In­ves­tor: Kün­di­gun­gen bei San­ders.eu

Stand­or­te und Um­fang of­fen – Neu­er Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter Gross­nigg künf­tig per­sön­lich in Bram­sche

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

Beim Bett­wa­ren­her­stel­ler San­ders.eu Gm­bH sol­len schon bald drei von sechs Pro­duk­ti­ons­stät­ten ge­schlos­sen wer­den.

Von Mar­cus Al­wes

Der In­ves­tor aus Wi­en, Er­hard F. Gross­nigg , ließ es im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on nicht an deut­li­chen Wor­ten man­geln. „Ja, es wird Kün­di­gun­gen ge­ben“, sag­te der Ös­ter­rei­cher und füg­te hin­zu: „Aus sechs Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten wer­den wir drei ma­chen.“Die un­längst ge­grün­de­te San­ders.eu Gm­bH – mit Gross­nigg als neu­em Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter – steht da­mit of­fen­bar in den kom­men­den Mo­na­ten und Jah­ren vor er­heb­li­chen Um­wäl­zun­gen.

Ak­tu­ell 750 Be­schäf­tig­te

Was das beim in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Bett­wa­ren­her­stel­ler für den Stand­ort Bram­sche mit sei­nen mehr als 120 Ar­beits­plät­zen be­deu­tet, muss sich zei­gen. Wei­te­re Pro­duk­ti­ons­stand­or­te der San­ders.eu Gm­bH sind Bad Bent­heim, das ös­ter­rei­chi­sche Hör­branz am Bo­den­see (Fir­ma Sleep­well Kauffmann Gm­bH), Güstrow in Meck­len­burg-Vor­pom­mern so­wie zwei Wer­ke in der Ukrai­ne. Zu­sam­men sind hier rund 750 Men­schen be­schäf­tigt.

Der Um­fang des Per­so­nal­ab­baus ste­he aber noch nicht fest, er­klär­te Gross­nigg ges­tern. In der ver­gan­ge­nen Wo­che – so be­rich­ten meh­re­re Ver­samm­lungs­teil­neh­mer über­ein­stim­mend – soll der Fi­nanz­be­ra­ter und Sa­nie­rer in der Tuch­ma­cher­stadt be­steht seit 1885.

je­doch kon­kret von 15 bis 20 Pro­zent der Ge­samt­be­leg­schaft ge­spro­chen ha­ben. Es ge­he um „mehr Ef­fi­zi­enz in den Un­ter­neh­mens­pro­zes­sen“, so Gross­nigg ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on.

Er selbst wer­de ab über­nächs­ter Wo­che re­gel­mä­ßig

nach Bram­sche kom­men, um die Um­struk­tu­rie­run­gen vor Ort vor­an­zu­trei­ben. „Das Un­ter­neh­men ist aus der In­sol­venz ge­kom­men, aber es hat sich da­nach nichts ve­rän­dert“, leg­te Gross­nigg nach. Er kom­me nun höchst­per­sön­lich in die Tuch­ma­cher­stadt, „um die Ge­schäfts­füh­rung an die Hand zu neh­men“. Ge­schäfts­füh­rer der San­ders.eu Gm­bH sind Hel­mut Sch­renk und der CEO, Hans-Chris­ti­an San­ders.

Müs­sen Löh­ne run­ter?

Gross­nigg stell­te her­aus, dass er er­war­te, dass auch die Be­schäf­tig­ten des Bett­wa­ren­her­stel­lers Op­fer zu brin­gen hät­ten („Die Mit­ar­bei­ter ha­ben doch bis­her nichts ver­lo­ren“). Durch­ge­si­ckert war zu­letzt, dass es im Ge­gen­satz zu frü­he­ren Ge­brü­der San­ders Gm­bH in der neu­en Ge­sell­schaft wahr­schein­lich kei­ne Ta­rif­bin­dung mehr ge­ben soll. Das geht aus ei­nem im Ju­ni ver­sen­de­ten Text zur so­ge­nann­ten Der Blick auf die Werks­hal­len an der Masch­stra­ße.

„Un­ter­rich­tung über ei­nen Be­triebs­über­gang“her­vor. Hin­ter den Fir­men­ku­lis­sen wur­de of­fen­bar zu­dem über die Rück­er­stat­tung er­folg­ter Ein­mal­zah­lun­gen an das Un­ter­neh­men durch die Be­leg­schaft ge­strit­ten.

Ob da­mit die fi­nan­zi­el­len Ein­schnit­te in je­nem Teil der Be­leg­schaft, der bei San­ders.eu sei­ne Ar­beits­plät­ze be­hal­ten wird, ab­ge­schlos­sen sein wer­den, sag­te Gross­nigg da­ge­gen nicht. Er wies aber dar­auf hin, dass die Löh­ne in Bram­sche ak­tu­ell deut­lich hö­her sei­en als bei Sleep­well Kauffmann im ös­ter­rei­chi­schen Hör­branz – oder gar in der Ukrai­ne.

Wäh­rend des­halb der Be­stand der letzt­ge­nann­ten Wer­ke wohl als si­cher gel­ten darf und ein Aus für Güstrow be­reits be­schlos­se­ne Sa­che ist, dürf­te nun am Bo­den­see, in Bad Bent­heim und in Bram­sche das mehr oder we­ni­ger gro­ße Zit­tern be­gin­nen.

Im­mer­hin hat­ten San­der­sVer­tre­ter in den ver­gan­ge­nen Wo­chen aber ei­ne Stär­kung und ei­nen räum­li­chen Aus­bau des Wer­kes in den tra­di­ti­ons­rei­chen Hal­len an der Masch­stra­ße ein­ge­hend prü­fen las­sen.

Das wür­de nach der Gross­nigg-An­kün­di­gung, künf­tig nur drei Stand­or­te als Pro­duk­ti­ons­stät­ten be­hal­ten und si­chern zu wol­len, Schlie­ßun­gen in der Graf­schaft und in Hör­branz be­deu­ten.

In­si­der ge­hen je­doch da­von aus, dass auch die­se klei­ne­ren Stand­or­te ver­su­chen wer­den, ih­re mög­li­chen Vor­zü­ge in die Waag­scha­le wer­fen wer­den. Hör­branz hät­te ei­nen mo­der­nen Ge­bäu­de­kom­plex zu bie­ten, Bad Bent­heim viel Platz für ei­ne wei­te­re bau­li­che Aus­deh­nung.

Wei­te­re ak­tu­el­le Nach­rich­ten aus der re­gio­na­len Wirt­schaft le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de

Das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men Fo­tos: Mar­cus Al­wes

Al­lein am Fir­men­haupt­sitz ar­bei­ten mehr als 120 Men­schen.

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