„Kann schon mit den Gro­ßen spie­len“

Alex­an­der Zverev ist nach sei­nem vier­ten Ti­tel 2017 für die US Open gerüstet

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Alex­an­der Zverev be­ein­druckt wei­ter mit sei­nen Auf­trit­ten auf der Ten­nisTour. In Wa­shing­ton ge­wann der 20-Jäh­ri­ge sei­nen vier­ten Ti­tel in 2017 – und will mit sei­nem neu­en Coach nun auch in New York Er­fol­ge feiern.

Von Kris­ti­na Puck

Mit ge­schlos­se­nen Augen küss­te Alex­an­der Zverev den glä­ser­nen Po­kal, der frü­he­re Top­spie­ler Juan Car­los Fer­re­ro strahl­te ne­ben Zverevs El­tern und dem klei­nen Hund der Fa­mi­lie auf der Tri­bü­ne. Die wuch­ti­ge Tro­phäe muss­te der 20-Jäh­ri­ge wäh­rend der Sie­ges­re­de ab­stel­len, sie wur­de ihm schlicht zu schwer. Auf dem Platz war dem Ham­bur­ger da­ge­gen zu­vor nichts zu schwer­ge­fal­len: Mit dem Tur­nier­sieg in Wa­shing­ton fei­er­te Zverev ei­nen per­fek­ten Ein­stand der Zu­sam­men­ar­beit mit Fer­re­ro – und das soll erst der An­fang sein.

„Bei den Grand-Slam-Tur­nie­ren wei­ter­zu­kom­men ist na­tür­lich mein nächs­tes Ziel“, kün­dig­te Zverev selbst­be­wusst an. „Ich ha­be ge­zeigt, dass ich mit den Gro­ßen schon in die­sem Jahr mit­spie­len kann und nicht erst in der Zu­kunft.“

Sou­ve­rän mit 6:4, 6:4 hat­te sich der Welt­rang­lis­ten-Ach­te ge­gen den Süd­afri­ka­ner Ke­vin An­der­son durch­ge­setzt und sich an ei­nem aus deut­scher Sicht er­folg­rei­chen Wo­che­n­en­de eben­so wie Phil­ipp Kohl­schrei­ber in Kitz­bü­hel in die Sie­ger­lis­ten ein­ge­tra­gen. Über ei­nen ge­lun­ge­nen Auf­tritt zu Be­ginn der Hart­platz-Sai­son durf­te sich auch Ju­lia Gör­ges trotz des 6:3, 6:7 (2:7), 0:6 im End­spiel von Wa­shing­ton ge­gen Alex­an­der Zverev

die Rus­sin Je­ka­te­ri­na Ma­ka­ro­wa freu­en.

Es ist aber vor al­lem Deutsch­lands bes­ter Ten­nis­Pro­fi Zverev, der Hoff­nun­gen für die US Open weckt. Ten­nis-Le­gen­de Bo­ris Be­cker gra­tu­lier­te spon­tan zum vier­ten Ti­tel in die­sem Jahr nach Mün­chen, Mont­pel­lier und Rom und sag­te vor­aus: „Wei­te­re wer­den fol­gen.“

Schon beim Mas­ters-Tur­nier in Mon­tre­al in die­ser Wo­che? Und wie weit kann es für den jün­ge­ren Zverev-Bru­der bei den US Open ge­hen, die am 28. Au­gust in New York be­gin­nen? Sein Ach­tel­fi­nal­ein­zug in Wim­ble­don ist bis­lang sein bes­tes Re­sul­tat bei den Grand-Slam-Tur­nie­ren. Genau für die­se wich­tigs­ten Mo­men­te im Ten­nis hat Zverev den Spa­nier Fer­re­ro als Im­puls­ge­ber in sein Trai­ner­team ge­holt. „Es hät­te kei­nen bes­se­ren Start ge­ben kön­nen“, sag­te Zverev. „Ich hof­fe, es kom­men noch ein paar Ti­tel und ge­mein­sa­me Jah­re da­zu.“

In Mon­tre­al ist das Topta­lent an Po­si­ti­on vier ge­setzt. Ge­ne­rell schei­nen Zverevs Chan­cen für die an­ste­hen­den Hart­platz-Events aus­sichts­reich. Zu­mal die ehe­ma­li­ge Num­mer eins No­vak Djo­ko­vic eben­so wie US-Open-Sie­ger Stan Wa­wrin­ka die Sai­son vor­zei­tig be­en­det hat. Und der Welt­rang­lis­ten-Ers­te An­dy Mur­ray ver­letzt pau­siert.

Zverevs im­po­san­te Auf­schlä­ge und sein druck­vol­les Grund­li­ni­en­spiel pas­sen zum Hart­platz, Fer­re­ro will ihm auch men­tal wei­ter­hel­fen. Der Youngs­ter ist im­pul­siv und lebt sei­ne Ge­füh­le auf dem Platz aus. „Er ist noch jung und muss er­wach­sen wer­den. Er muss ler­nen, sei­ne Ge­füh­le zu kon­trol­lie­ren“, sag­te Fer­re­ro und zeig­te sich über­rascht von Zverevs Fit­ness: „Wenn du ihn im Fern­se­hen siehst, sieht er sehr dünn aus. Es hat mich über­rascht, wie stark er ist.“

Auf Platz acht der Welt­rang­lis­te hat sich Zverev vor­ge­ar­bei­tet. In der Rang­lis­te mit den Er­geb­nis­sen die­ses Jah­res klet­ter­te er am Mon­tag auf Platz vier – und wä­re da­mit si­cher für die ATP World Tour Fi­nals der acht bes­ten Spie­ler der Sai­son in Lon­don qua­li­fi­ziert.

Fo­to: AFP

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.