„Den Re­set-Knopf drü­cken und neu star­ten“

Lot­te in Aa­len er­neut mit Pro­ble­men in der In­nen­ver­tei­di­gung, im Sturm und bei Stan­dards

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Spä­tes­tens nach der drit­ten Nie­der­la­ge im vier­ten sieg­lo­sen Spiel muss sich Fuß­ball-Dritt­li­gist Sport­freun­de Lot­te, der vor der Sai­son ei­nen ein­stel­li­gen Ta­bel­len­platz als Ziel aus­ge­ru­fen hat­te, in­ten­siv mit dem Ab­stiegs­kampf be­schäf­ti­gen.

Von Chris­ti­an Det­loff

Ver­eins­vor­sit­zen­der Hans-Ul­rich Saat­kamp brach­te am Sams­tag nach dem 0:3 ge­gen den VfR Aa­len das Di­lem­ma der Sport­freun­de, das nicht erst an der drit­ten Sai­son­nie­der­la­ge ent­schei­den­den An­teil hat­te, auf den Punkt: „Die Chan­cen wa­ren doch ab der 25. Mi­nu­te im aus­rei­chen­den Maß da. Doch wer nicht trifft, kann halt auch nicht ge­win­nen.“

Zwei­er­lei wur­de in Aa­len deut­lich: Das neue In­nen­ver­tei­di­ger-Ge­spann Ma­xi­mi­li­an Ross­mann und Jo­nas Ac­quis­ta­pace, der be­reits zur Pau­se aus­ge­wech­selt wur­de, kann bei al­lem Ta­lent das her­aus­ra­gen­de Duo aus Ger­rit Nau­ber (zum MSV Duis­burg) und Mat­thi­as Rahn (fehlt bis Jah­res­en­de) noch nicht an­nä­hernd er­set­zen. Lot­te ist gut be­ra­ten, sich für die­se Po­si­ti­on noch ein­mal auf den Trans­fer­markt um­zu­tun.

Auch ei­nen Stür­mer ha­ben die Lot­ter noch auf dem Ein­kaufs­zet­tel,

denn Neu­zu­gang Ha­ma­di Al Gh­ad­dioui nutz­te auch sei­ne vier­te Star­telf­chan­ce nicht und braucht trotz der vor­han­de­nen An­la­gen noch Zeit, um sich an die 3. Li­ga zu ge­wöh­nen. Bernd Ro­sin­ger mach­te es zu­letzt nach sei­nen Ein­wechs­lun­gen bes­ser, doch der Rou­ti­nier war bis­lang nach sei­nem ver­spä­te­ten

Ein­stieg in die Sai­son­vor­be­rei­tung noch kein Kan­di­dat für die Start­elf.

Pro­ble­me hat die Fa­scherElf auch auf den of­fen­si­ven Au­ßen­po­si­tio­nen. Ja­roslaw Lind­ner und Ke­vin Frei­ber­ger sind noch weit von ih­rer Form der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit ent­fernt. Lu­ka Tan­ku­lic und Ma­xi­mi­li­an Oest­er­hel­weg

ha­ben in den nächs­ten 14 Ta­gen Ge­le­gen­heit, sich im Trai­ning als Al­ter­na­ti­ven nach­hal­tig auf­zu­drän­gen.

Kom­men­des Wo­che­n­en­de ha­ben die Sport­freun­de spiel­frei. Der neue Trai­ner Marc Fa­scher, der sich in der eng­li­schen Wo­che al­lein auf die Spiel­vor­be­rei­tun­gen be­schrän­ken muss­te, kann nun

stär­ker Ein­fluss neh­men. „Bis­lang war ja nicht mehr als die al­ten Ab­läu­fe mög­lich. Jetzt kann uns der Trai­ner end­lich in­ten­si­ver sei­ne Phi­lo­so­phie ver­mit­teln“, freut sich Mit­tel­feld­spie­ler An­dré Dej, der von vier ver­schenk­ten Par­ti­en sprach: „Es hilft ja nichts. Nach vier sieg­lo­sen Spie­len müs­sen wir jetzt den Re­set-Knopf drü­cken und al­les in die Waag­scha­le wer­fen, um ei­nen Neu­start zu fin­den.“So gel­te es, an den Stan­dard­si­tua­tio­nen zu ar­bei­ten: „Sol­che Ge­gen­tref­fer zie­hen sich wie ein ro­ter Fa­den durch un­se­re vier bis­he­ri­gen Auf­trit­te. Vi­el­leicht soll­ten wir Ex­tra­schich­ten am Kopf­ball­pen­del ein­le­gen …“

„Jetzt ha­ben wir Zeit, noch en­ger zu­sam­men­rü­cken“, sagt auch Ross­mann: „Es darf nicht als Aus­re­de gel­ten: Aber es war nicht so ein­fach mit den bei­den Trai­ner­wech­seln in so kur­zer Zeit.“

Ähn­lich wie Dej be­zeich­net auch Mo­ritz Hey­er die ers­te Halb­zeit als „rich­tig schlecht von uns“. Wer so auf­tre­te, hät­te die lan­ge Fahrt ei­gent­lich gar nicht erst an­tre­ten sol­len. „Zwi­schen der 30. und 70. Mi­nu­te hat­ten wir dann zwar den nö­ti­gen Schwung. Rich­tig durch­ge­zo­gen ha­ben wir un­ser Spiel dann aber auch nicht.“

Die drit­te Sai­son­nie­der­la­ge füh­le sich „me­ga schei­ße“an: „Jam­mern bringt uns aber jetzt be­stimmt nicht vor­an. Wir müs­sen die Köp­fe rasch wie­der hoch- und frei­be­kom­men, in der frei­en Wo­che Voll­gas ge­ben und da­für sor­gen, dass wir es dann bes­ser hin­be­kom­men“, ap­pel­liert Hey­er, der auf sei­ner Stamm­po­si­ti­on im de­fen­si­ven Mit­tel­feld noch zu den so­li­de­ren Ak­teu­ren der Sport­freun­de ge­hör­te.

Rasch wie­der auf­zu­ste­hen ap­pel­liert An­dré Dej (am Bo­den) nach der er­neu­ten Nie­der­la­ge in Aa­len. Fo­to: Mru­gal­la.

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