Tech­ni­scher Fehl­start für Vi­deo­be­weis

Al­le Ent­schei­dun­gen beim Su­per­cup zwi­schen Bay­ern und Dortmund den­noch rich­tig – Krug spricht von Glück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport - Von Hol­ger Schmidt und Heinz Büse

Ver­wirr­te Spie­ler, auf­ge­brach­te Fans und trotz Un­muts am En­de er­leich­ter­te Schieds­rich­ter: Ei­ne tech­ni­sche Pan­ne hat zwar für ei­nen Fehl­start des Pro­jekts Vi­deo­be­weis im deut­schen Pro­fi­fuß­ball ge­sorgt, ist aber oh­ne Fol­gen ge­blie­ben.

„Das Po­si­ti­ve war, dass die Ent­schei­dun­gen kor­rekt wa­ren. Das ist das obers­te Ziel, und das wur­de er­reicht“, sag­te Hell­mut Krug, DFB-Chef­in­struk­tor im Schieds­rich­ter­we­sen. „Aber man muss in die­sem Fall zu­ge­ben: Wir hat­ten in die­sem Mo­ment auch ein we­nig Glück, dass die­se Ent­schei­dung nach­träg­lich be­stä­tigt wur­de.“

Beim 2:2 im Su­per­cup zwi­schen Bo­rus­sia Dortmund und Bay­ern Mün­chen muss­te über bei­de Tref­fer der spä­ter im Elf­me­ter­schie­ßen sieg­rei­chen Münch­ner (5:4) per Vi­deo­be­weis ent­schie­den wer­den. Da die ka­li­brier­ten Li­ni­en, die die Ent­schei­dung vi­su­ell deut­lich ma­chen, in

der ers­ten Halb­zeit nicht vor­la­gen, herrsch­te Kon­fu­si­on. Der Deut­sche Fuß­ball-Bund (DFB) und die Deut­sche Fuß­ball Li­ga (DFL) ent­schul­dig­ten sich in ei­ner ge­mein­sa­men Stel­lung­nah­me für die „auf­ge­tre­te­nen tech­ni­schen Pro­ble­me“.

„Das war der un­er­freu­li­che Aspekt“, er­klär­te Krug. „Das müs­sen wir in­tern klä­ren. Wir wer­den al­les dar­an­set­zen, dass es ein­ma­lig war und

nicht mehr vor­kommt.“Vi­deo-As­sis­tent To­bi­as Sti­e­ler griff trotz der feh­len­den tech­ni­schen Un­ter­stüt­zung beim 1:1 durch Ro­bert Le­wan­dow­ski (18.) aber zu Recht nicht ein. Erst viel spä­ter ga­ben Bil­der Ge­wiss­heit. Pass­ge­ber Jos­hua Kim­mich hat­te nicht im Ab­seits ge­stan­den.

„Die ka­li­brier­te Li­nie macht aus ei­ner sub­jek­ti­ven Ent­schei­dung ei­ne fak­ti­sche. Lei­der lag sie auch To­bi­as

Sti­e­ler nicht vor“, sag­te der am Sams­tag als Su­per­vi­sor fun­gie­ren­de Krug. „Wir ha­ben uns ent­schie­den, das Tor zu ge­ben, weil mit mensch­li­chem Au­ge nicht zu er­ken­nen war, ob es sich hier um ei­ne kla­re Fehl­ent­schei­dung han­delt. Und es ist un­ser obers­ter Leit­satz, nur dann ein­zu­grei­fen, wenn ein kla­rer Feh­ler vor­liegt.“

Nach­dem sich die Ent­schei­dung end­gül­tig als rich­tig er­wie­sen hat­te, war die Er­leich­te­rung so­wohl bei Sti­e­ler als auch bei Krug groß. Im Sta­di­on wur­de die Ent­schei­dung mit lau­ten Pfif­fen durch die Dort­mun­der Fans be­dacht. In den so­zia­len Netz­wer­ken kur­sier­ten dank selbst ge­zo­ge­ner Li­ni­en ver­meint­li­che Be­wei­se für die an­geb­li­che Fehl­ent­schei­dung. Und auch Dort­munds Mit­tel­feld­spie­ler Nu­ri Sa­hin er­klär­te nach dem Ab­pfiff fälsch­li­cher­wei­se: „Ich ha­be ge­hört, dass das ers­te Tor klar Ab­seits war.“

Da die Un­ter­bre­chun­gen durch die Pro­ble­me et­was län­ger dau­er­ten, wa­ren auch die Spie­ler auf dem Spiel­feld ir­ri­tiert. „Man muss im­mer erst mal ab­war­ten, be­vor man sich freu­en darf“, er­klär­te Bay­ern-Neu­zu­gang Se­bas­ti­an Ru­dy. Die Trai­ner be­müh­ten sich der­weil, die Dis­kus­si­on nicht un­nö­tig noch zu ver­schär­fen. „Für mich war das okay“, sag­te Dort­munds Coach Peter Bosz. Und der Trai­ner der Bay­ern, Car­lo An­ce­lot­ti, er­klär­te: „Mei­ner Mei­nung nach ist die neue Re­gel gut.“

Fo­to: Wit­ters

Die Tech­nik hak­te bei ih­rem ers­ten Ein­satz beim Su­per­cup in Dortmund.

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