PRES­SE­SCHAU

Vie­le Zei­tun­gen kom­men­tie­ren die La­ge von Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil:

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke -

„Ge­ra­de­zu lä­cher­lich ist es, dass VW ge­be­ten wur­de, ‚recht­li­che Klar­stel­lun­gen‘ zu lie­fern. Gibt es in der Lan­des­re­gie­rung in Hannover ei­gent­lich kei­ne Rechts­an­wäl­te, die sich um sol­che Fra­gen küm­mern? Ste­phan Weil mag sich – recht­lich – nur un­ge­schickt ver­hal­ten ha­ben. Das Ver­trau­en in sei­ne Fä­hig­keit, zwi­schen dem Amt als Mi­nis­ter­prä­si­dent und dem Amt als VW-Auf­sichts­rat zu tren­nen, hat er aber nach­hal­tig ge­schwächt.“ „Weil hat die Grat­wan­de­rung, die er hät­te be­wäl­ti­gen müs­sen, nicht ge­schafft. Das zieht sei­ne gan­ze Amts­füh­rung in Miss­kre­dit. Sei­ne Un­ab­hän­gig­keit steht nun in Zwei­fel. Nun ist un­si­cher ge­wor­den, ob er die­sen Feh­ler po­li­tisch über­lebt.“ „Die­se Epi­so­de ist ein wei­te­res Bei­spiel da­für, dass die Po­li­tik seit Jah­ren ge­mein­sa­me Sa­che mit der Au­to­in­dus­trie macht. Das ist schäd­lich. Nicht nur für Deutsch­lands Schlüs­sel­in­dus­trie, auch für das Ver­trau­en der Be­völ­ke­rung in die Po­li­tik.“ „Aus gu­tem Grund kämpf­ten auch die CDU-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Wul­ff und McAl­lis­ter für das VW-Ge­setz und den Ein­fluss des Lan­des. Da­mals wur­den zwi­schen Staats­kanz­lei und Kon­zern­zen­tra­le noch viel un­an­sehn­li­che­re Mails aus­ge­tauscht als die, über die heute ge­re­det wird. Weil ver­hält sich jetzt kei­nes­wegs skan­da­lö­ser als sei­ne Vor­gän­ger. Sein Pro­blem ist: In den ethi­schen und sti­lis­ti­schen Fra­gen gel­ten, wie beim Die­sel, neue Grenz­wer­te.“ Das Blatt aus Frankfurt (Oder) meint zu Twes­ten: „Die Grü­nen müs­sen sich, wenn ih­re Wut über den Wech­sel ver­raucht ist, die un­an­ge­neh­me Fra­gen stel­len, ob sie die ‚Ja­mai­ka‘ -Sym­pa­thi­san­tin viel­leicht weg­ge­ekelt ha­ben. Ein­mal mehr wird deut­lich: Es gibt genau ge­nom­men zwei grü­ne Par­tei­en: ei­ne der lin­ken Hard­li­ner und ei­ne der Um­welt­freun­de, die ih­re Zie­le zur Not auch mit der Uni­on durch­set­zen wol­len. Die La­ger er­schei­nen zu­wei­len un­ver­söhn­lich.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.