Groth­mann be­zog sich meist auf die Kör­per­län­ge

Die­ser Na­me ist vor al­lem in Nord­deutsch­land ver­brei­tet – Auch an­de­re Be­nen­nungs­mo­ti­ve kom­men in­fra­ge

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Von Win­fried Breid­bach

Neue-OZ-Le­ser Sven Groth­mann aus Os­ter­cap­peln nimmt an, dass frü­her der­je­ni­ge als „Groth­mann“be­zeich­net wur­de, der den größ­ten Hof im Dorf hat­te.

Et­wa 600 Per­so­nen tra­gen den Fa­mi­li­en­na­men Groth­mann. Der Na­me ist vor al­lem in der nörd­li­chen Hälf­te Deutsch­lands ver­brei­tet, wo­bei sich meh­re­re Nes­ter ab­zeich­nen. Die vier stärks­ten Kon­zen­tra­tio­nen sind für die Land­krei­se Sta­de, Ue­ckerRan­dow, Dith­mar­schen so­wie für Stadt und Kreis Os­na­brück fest­zu­stel­len. In den Nach­bar­län­dern ist der Na­me in die­ser Schrei­bung nicht nach­zu­wei­sen.

Es gibt meh­re­re Schreib­va­ri­an­ten, al­le sind sel­te­ner als Groth­mann: Grot­mann, Groot­mann, Grodtmann und Grod­mann so­wie Groo­te­mann und Groo­te­m­an. Letz­te­re Na­mens­form stammt wohl aus den Nie­der­lan­den, wo Groo­te­m­an rund 400 Na­mens­trä­ger auf­weist.

Aus dem Mit­tel­al­ter

Die Be­stand­tei­le des zu­sam­men­ge­setz­ten Na­mens Groth­mann, Grot­mann usw. sind ein­deu­tig zu be­stim­men. Die Be­deu­tung steckt im ers­ten Na­men­glied Grot(h)-, dies ist das nie­der­deut­sche und nie­der­län­di­sche Ei­gen­schafts­wort grôt/groot „groß“, er­wei­tert mit dem äu­ßerst häu­fi­gen Na­men­ele­ment -mann.

Für die zahl­rei­chen Fa­mi­li­en­na­men mit -mann ist fest­zu­stel­len, dass die­se Bil­dungs­wei­se im Lau­fe der Zeit im­mer be­lieb­ter wur­de. Es gab zwar be­reits im Mit­tel­al­ter et­li­che Nach­na­men mit -man, seit der frü­hen Neu­zeit wur­den aber vie­le ein­fa­che Na­men mit -mann er­wei­tert, oh­ne dass sich die Be­deu­tung we­sent­lich ver­än­der­te. Es ist da­her da­von aus­zu­ge­hen, dass auch Grot(h)mann in vie­len Fäl­len als Er­wei­te­rung des ein­fa­chen Fa­mi­li­en­na­mens Groth, Groot, Grot, Grooth usw. ent­stand, der sich zu­meist auf die Kör­per­län­ge des ers­ten Na­mens­trä­gers be­zog. In Ein­zel­fäl­len kön­nen auch an­de­re Be­nen­nungs­mo­ti­ve da­hin­ter­ste­cken, ent­spre­chend der Be­deu­tungs­brei­te des Ei­gen­schafts­wor­tes: Kör­per­um­fang (dann „dick, plump, un­be­weg­lich“), so­zia­le Stel­lung („an­ge­se­hen, mäch­tig“), Auf­tre­ten („laut, prah­le­risch, groß­tu­end“).

Die An­nah­me, dass der Na­me Grot(h)mann erst als Er­wei­te­rung von Grot(h) ent­stand, wird durch den Um­stand ge­stützt, dass die äl­tes­ten ver­füg­ba­ren his­to­ri­schen Be­le­ge nicht sehr weit zu­rück­ge­hen: 1498 „Her­man Gro­te­m­an“(Walsted­de/Kreis Wa­ren­dorf), 1498 „Gro­te­m­an“(Rie­sen­beck), 1565 „Se­ve­rin Gro­et­man“(Bö­ming­hau­sen/Kreis Ol­pe), 1575 „Groth­man“(Teck­len­burg-Led­de), 1634 „Claus Groth­mann“(As­sel/Kreis Sta­de), 1647 „Cat­ha­ri­na Groth­man“(Kirch­hun­dem/Kreis Ol­pe). Soll­te der Na­me Grot(h)mann di­rekt als zwei­glied­ri­ger Fa­mi­li­en­na­me ge­bil­det wor­den sein, ist am ehes­ten mit Be­deu­tun­gen wie „Groß­tu­er, Wich­tig­tu­er“zu rech­nen.

Im In­ter­net fin­den Sie die Fa­mi­li­en­na­men, die Dr. Breid­bach schon im Auf­trag un­se­rer Zei­tung un­ter­sucht hat. Un­ter www.noz.de/na­men kön­nen sie auf­ge­ru­fen wer­den. Wei­te­re Na­mens­vor­schlä­ge bit­te an na­mens­for­scher@noz.de sen­den.

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