Ziel­stre­big­keit ist das Ge­bot

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Er­hard Böh­mer e.boeh­mer@noz.de

Noch ist es nicht zu spät. Die Schei­dung der Bri­ten von der EU droht zwar im­mer schmut­zi­ger zu wer­den, sie muss es aber nicht.

Es darf als ers­tes An­ge­bot ge­wer­tet wer­den, dass nun von der Lon­do­ner Re­gie­rung ei­ne Zahl für Aus­stieg aus der Ge­mein­schaft lan­ciert wird. Mit der Sum­me von 40 Mil­li­ar­den Eu­ro für den Aus­stieg wür­de sich die Re­gie­rung von Te­re­sa May auf die kon­ti­nen­ta­len Ver­hand­lungs-

part­ner zu­be­we­gen, die 60 bis 100 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­nannt ha­ben. Das klang vor ei­ni­gen Wo­chen noch ganz an­ders, als Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son voll­mun­dig ver­kün­de­te, der EU mög­lichst sämt­li­che Kos­ten auf­bür­den zu wol­len. Aber John­son ist eben John­son: Der Laut­spre­cher der Br­ex­it-Be­we­gung schert sich nicht um di­plo­ma­ti­sche Fein­hei­ten, hat er noch nie ge­tan.

Ob­schon EU-Ver­tre­ter und die May-Re­gie­rung bei den Ver­hand­lun­gen auch die Wäh­ler­stim­mung im Blick ha­ben, sind Rea­lis­mus und Ziel­stre­big­keit das Ge­bot der St­un­de. Ins­be­son­de­re die Un­ter­neh­men bei­der­seits des Ka­nals er­war­ten schnel­le und kla­re Re­ge­lun­gen, wie es nach dem Br­ex­it wei­ter­geht. Kei­ne Sei­te wird Geld ver­schen­ken kön­nen und wol­len. Aber lang­fris­ti­ge Un­si­cher­heit könn­te am En­de noch viel teu­rer zu ste­hen kom­men.

EU und Bri­ten sind zur Ei­ni­gung ge­zwun­gen: Ein in­ter­na­tio­na­les Schei­dungs­ge­richt, das im Streit­fall über die Tren­nungs­de­tails ent­schei­det, gibt es nicht.

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