Mach was draus!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben - Von Mar­tin Zöl­ler

Be­reits vor Wo­chen be­ka­men wir ei­ne Ein­la­dung zu ei­ner dem­nächst statt­fin­den­den Hoch­zeit. Die Ein­la­dung war ge­stal­tet als Flug­zeug-Bord­kar­te, Ziel­flug­ha­fen: „Ehe“. So ein­fach, so gut, bis wir die Kar­te um­dreh­ten. Dort hat­ten un­se­re Freun­de Hin­wei­se zum Dress­code no­tiert: „Sie: sport­lich-ele­gant: Er: ca­su­al-schick“. Da­zu als Hil­fe­stel­lung: „Macht was draus!“

„Macht was draus!“– auf­grund die­ser Ein­la­dung ist der Satz mitt­ler­wei­le in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch un­se­rer Fa­mi­lie über­ge­gan­gen. Schließ­lich hat er sich als ex­trem prak­tisch her­aus­ge­stellt – Dis­kus­sio­nen oder läs­ti­ge Rück­fra­gen wehrt er schon vor­beu­gend ab. Kom­me ich abends von der Ar­beit nach Hau­se, drückt mir mei­ne Frau zu­wei­len ein wei­nen­des Kind in den Arm und sagt: „Mach was draus!“Ist sie ein­kau­fen und fragt mich, was wir es­sen sol­len, sa­ge ich: „Ich hab Hun­ger. Mach was draus!“Und fragt mich je­mand auf der Stra­ße nach dem Weg, sa­ge ich: „Da vor­ne links und dann: Mach was draus!“

Ver­mut­lich soll­te man ein Buch schrei­ben: „Mach was draus! Der An­ti-Rat­ge­ber-Rat­ge­ber. Kei­ne Ant­wor­ten auf wich­ti­ge Fra­gen!“

Ich weiß jetzt schon, was pas­siert, wenn wir dem­nächst in Ur­laub fah­ren. Na­tür­lich wer­den wir so viel Klei­dung und Er­satz­klei­dung und Er­satz für die Er­satz­klei­dung da­bei­ha­ben, dass der Wa­gen völ­lig über­la­den sein wird. Und dann, wenn ich den Kof­fer­raum gera­de zu­ge­wuch­tet ha­be, wird mei­ne Frau mit ei­nem ver­ges­se­nen Kof­fer um die Ecke bie­gen. Ich wer­de la­men­tie­ren, dass doch gera­de al­les per­fekt ge­packt war! Und was wird sie sa­gen? Eben: „Mach was draus!“

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