Lind­ner ir­ri­tiert mit Krim-Äu­ße­rung

FDP-Chef ern­tet Kri­tik von SPD und Grü­nen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Der Russ­land-Be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Ger­not Er­ler, hat vor ei­ner De­bat­te über den Sta­tus der von Russ­land an­nek­tier­ten ukrai­ni­schen Halb­in­sel Krim ge­warnt. Der SPD-Po­li­ti­ker re­agier­te da­mit auf Äu­ße­run­gen von FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner, der sich für ei­ne Kurs­kor­rek­tur im Um­gang mit Russ­land aus­ge­spro­chen hat­te. Die Krim müs­se vo­r­erst „als dau­er­haf­tes Pro­vi­so­ri­um“an­ge­se­hen wer­den, hat­te Lind­ner ge­sagt.

Auch Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir kri­ti­sier­te die Äu­ße­rung scharf. Dies sei der fal­sche Weg für ei­ne ver­ant­wort­li­che und star­ke deut­sche Au­ßen­po­li­tik. Es ge­hö­re zum eu­ro­päi­schen Kon­sens, sich zu­nächst „auf ei­ne po­li­ti­sche Lö­sung des blu­ti­gen Kon­flikts in der Ost­ukrai­ne zu kon­zen­trie­ren“und das The­ma Krim erst in ei­nem spä­te­ren po­li­ti­schen Pro­zess auf die Ta­ges­ord­nung zu brin­gen, sag­te der Russ­lan­dBe­auf­trag­te Er­ler der Fun­ke Me­di­en­grup­pe.

Zu­vor hat­te der FDP-Vor­sit­zen­de Lind­ner ei­ne Ver­bes­se­rung der Be­zie­hun­gen zu Russ­land an­ge­mahnt. Es müs­se An­ge­bo­te ge­ben, da­mit der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin oh­ne Ge­sichts­ver­lust sei­ne Po­li­tik ver­än­dern kön­ne: „Si­cher­heit und Wohl­stand in Eu­ro­pa hän­gen auch von den Be­zie­hun­gen zu Moskau ab.“

Die deutsch-rus­si­schen Be­zie­hun­gen sind seit Be­ginn der Ukrai­ne­kri­se vor drei Jah­ren schwer be­las­tet. We­gen der sank­ti­ons­wid­ri­gen Lie­fe­rung meh­re­rer Sie­mens-Gas­tur­bi­nen auf die Krim hat die EU so­eben meh­re­re Straf­maß­nah­men be­schlos­sen. Die EU er­kennt die Ein­ver­lei­bung der Schwarz­meer­halb­in­sel Krim durch Russ­land nicht an und hat Moskau des­halb mit Sank­tio­nen be­legt.

Den Krim-Kon­flikt wer­de man „ein­kap­seln müs­sen“, um an an­de­ren Stel­len Fort­schrit­te zu er­zie­len, sag­te Lind­ner nun. Die EU-Sank­tio­nen soll­ten „nicht erst fal­len kön­nen, wenn das Frie­dens­ab­kom­men von Minsk voll­stän­dig er­füllt ist“. Auch po­si­ti­ve Zwi­schen­schrit­te sei­en zu wür­di­gen, so Lind­ner. Grü­nen-Chef Öz­de­mir sieht da­rin ei­nen „fal­schen Ku­schel­kurs“, wie ihn auch die Lin­ke pfle­ge.

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