Nie­der­sach­sen wählt am 15. Ok­to­ber neu

Land­tags­wahl drei Wo­chen nach Bun­des­tags­wahl – Par­la­ments­auf­lö­sung am 21. Au­gust

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Nie­der­sach­sen soll am En­de der Herbst­fe­ri­en ei­nen neu­en Land­tag wäh­len. Ei­ne zeit­glei­che Ab­stim­mung mit der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber wird es we­gen zahl­rei­cher Be­den­ken nicht ge­ben.

HANNOVER. Der Ter­min für die vor­ge­zo­ge­ne Neu­wahl des Nie­der­säch­si­schen Land­tags steht: Bei ei­nem Kri­sen­tref­fen in Hannover ei­nig­ten sich Land­tags­par­tei­en, Land­tags­ver­wal­tung und Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) nach mehr­stün­di­gen Ver­hand­lun­gen auf den 15. Ok­to­ber. Da­mit folg­ten sie ei­nem Vor­schlag von Lan­des­wahl­lei­te­rin Ul­ri­ke Sachs.

Die rot-grü­ne Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on hat­te am Frei­tag durch den Aus­tritt der bis­he­ri­gen Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten über­ra­schend

ih­re Mehr­heit ver­lo­ren und ei­ne Re­gie­rungs­kri­se aus­ge­löst. Ur­sprüng­lich hat­te Nie­der­sach­sen am 14. Ja­nu­ar 2018 ei­nen neu­en Land­tag wäh­len sol­len.

FDP und CDU hat­ten zu­vor auf ei­ne Zu­sam­men­le­gung des Land­tags­wahl­ter­mins mit der Bun­des­tags­wahl

am 24. Sep­tem­ber ge­drängt. Sachs warn­te, die Frist sei so­wohl or­ga­ni­sa­to­risch als auch ver­fas­sungs­mä­ßig zu kurz.

CDU-Lan­des­chef und -Spit­zen­kan­di­dat Bernd Al­t­hus­mann zeig­te sich „ir­ri­tiert“, dass sich das En­de ver­gan­ge­ner Wo­che auch von

Weil und Lan­des­wahl­lei­tung ge­nann­te Da­tum nun in „Be­den­ken auf­ge­löst“ha­be. „Vie­le Bür­ger wer­den da­für kein Ver­ständ­nis ha­ben“, sag­te Al­t­hus­mann. Auch die FDP gab sich ent­täuscht: „Ich bin heute mit der Er­war­tung her­ge­kom­men, dass wir uns auf den 24. Sep­tem­ber ei­ni­gen kön­nen“, sag­te FDP-Par­tei­chef Ste­fan Birk­ner nach der Sit­zung.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil be­grüß­te den Ter­min: „Ich ha­be mich von An­fang an da­für aus­ge­spro­chen, dass wir zu Neu­wah­len zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt kom­men“, sag­te der SPD-Lan­des­chef. Die Hoff­nung, die Land­tags­wahl zeit­gleich mit der Bun­des­tags­ab­stim­mung zu ma­chen, sei „vor­schnell“ge­we­sen. SPD und Grü­ne be­grüß­ten den neu­en Wahl­ter­min.

Noch für den Mon­tag­abend er­war­te­te Land­tags­prä­si­dent Bernd Bu­se­mann (CDU) ei­nen An­trag al­ler Frak­tio­nen auf Selbst­auf­lö­sung. Über die­sen soll der Land­tag in ei­ner Son­der­sit­zung am Don­ners­tag ab­stim­men, bei ei­ner wei­te­ren am 21. Au­gust soll sich das Par­la­ment dann auf­lö­sen. Es gilt als si­cher, dass al­le Frak­tio­nen für die­sen Schritt stim­men wer­den.

Die CDU will die Ex-Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Twes­ten am heu­ti­gen Di­ens­tag in ih­re Frak­ti­on auf­neh­men. Dann will die Par­tei auch dis­ku­tie­ren, wel­che noch of­fe­nen Ge­set­zes­pro­jek­te der Re­gie­rung die Op­po­si­ti­on un­ter­stüt­zen will. Ak­tu­ell sind mehr als 40 rot-grü­ne Ge­set­zes­vor­ha­ben noch of­fen.

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