Zu Fuß durchs Watt nach Neu­werk

Pri­cken wei­sen den Weg zur Nord­see­insel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

OS­NA­BRÜCK/CUX­HA­VEN. Zu Fuß zur In­sel: Da­für muss nie­mand über Was­ser ge­hen kön­nen. Im Na­tio­nal­park Ham­bur­gi­sches Wat­ten­meer ist Neu­werk bei Eb­be auf ei­ner zwei- bis drei­stün­di­gen Wan­de­rung zu er­rei­chen. Der Lohn: fri­sche Luft, wei­te Sicht und himm­li­sche Ru­he.

Nicht nur für Nord­deut­sche zählt die Watt­wan­de­rung nach Neu­werk zu den Din­gen, die je­der ein­mal im Le­ben ge­macht ha­ben soll­te. Von Os­na­brück aus ist der be­son­de­re Aus­flug an ei­nem Tag zu schaf­fen, auch wenn der Aus­gangs­punkt Cux­ha­ven rund 220 Ki­lo­me­ter ent­fernt liegt.

Wan­de­rer kön­nen in den Strand­bä­dern Duh­nen oder Sah­len­burg star­ten. Die Stre­cke ist zwölf be­zie­hungs­wei­se zehn Ki­lo­me­ter lang. Wer mag, kann sich ei­ner Füh­rung an­schlie­ßen und er­fährt dann viel über ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft, die seit 2011 zum Welt­na­tur­er­be ge­hört. Aber auch oh­ne fach­kun­di­ge Be­glei­tung wird sich nie­mand ver­lau­fen, denn Zweig­bün­del, die so­ge­nann­ten Pri­cken, wei­sen den Weg nach Neu­werk.

Die Nord­see­insel liegt ge­nau ge­nom­men in der Elb­mün­dung und ge­hört zu Ham­burg. Die Han­sea­ten er­rich­te­ten auf dem klei­nen Ei­land An­fang des 14. Jahr­hun­derts ei­nen Wehr­turm, um den Han­dels­weg in die Stadt vor See­räu­bern zu schüt­zen. Spä­ter, von 1814 bis 2014, dien­te das Boll­werk als Leucht­turm. Er gilt als das äl­tes­te Ge­bäu­de Ham­burgs und der ge­sam­ten Nord­see­küs­te.

Un­ter­wegs ist es an ei­ni­gen Stel­len nicht ganz leicht, die

Prie­le zu über­que­ren. Je nach Wet­ter­la­ge kön­nen die meh­re­re Ki­lo­me­ter lan­gen und meh­re­re Me­ter brei­ten Rin­nen auch bei Eb­be prall mit Was­ser ge­füllt sein. Wan­de­rer müs­sen da­mit rech­nen, beim Durch­wa­ten bis zu den Ober­schen­keln oder dem Bauch­na­bel nass zu wer­den. In den Ruck­sack ge­hö­ren des­halb Klei­dung zum Wech­seln und ein Hand­tuch. Au­ßer­dem soll­te im Watt je­der auch bei be­wölk­tem Him­mel auf aus­rei­chend Son­nen­schutz ach­ten und ge­eig­ne­te Schu­he an­zie­hen, da der Mee­res­bo­den teil­wei­se mit Mu­scheln über­sät ist und ei­ni­ge Ab­schnit­te auch stei­nig sind.

Wer all das und den wei­ten Fuß­marsch scheut, kann sich be­quem mit Pferd und Wa­gen nach Neu­werk be­för­dern las­sen. Kut­schen fah­ren dut­zend­fach zwi­schen Fest­land und In­sel hin und her, brin­gen je­den Tag Hun­der­te von Be­su­chern in ei­ne an­de­re Welt. Die meis­ten Watt­wan­de­rer tre­ten die Rück­rei­se nach ei­nem mehr­stün­di­gen Auf­ent­halt auf Neu­werk üb­ri­gens mit dem Schiff an. Die Über­fahrt zur „Al­ten Lie­be“in Cux­ha­ven

dau­ert an­dert­halb bis zwei St­un­den. Äu­ßerst er­hol­sam klingt da­mit der Tag am Meer aus.

Al­le In­fos: Cux­ha­ven-Sah­len­burg ist ab Bre­men über die Au­to­bahn 27 zu er­rei­chen. In Strand­nä­he be­fin­den sich aus­rei­chend Park­plät­ze. Die Watt­wan­der­zei­ten sind ti­de­ab­hän­gig und va­ri­ie­ren täg­lich. Am Sonn­tag, 16. Ju­li, zum Bei­spiel be­ginnt in Sah­len­burg ei­ne Füh­rung um 10.45 Uhr.

Das Schiff fährt um 19 Uhr von Neu­werk zu­rück. Wei­te­re In­fos da­zu hat die Ree­de­rei Cas­sen Eils im In­ter­net auf der Sei­te www.neu­wer­krei­sen.de zu­sam­men­ge­stellt. Auf Neu­werk gibt es ei­ni­ge Gast­stät­ten, ei­nen klei­nen La­den und ein Na­tio­nal­park­haus. Wer auf der In­sel im his­to­ri­schen Leucht­turm über­nach­ten möch­te, soll­te früh­zei­tig te­le­fo­nisch re­ser­vie­ren (0 47 21/2 90 78 oder 0 48 92/89 99 89).

Un­ter der Wo­che kos­tet das Dop­pel­zim­mer mit Eta­gen­bad und Früh­stück 100 Eu­ro. Sehr loh­nens­wert ist ein Auf­stieg zur Aus­sichts­platt­form.

Fo­to: Ri­ta Esch­köt­ter

Völ­ker­wan­de­rung im Wat­ten­meer: Vor al­lem im Som­mer ma­chen sich vie­le Na­tur­lieb­ha­ber zu Fuß auf den Weg von Cux­ha­ven nach Neu­werk.

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