„Kun­den“wird der Ab­trans­port von Wert­sa­chen an­ge­droht

Ver­brau­cher­zen­tra­le Os­na­brück warnt vor Abo­fal­le-Ab­zo­cke mit In­ter­net-Rou­ten­pla­ner

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Os­na­brü­cker Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt vor dem Ge­schäfts­ge­ba­ren ei­ner Fir­ma, die im In­ter­net Rou­ten­pla­ner­diens­te an­bie­tet. Im Um­lauf ist mo­men­tan ei­ne Mail, die Ver­brau­chern die Pfän­dung ih­rer Wert­ge­gen­stän­de an­droht.

Kon­kret geht es um Mails, die in die­sem Ta­gen vom In­kas­so­dienst Di­gi­tal Works Gm­bH auch in der Re­gi­on Os­na­brück ver­schickt wur­den. Die Emp­fän­ger hat­ten sich auf der Sei­te maps-24rou­ten­pla­ner.com re­gis­triert, um sich dort Fahrt­rou­ten er­stel­len zu las­sen – ei­ne Di­enst­leis­tung, die es im In­ter­net viel­fach kos­ten­los gibt. Der An­bie­ter stellt sei­nen „Kun­den“für die Rou­ten­be­rech­nung je­doch min­des­tens 500 Eu­ro für ei­nen an­geb­li­chen Zwei­jah­res­ver­trag in Rech­nung.

In der Mail, die in Tei­len un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt, wird den Adres­sa­ten an­ge­droht, ein In­kas­so-Team wer­de sie zwecks Pfän­dung von Wert­ge­gen­stän­den an ih­rem Wohn­ort be­su­chen. Wei­ter heißt es, Ge­gen­stän­de wür­den ent­we­der mit dem Klein­trans­por­ter oder ei­ner Spe­di­ti­on ab­trans­por­tiert. Soll­te nie­mand zu Hau­se sein, wer­de ein Schlüs­sel­dienst be­auf­tragt. Die Mehr­kos­ten da­für wür­den zu­sätz­lich in Rech­nung ge­stellt und bei Wi­der­stand die Po­li­zei hin­zu­ge­zo­gen. Wer un­ver­züg­lich den of­fe­nen Be­trag in Hö­he von 750 Eu­ro zah­le, kön­ne die­se Maß­nah­men ab­wen­den.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt da­vor, den Dro­hun­gen nach­zu­ge­ben: We­der ge­be es ei­nen er­wirk­ten Voll­stre­ckungs­ti­tel, noch sei die Zwangs­voll­stre­ckung recht­lich halt­bar. „Nie­mand muss be­fürch­ten, dass ein ,In­kas­so Team‘ vor der Haus­tür steht oder bei Ab­we­sen­heit die Woh­nung aus­räumt“, sagt Pe­tra Borg­mann von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Os­na­brück.

Zah­len sol­len die An­ge­schrie­be­nen üb­ri­gens nicht per Über­wei­sung, son­dern via Ama­zon-Gut­schein. Hier rät Kath­rin Kör­ber, Ju­ris­tin bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le, eben­falls zur Vor­sicht: „Die­ser Zah­lungs­weg ist zwar nicht per se un­ge­wöhn­lich. Die Me­tho­de ist aber sehr ge­eig­net, Leu­te ab­zu­zo­cken.“Wenn der Zah­lungs­vor­gang erst ein­mal ab­ge­schlos­sen wur­de, sei es sehr schwer, die Hin­ter­män­ner zu iden­ti­fi­zie­ren.

Die Di­gi­tal Works Gm­bH, die nicht im Han­dels­re­gis­ter ver­zeich­net und auch nicht an der im Im­pres­sum an­ge­ge­be­nen Adres­se er­reich­bar ist, ist nach Re­cher­chen un­se­rer Re­dak­ti­on kei­ne Un­be­kann­te: Un­ter an­de­rem Na­men ha­ben die Hin­ter­män­ner schon mit ähn­li­chen Abo­fal­len Ver­brau­cher in die Ir­re ge­führt.

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