Li­be­ra­le Deut­lich­keit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Po­li­ti­ker tref­fen ei­ne Aus­sa­ge, der po­li­ti­sche Geg­ner stellt sie da­für an den Pran­ger; gern an der Gren­ze zur Verun­glimp­fung. Das mag dem Wahl­kampf ge­schul­det sein, bleibt aber un­red­lich. Wäh­ler schät­zen kla­re Wor­te und nicht, dass Po­li­ti­ker für kla­re Wor­te gleich nie­der­ge­macht wer­den. Wenn FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner von der Krim-Anne­xi­on al­so als ei­nem vo­r­erst „dau­er­haf­ten Pro­vi­so­ri­um“spricht, nennt er beim Na­men, was re­al­po­li­tisch längst Sta­tus quo ist; noch ist er ja nicht qua Amt zu Di­plo­ma­tie ver­pflich­tet.

Na­tür­lich wis­sen al­le, die Lind­ner nun auf po­le­mi­sche Wei­se als ei­ne Art Dik­ta­to­ren-Ver­ste­her kri­ti­sie­ren, dass Russ­lands Prä­si­dent nicht so schnell von der Krim las­sen wird. Das po­li­ti­sche Ge­schäft geht aber wei­ter. Wie al­so

bleibt man mit­ein­an­der im Ge­spräch? Das li­be­ra­le Wahl­pro­gramm ist klar: Die FDP for­dert von Russ­land un­miss­ver­ständ­lich, „die völ­ker­rechts­wid­ri­ge Be­set­zung der Krim und den Krieg in der Ost­ukrai­ne“zu be­en­den. Bei ei­nem „sub­stan­zi­el­len Ein­len­ken der rus­si­schen Re­gie­rung“könn­ten die Sank­tio­nen aber ge­lo­ckert wer­den. Das hat nichts mit Ku­schel­kurs ge­gen­über Moskau zu tun.

Es muss na­tür­lich ein Ziel Eu­ro­pas und Deutsch­lands sein, via Dia­log und ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­men die Part­ner­schaft mit Russ­land wie­der auf so­li­de­re Ba­sis zu stel­len.

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