Oet­tin­ger er­war­tet ho­he Stra­fen

EU-Kom­mis­sar: Au­to­bau­ern dro­hen mil­li­ar­den­schwe­re Zah­lun­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Mehr auf noz.de/wirt­schaft

Ze­ment­her­stel­ler, Braue­rei­en oder auch Wurst­fa­bri­kan­ten wur­den schon von der EU we­gen il­le­ga­ler Ab­spra­chen zur Kas­se ge­be­ten. Nun steht die deut­sche Au­to­bran­che im Fo­kus. Das kann teu­er wer­den – warnt ei­ner, der es wis­sen muss, EU-Kom­mis­sar Oet­tin­ger.

An­ge­sichts des Kar­tell­ver­dachts ge­gen deut­sche Au­to­bau­er hält es EU-Kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger für denk­bar, dass die EU-Kom­mis­si­on Straf­zah­lun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he ge­gen die Kon­zer­ne ver­hängt.

„In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren hat die EU neun Kar­tell­fäl­le mit Be­zug zur Au­to­in­dus­trie ge­ahn­det und Stra­fen von rund zehn Mil­li­ar­den Eu­ro ver­hängt. Das zeigt, um wel­che Grö­ßen­ord­nun­gen es auch jetzt ge­hen kann“, sag­te der CDU-Po­li­ti­ker der „Bild“-Zei­tung (Mon­tag).

Volks­wa­gen, Au­di, Porsche, BMW und Daim­ler sol­len sich laut „Spie­gel“in ei­nem ge­mein­sa­men Kar­tell il­le­gal über Tech­nik, Kos­ten und Zu­lie­fe­rer ab­ge­spro­chen ha­ben.

Oet­tin­ger sag­te, die eu­ro­päi­sche Wett­be­werbs­be­hör­de neh­me kei­ne Rück­sicht auf gro­ße Na­men. Sie schre­cke auch vor Stra­fen nicht zu­rück, „die den Un­ter­neh­men weh­tun und ab­schre­cken“. Die Kar­tell-Un­ter­su­chung brau­che aber noch ei­ni­ge Zeit. „Wir müs­sen prü­fen, ob Kein kla­res Bild er­gibt sich bis­her zu den an­geb­lich kar­tell­recht­lich be­denk­li­chen Ab­spra­chen von fünf deut­schen Au­to­bau­ern – die Be­hör­den er­mit­teln.

es sich um zu­ge­las­se­ne Ab­spra­chen zur Nor­mung ge­han­delt hat oder ob Ver­ein­ba­run­gen zu­las­ten der Zu­lie­fe­rer und Ver­brau­cher ge­trof­fen wur­den.“

Im Kar­tell­ver­dacht nimmt jetzt auch die Fi­nanz­auf­sichts­be­hör­de Ba­fin zwei Her­stel­ler ge­nau­er un­ter die Lu­pe. „Wir prü­fen, ob VW und/oder Daim­ler im Zu­sam­men­hang

mit den mut­maß­li­chen Selbst­an­zei­gen die Ad­hoc-Pflicht be­ach­tet ha­ben“, teil­te die Be­hör­de mit. BMW ist dem­nach nicht im Vi­sier der Be­hör­de.

Bör­sen­no­tier­te Un­ter­neh­men müs­sen ih­re Ak­tio­nä­re mit so­ge­nann­ten Ad-HocMit­tei­lun­gen über Vor­gän­ge in­for­mie­ren, die den Ak­ti­en­kurs er­heb­lich be­ein­flus­sen

könn­ten. Die Ak­ti­en der Her­stel­ler hat­ten nach dem Be­kannt­wer­den des Kar­tell­ver­dachts an der Bör­se spür­bar nach­ge­ge­ben.

Zum Ab­gas­skan­dal sag­te Oet­tin­ger, es wer­de sich frü­hes­tens in ei­ni­gen Mo­na­ten zei­gen, ob die beim Die­sel­Gip­fel ver­ein­bar­ten Up­dates der Mo­to­ren-Soft­ware aus­reich­ten. „Falls sie nicht zum Ziel füh­ren, muss die In­dus­trie not­falls auch mit ei­nem tech­ni­schen Um­bau nach­le­gen, wenn sie Fahr­ver­bo­te ver­mei­den will.“Trotz der ak­tu­el­len Dis­kus­si­on über zu ho­he Stick­oxid-Wer­te der Die­sel­mo­to­ren for­der­te Oet­tin­ger: „Wir dür­fen den Die­sel nicht ver­teu­feln.“Die Mo­to­ren sei­en er­heb­lich ef­fi­zi­en­ter als Ben­zin-Mo­to­ren.

Un­ter­des­sen er­klär­te ei­ne Spre­che­rin der EU-Kom­mis­si­on in Brüssel, ihr Haus pla­ne kei­ne ver­bind­li­che Quo­te für Wa­gen mit Elek­tro­an­trieb. „Es hat nie­mals ir­gend­wel­che Plä­ne zur Ein­füh­rung ei­ner Quo­te für Elek­tro­au­tos ge­ge­ben“, sag­te sie und re­agier­te da­mit auf ei­nen Be­richt des „Han­dels­blatts“. Die Zei­tung hat­te be­rich­tet, es ge­be Über­le­gun­gen, den Au­to­her­stel­lern ab 2025 den An­teil emis­si­ons­ar­mer Fahr­zeu­ge vor­zu­schrei­ben.

Aus­gangs­punkt der Be­richt­er­stat­tung ist ei­ne Pas­sa­ge aus ei­nem Ide­en­pa­pier der EU-Kom­mis­si­on von En­de Mai. Die Be­hör­de ar­bei­te be­reits an ei­ner Re­form der nach 2020/2021 gel­ten­den Nor­men für den CO2-Aus­stoß von Pkw, heißt es dort. Im An­schluss steht: „Zu den ge­prüf­ten Op­tio­nen zäh­len auch spe­zi­fi­sche Ziel­vor­ga­ben für emis­si­ons­ar­me und/oder -freie Fahr­zeu­ge.“Die ak­tu­el­len Zie­le zur Re­du­zie­rung des Treib­haus­gasAus­sto­ßes für Au­tos gel­ten bis zum Jahr 2021.

Au­to­kar­tell und Die­sel­stunk:

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