Da werd ich zum Honk

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - S.lued­de­mann@noz.de

BVon Ste­fan Lüd­de­mann evor ich mich bei Fa­ke News ver­pei­le, zie­he ich lie­ber die Hoo­die-Ka­pu­ze über und be­trei­be Ur­ban Gar­de­ning, da­mit ich mich mei­ner Wor­kLi­fe-Ba­lan­ce nicht ent­freun­de. Al­les kru­der Sze­ne-Sprech? Nein, Wör­ter von Hoo­die bis ver­pei­len ste­hen in der neu­en Aus­ga­be des Du­den. Mo­de­wör­ter avan­cie­ren so zum ko­di­fi­zier­ten Sprach­be­stand. Aber kön­nen Nut­zer das so ein­fach li­ken – um wei­ter mit dem neu­en Du­den zu spre­chen?

Die Du­den­re­dak­ti­on be­ob­ach­tet, wie sich die le­ben­di­ge Spra­che ent­wi­ckelt. Je­de neue Aus­ga­be des Wör­ter­bu­ches lie­fert ei­ne Mo­ment­auf­nah­me die­ses Pro­zes­ses. Aber reicht das? Nicht wirk­lich. War­um ste­hen Mo­de­wör­ter wie Fle­xi­ta­ri­er oder Low Carb im Du­den? Be­grif­fe für flüch­ti­ge Er­näh­rungs­mo­den ha­ben in dem Wör­ter­buch ei­gent­lich nichts ver­lo­ren.

Wer auf ei­nen Schlag gleich 5000 neue Wör­ter in den Du­den be­för­dert, er­weckt den Ein­druck, dass Mar­ke­ting wich­ti­ger ist als ein nach­voll­zieh­ba­rer Sprach­stan­dard. Ge­fühl für Zeit­geist ist gut, Mut zur kri­ti­schen Sich­tung ist noch bes­ser, wenn es um gutes Deutsch für al­le geht. Oder frei nach dem neu­en Du­den: Wer nur noch sol­chen Tüd­del­kram wie pi­xe­lig, face­boo­ken und ru­mei­ern liest, wird am En­de noch zum Honk.

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