Weil ver­tei­digt Ab­spra­chen mit VW

Kon­zern schrieb Re­gie­rungs­er­klä­rung um – Tau­ber for­dert Wah­len am 24. Sep­tem­ber

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Klaus Wie­sche­mey­er und Bea­te Ten­fel­de VW-Af­fä­re und kein En­de: Mehr da­zu auf noz.de/vw

Nach dem über­ra­schen­den Ver­lust der rot-grü­nen Mehr­heit in Nie­der­sach­sen gibt es Vor­wür­fe ge­gen Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil (SPD). Er hat­te ei­ne Re­gie­rungs­er­klä­rung vor­ab an VW ge­ge­ben. Der SPD-Po­li­ti­ker wies die Kri­tik zu­rück.

Nie­der­sach­sens Re­gie­rungs­chef Ste­phan Weil hat im Ok­to­ber 2015 ei­ne Re­gie­rungs­er­klä­rung zum Die­selskan­dal vor­ab mit VW ab­ge­stimmt. Der SPD-Po­li­ti­ker be­stä­tig­te am Sonn­tag ei­nen Be­richt der „Bild am Sonn­tag“, wies Kri­tik am Vor­ge­hen al­ler­dings zu­rück. Die Un­ter­stel­lung, man ha­be sich die Fe­der füh­ren las­sen, sei „bo­den­los“. Weil wi­der­sprach zu­dem aus­drück­lich dem Me­dien­be­richt, wo­nach VW den Text fri­siert und „weich­ge­spült“ha­be. Zwar ha­be der Kon­zern die spä­ter von Weil im Land­tag ge­hal­te­ne Re­de sach­lich prü­fen dür­fen. Im Kern sei die Re­de aber un­ver­än­dert ge­blie­ben, in­klu­si­ve ei­ner

schar­fen Kri­tik am Kon­zern.

Nach An­ga­ben ei­ner Re­gie­rungs­spre­che­rin hat­te die nie­der­säch­si­sche Staats­kanz­lei an­ge­sichts der da­ma­li­gen Er­mitt­lun­gen der US-Jus­tiz ge­gen VW Re­den und Pres­se­mit­tei­lun­gen mit dem Kon­zern „rück­ge­kop­pelt“. Da­bei ha­be es zwar Ver­su­che von VW ge­ge­ben, Be­grif­fe wie „Die­sel-Skan­dal“in „The­ma­tik“

zu än­dern. Die­se Darstel­lung stützt auch ei­ne in­ter­ne Mail der Staats­kanz­lei aus 2015, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Am Sonn­tag­abend stell­te die Staats­kanz­lei den Frak­tio­nen und der Pres­se zu­dem den ur­sprüng­li­chen und den ver­än­der­ten Re­de­text per Mail zur Ver­fü­gung.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Peter Tau­ber warn­te SPD und Grü­ne un­ter­des­sen da­vor, mit Un­ei­nig­keit beim Ter­min für die Neu­wahl in Nie­der­sach­sen die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler wei­ter zu ver­un­si­chern. „Das Aus­lauf­mo­dell Rot-Grün darf nun nicht tak­tie­ren“, sag­te Tau­ber un­se­rer Re­dak­ti­on. Er ver­wies auf ei­ne Er­klä­rung der nie­der­säch­si­schen Lan­des­wahl­lei­te­rin, wo­nach es mög­lich sei, die vor­ge­zo­ge­ne Land­tags­wahl am Tag der Bun­des­tags­wahl und da­mit am 24. Sep­tem­ber durch­zu­füh­ren. „Das Zu­sam­men­le­gen mit der Bun­des­tags­wahl wür­de auch zu ei­ner hö­he­ren Wahl­be­tei­li­gung bei der Land­tags­wahl füh­ren – und dar­an soll­ten doch al­le De­mo­kra­ten ein In­ter­es­se ha­ben“, un­ter­strich der CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär.

Die Neu­wah­len sind nach dem Ver­lust der rot-grü­nen Mehr­heit durch den über­ra­schen­den Wech­sel ei­ner Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten zur CDU am Frei­tag wahr­schein­lich ge­wor­den. Ob es der 24. Sep­tem­ber wird, ist aber noch of­fen. Lan­des­wahl­lei­te­rin Ul­ri­ke Sachs hat­te be­reits von ei­ner „sehr sport­li­chen“Pla­nung ge­spro­chen. Bei SPD und Grü­nen gibt es For­de­run­gen, erst am 22. Ok­to­ber zu wäh­len.

Heu­te will sich Weil mit den Land­tags­frak­tio­nen über das wei­te­re Vor­ge­hen ab­stim­men. Dann sol­len auch Ein­schät­zun­gen von In­nen­mi­nis­te­ri­um und Lan­des­wahl­lei­tung zu mög­li­chen Ter­mi­nen vor­lie­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.