Für den Re­kord rei­chen zwei Läu­fe

Ti­tel­ver­tei­di­ger Mer­li tri­um­phiert beim 50. Berg­ren­nen – Re­gen und Un­fäl­le stö­ren Ablauf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Mal­te Schlaack und Da­ni­el Bress­ler

Das gro­ße High­light hob sich der gro­ße Fa­vo­rit bis zum Schluss auf. Im letz­ten Lauf des 50. Int. Osnabrücker ADAC Berg­ren­nens brann­te Chris­ti­an Mer­li ei­nen neu­en Stre­cken­re­kord in den As­phalt am Up­hö­fe­ner Berg. Es war ei­ne Ju­bi­lä­ums­aus­ga­be, die vie­le Ge­schich­ten schrieb.

HILTER. Als Or­ga­ni­sa­tor kann man so ziem­lich al­les vor­be­rei­ten, wie es der MSC Os­na­brück auch ge­tan hat­te. Auf ei­ni­ge Sa­chen hat man al­ler­dings kei­nen Ein­fluss. Das Wet­ter ge­hört ein­deu­tig da­zu. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­te wäh­rend des Berg­ren­nens oft die Son­ne ge­schie­nen. Am Sams­tag als ers­tem kom­plet­ten Renntag war das beim Ju­bi­lä­um nicht der Fall. Im­mer wie­der zo­gen Re­gen­schau­er über Borg­loh, die Stre­cke wur­de so rut­schig und ent­spre­chend oft muss­ten Renn­lei­ter Micha­el Schrey und Hol­ger Ma­es als Lei­ter der Stre­cken­si­che­rung nach Un­fäl­len aus­rü­cken.

Am Sonn­tag än­der­te sich dar­an nicht viel, was aber we­ni­ger am Wet­ter lag. Die gu­ten Be­din­gu­nen mit viel Son­nen­schein hat­ten tau­sen­de Mo­tor­sport­fans an die Stre­cke ge­lockt. „So vie­le wa­ren an ei­nem ein­zel­nen Tag glau­be ich noch nie da“, freu­te sich Or­ga­ni­sa­ti­ons­lei­ter Bernd Steg­mann ent­spre­chend. Den­noch ver­zö­ger­te sich der Ablauf er­neut im­mer wie­der, da et­li­che Fah­rer im Kampf um ei­ne gu­te Zeit viel ris­kier­ten und so von der Stre­cke ab­ka­men.

Hin­zu kam, dass der MSC, um das Ju­bi­lä­um ge­büh­rend zu fei­ern, ein gro­ßes Rah­men­pro­gramm in mü­he­vol­ler Ar­beit auf die Bei­ne ge­stellt hat­te. Da­zu ge­hör­ten am Sonn­tag un­ter an­de­rem ei­ne Fah­rer­pa­ra­de auf der Stre­cke. Im End­ef­fekt wur­de dann der drit­te Lauf für die „gro­ßen Klas­sen“ge­stri­chen, was bei Tei­len der Teil­neh­mer durch­aus zu et­was Un­mut führ­te. Un­mut, den Ge­samt­sie­ger Mer­li nicht ver­ste­hen konn­te: „Ich neh­me es den Or­ga­ni­sa­to­ren gar nicht übel, dass es am Sonn­tag nur zwei Läu­fe gab we­gen der vie­len

Un­fäl­le. Es ist Schuld der Fah­rer, die zu ri­si­ko­reich ge­fah­ren sind. So et­was ha­be ich sel­ten er­lebt. Fast je­der zwei­te oder drit­te Lauf ist in ei­nem Un­fall ge­en­det.“

Der Ita­lie­ner war als Ti­tel­ver­tei­di­ger im Osel­la FA 30 na­tür­lich als Fa­vo­rit ins Ren­nen ge­gan­gen und be­stä­tig­te die­sen Ruf ein­drucks­voll. Schon im ers­ten Lauf hat­te Mer­li mehr als zwei Se­kun­den Vor­sprung auf der 2,030 Ki­lo­me­ter lan­gen Stre­cke auf die Kon­kur­renz her­aus­ge­fah­ren. Im zwei­ten Lauf leg­te er

noch ein­mal nach – und wie. Bei 51,024 Se­kun­den blieb die Uhr ste­hen und der Pro­firenn­fah­rer hat­te sei­nen ei­ge­nen Re­kord aus dem Vor­jahr schon wie­der un­ter­bo­ten. Sei­nen Sieg wid­me­te Mer­li dem kürz­lich ver­stor­be­nen Cos­mo Bres­san so­wie des­sen Wit­we. Bres­san war der On­kel ei­nes Freun­des von Mer­li, die al­le aus dem nord­ita­lie­ni­schen Tren­ti­no stam­men, war vor lan­ger Zeit nach Os­na­brück aus­ge­wan­dert und leb­te hier bis zu sei­nem Tod.

Für die Or­ga­ni­sa­to­ren ist

mit Blick auf den Ab­bau der Stre­cke der­weil das Berg­ren­nen zwar noch lan­ge nicht vor­bei, nach vier lan­gen Ta­gen fiel al­ler­dings schon ei­ne ers­te Last von ih­ren Schul­tern. „Es war ein ver­län­ger­tes Renn­wo­chen­en­de mit ganz vie­len Emo­tio­nen. Am Sonn­tag war es, was den Wett­be­werb be­trifft, si­cher ein recht schwie­ri­ger Tag, der aber mit ei­nem gran­dio­sen Ab­schluss ei­nes gran­dio­sen Fah­rers en­de­te“, sag­te Steg­mann mit Blick auf Ge­samt­sie­ger und Re­kord­hal­ter Mer­li.

In die glei­che Rich­tung ging das ers­te Fa­zit von Micha­el Schrey: „Ich bin erst ein­mal er­leich­tert wie bei je­der an­de­ren Auf­la­ge, dass wir al­le wie beim Mensch är­ge­re dich nicht gut ins Haus be­kom­men ha­ben“, sag­te der Renn­lei­ter und füg­te eben­so er­leich­tert an: „Wir ha­ben zwar ei­ni­ge Blech­schä­den, ver­letzt hat sich aber nie­mand.“

Mehr Bil­der vom Up­hö­fe­ner Berg in der Ga­le­rie auf noz.de/berg­ren­nen

Fo­tos: Fran­ken­berg

Sze­nen ei­nes Renn­wo­chen­en­des mit Ge­samt­sie­ger Chris­ti­an Mer­li (gr. Bild), tau­sen­den Fans bei Son­nen­schein (un­ten links), Re­gen­wet­ter (un­ten, rechts), schnel­len Au­tos (rechts, oben und Mit­te ) und Un­fäl­len (rechts, un­ten).

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