„Als klei­ner Jun­ge träumst du da­von“

Kwa­si Okye­re Wriedt: Ich bin al­len beim VfL sehr dank­bar

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

In der ver­gan­ge­nen Wo­che wech­sel­te er qua­si über Nacht von der Bre­mer Brü­cke in Os­na­brück an die Sä­be­ner Stra­ße nach Mün­chen. Kwa­si Okye­re Wriedt (23) hat sich ei­nen Traum er­füllt. Ein Ge­spräch mit dem ehe­ma­li­gen li­la-wei­ßen Tor­jä­ger über eben die­sen Traum, sport­li­che Per­spek­ti­ven und Dank­bar­keit ge­gen­über dem VfL.

Von Ste­fan Al­ber­ti

Herr Wriedt, jetzt ist uns klar, war­um Sie am Mitt­woch­abend nach dem 0:3 des VfL in Köln nicht mehr mit uns re­den woll­ten. Sie wa­ren so­zu­sa­gen schon auf dem Weg nach Mün­chen, oder?

Nein. Ich woll­te ein­fach nicht re­den, weil ich nach dem Spiel so ent­täuscht war. Das hat­te nichts mit Mün­chen zu tun.

Dann re­den wir jetzt – erst ein­mal über die Bay­ern. Ein Traum, der in Er­fül­lung ge­gan­gen ist?

Ja, ein Stück weit schon. Der FC Bay­ern ist ein Rie­sen­club. Als klei­ner Jun­ge träumst du da­von, ir­gend­wann mal in so ei­nem Ver­ein spie­len zu kön­nen.

Das De­büt für die Re­gio­nal­li­ga-Mann­schaft folg­te zwei Ta­ge nach Ih­rem letz­ten Auf­tritt für den VfL: 2:1 ge­gen Schwein­furt – mit ei­nem Wriedt-Tref­fer. Genau. Ich hät­te auch nicht ge­dacht, dass ich so­fort spie­le. Aber es ging nicht an­ders. Wir hat­ten ei­ne klei­ne ver­let­zungs­be­ding­te Per­so­nal­not. Da­zu stan­den ei­ni­ge von uns im Ka­der für das Su­per­cup­Fi­na­le der ers­ten Mann­schaft.

Wie ha­ben Sie in der Kür­ze der Zeit Ih­re Mit­spie­ler ken­nen­ge­lernt?

Die meis­ten beim Mit­tag­es­sen vor dem Spiel. Er kam, sah – und traf so­fort für die Bay­ern in der Re­gio­nal­li­ga-Par­tie ge­gen Schwein­furt (gro­ßes Bild): Kwa­si Okye­re Wriedt – rechts beim Ju­bel mit Bay­erns Ni­k­las Tar­nat.

Un­ter den Kol­le­gen be­fin­det sich ja mit Ni­co­las Feld­hahn noch ein Ex-Os­na­brü­cker.

So ist es. Er ist ver­letzt, aber wir sind uns am Frei­tag­abend in der Ka­bi­ne be­geg­net. Wir ha­ben dann na­tür­lich auch so­fort über den VfL ge­spro­chen.

Las­sen Sie uns über Ih­ren Wech­sel spre­chen. Was hal­ten Sie den VfL-An­hän­gern ent­ge­gen, die be­haup­ten, dass Sie in den ver­gan­ge­nen Wo­chen mehr Ih­ren Wech­sel als Ih­re Leis­tung beim VfL im Kopf hat­ten? Ich ha­be bis zu­letzt im­mer 100 Pro­zent für den VfL ge­ge­ben, auch wenn es zwi­schen­zeit­lich mal Ver­hand­lun­gen ge­ge­ben hat. Das hat mei­ne

Leis­tung nicht be­ein­träch­tigt. Und wis­sen Sie was?

Nein.

Ich bin al­len beim VfL – al­so Trai­nern, Spie­lern, Fans und al­len an­de­ren – sehr dank­bar. Hin­ter mir liegt mein ers­tes Pro­fi­jahr – und ich hät­te nie ge­dacht, dass es di­rekt so gut läuft bei mir. Und ich brauch­te am An­fang ja auch An­lauf­zeit, um mich an die Li­ga zu ge­wöh­nen. Aber al­le sind ge­dul­dig mit mir ge­blie­ben.

Der Ent­schluss, nach Mün­chen zu wech­seln, dürf­te ne­ben den sport­li­chen doch be­stimmt auch wirt­schaft­li­che Grün­de ha­ben, oder? Ja, aber die sport­li­che Per­spek­ti­ve ist der Haupt­grund. Ich hat­te vor mei­nem Wech­sel

nach Os­na­brück auch An­ge­bo­te von Ver­ei­nen, bei de­nen ich viel­leicht mehr Geld ver­dient hät­te. Hier in Mün­chen kann ich mich als Spie­ler ver­bes­sern. Die Trai­nings­be­din­gun­gen sind rich­tig gut, in­di­vi­du­ell für je­den Spie­ler. Ich möch­te mich für oben emp­feh­len.

Für das Team von Car­lo An­ce­lot­ti?

War­um nicht? Da­für ge­be ich al­les.

Gab es schon ei­ne per­sön­li­che Be­geg­nung mit An­ce­lot­ti?

Noch nicht. Ge­se­hen ha­be ich ihn schon. Hier wird ei­gent­lich im­mer gleich­zei­tig mit der Ers­ten trai­niert. So kommt ein re­gel­mä­ßi­ger

Aus­tausch zu­stan­de. Na ja, und wenn zum Bei­spiel Län­der­spiel­pau­se ist, wird bei Spie­len nach oben hin auf­ge­stockt. Viel­leicht be­kom­me ich mei­ne Chan­ce.

Ha­ben Sie den VfL jetzt kom­plett ab­ge­hakt?

Nein. Ich ver­fol­ge den Weg na­tür­lich wei­ter. Das Spiel ge­gen Hal­le ha­be ich im In­ter­net ge­se­hen. Für ei­nen rich­ti­gen Ab­schied von der Mann­schaft war lei­der noch kei­ne Zeit, weil ich ziem­lich kurz­fris­tig nach Mün­chen flie­gen muss­te. Der Ab­schied wird auf je­den Fall nach­ge­holt.

Aktuelles zum VfL fin­den Sie im In­ter­net auf www.noz.de/vfl

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