Der My­thos lebt wei­ter

Auch nach ih­rem plötz­li­chen Tod bleibt La­dy Di un­ver­ges­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Auch bald 20 Jah­re nach ih­rem Tod am 31. Au­gust 1997 in Pa­ris lebt der My­thos von Prin­zes­sin Dia­na, der ers­ten Ehe­frau des bri­ti­schen Thron­fol­gers Charles, wei­ter.

Von Bert­hold Ha­mel­mann

Vie­le Su­per­la­ti­ve tref­fen auf „La­dy Di“oder „La­dy Dia­na“, wie sie in Deutsch­land im­mer noch ger­ne ge­nannt wird, zu. Und das, ob­wohl die am 1. Ju­li 1961 in San­d­ring­ham als Dia­na Fran­ces Spen­cer ge­bo­re­ne Ade­li­ge den Ti­tel „La­dy“seit ih­rer Hoch­zeit nicht mehr führ­te. Auf dem Hö­he­punkt ih­rer Po­pu­la­ri­tät dürf­te Dia­na die am häu­figs­ten fo­to­gra­fier­te Frau der Welt ge­we­sen sein.

Der Me­dien­star stell­te zu Leb­zei­ten das be­kann­tes­te Ge­sicht des bri­ti­schen Kö­nigs­hau­ses dar. Ihr aus­ge­zeich­ne­ter Ge­schmack und ih­re Stil­si­cher­heit setz­ten Mo­de­trends. Doch das At­tri­but „glück­lichs­te Frau“fin­det sich in kei­ner der zahl­rei­chen Bio­gra­fi­en.

Am 1. Ju­li 2017 wä­re Dia­na 56 Jah­re alt ge­wor­den. Ihr Le­ben en­de­te aber be­reits 1997 tra­gisch. In der Nacht zum 31. Au­gust prall­te die schwe­re Li­mou­si­ne, in der Dia­na und ihr da­ma­li­ger Freund Do­di al-Fay­ed sa­ßen, auf der Flucht vor Pa­pa­raz­zi ge­gen ei­nen Pfei­ler ei­nes Pa­ri­ser Au­to­tun­nels. Die Fürs­tin von Wa­les starb St­un­den spä­ter an den Fol­gen in­ne­rer Ver­let­zun­gen. Die An­teil­nah­me war rie­sig, als sich vor 20 Jah­ren die Nach­richt von Dia­nas Tod ver­brei­te­te. Auch zwei Jahr­zehn­te spä­ter fas­zi­niert die „Kö­ni­gin der Her­zen“die Men­schen.

Rück­schau: Für das ver­knö­cher­te bri­ti­sche Kö­nigs­haus, das seit Lan­gem auf ei­ne Ver­mäh­lung des Thron­fol­gers Charles war­te­te, schien Dia­na so et­was wie ein Ge­schenk des Him­mels zu sein. Sie stamm­te aus ei­ner der äl­tes­ten Adels­fa­mi­li­en Groß­bri­tan­ni­ens, war pro­tes­tan­tisch er­zo­gen und da­mit selbst in den Au­gen von Queen Eliz­a­beth II. vor­zeig­bar. Im Ju­li 1981 ver­folg­ten 750 Mil­lio­nen Men­schen

welt­weit an den Bild­schir­men die Mär­chen­hoch­zeit in Lon­don.

Doch der Schein trog. Die Ehe war nicht von Dau­er, trotz der Ge­burt der Söh­ne Wil­li­am (1982) und Har­ry (1984). Skan­da­le er­schüt­ter­ten das Kö­nigs­haus. Für die Bou­le­vard­me­di­en war es ein ge­fun­de­nes Fres­sen.

Bis heu­te muss Charles’ zwei­te Ehe­frau Ca­mil­la und lang­jäh­ri­ge Ne­ben­buh­le­rin

mit dem Vor­wurf le­ben, dass sie maß­geb­lich die Schuld am Zer­bre­chen der Ehe tra­ge.

Nach ei­nem lan­gen Ro­sen­krieg trenn­ten sich Kron­prinz Charles und Dia­na 1996. Bei­de blie­ben aber im Fo­kus der Öf­fent­lich­keit.

Wäh­rend der 1980er-Jah­re hat­te Dia­na, die auch nach der Schei­dung Mit­glied der Kö­nigs­fa­mi­lie – al­ler­dings oh­ne ih­ren Rang als „Kö­nig­li­che Ho­heit“– blieb, zahl­rei­che Wohl­tä­tig­keits­pro­jek­te un­ter­stützt. Die­ses welt­weit be­ach­te­te so­zia­le En­ga­ge­ment ver­stärk­te sie nach der Tren­nung, en­ga­gier­te sich für be­nach­tei­lig­te Men­schen, Le­pra- und Aids­kran­ke oder plä­dier­te für die Ab­schaf­fung von Land­mi­nen. „Als Kö­ni­gin der Her­zen“, ein Eh­ren­ti­tel, den im 17. Jahr­hun­dert schon Eli­sa­beth Stuart trug, lebt Dia­na bis heu­te im Ge­dächt­nis nicht nur ih­rer Lands­leu­te wei­ter.

Dia­nas letz­te Ru­he­stät­te liegt auf ei­ner In­sel, die zum Land­gut Alt­horp bei Nort­hamp­ton zählt. Die jüngst auf­wen­dig re­no­vier­te Grab­an­la­ge be­fin­det sich im Fa­mi­li­en­sitz der Spen­cers.

Un­ver­ges­sen blei­ben die Fern­seh­bil­der von der Trau­er­fei­er am 6. Sep­tem­ber 1997 in West­mins­ter Ab­bey, die ei­nem Staats­be­gräb­nis äh­neln.

In der alt­ehr­wür­di­gen Kir­che, in der tra­di­tio­nell die Kö­ni­ge von En­g­land ge­krönt und bei­ge­setzt wer­den, setz­te Pop­sän­ger El­ton John der „Kö­ni­gin der Her­zen“ei­ne be­son­de­re Kro­ne auf. Sein „Good­bye En­g­land’ s Ro­se“, ei­ne um­ge­än­der­te Ver­si­on des Er­folgs­songs „Cand­le in the Wind“, rühr­te zu Trä­nen.

33 Mil­lio­nen Men­schen kauf­ten spä­ter die CD und mach­ten sie zu ei­ner der meist­ver­kauf­ten Singles al­ler Zei­ten. Die Er­lö­se ka­men dem „Dia­na-Ge­dächt­nis­fonds“zu­gu­te.

Al­le Bei­trä­ge zur gro­ßen Ju­bi­lä­ums­se­rie le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/50Jah­re

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