder je­ner Si­tua­ti­on doch bit­te zu be­rück­sich­ti­gen wä­ren. [...]“

Bern­hard Adams Os­na­brück

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