Kin­der mö­gen’s auch klas­sisch

Stu­die: Le­sen von Bü­chern und Fern­se­hen bei Kin­dern ähn­lich be­liebt wie In­ter­net Trotz der di­gi­ta­len Kon­kur­renz durch Smart­pho­nes, Youtu­be und Spiel­kon­so­len le­sen vie­le Kin­der in Deutsch­land noch ganz klas­sisch Ge­druck­tes und schau­en Fern­se­hen.

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Wal­traud Mess­mann

OS­NA­BRÜCK. Fern­se­hen und das Le­sen von Bü­chern und Zeit­schrif­ten sind bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen ähn­lich be­liebt wie In­ter­net und Apps. Das ist das Er­geb­nis ei­ner Um­fra­ge, die von sechs Ver­la­gen in Auf­trag ge­ge­ben wur­de.

Ma­ya Götz, Lei­te­rin des In­ter­na­tio­na­len Zen­tral­in­sti­tuts für das Ju­gend- und Bil­dungs­fern­se­hen (IZI), führt die an­hal­ten­de Be­liebt­heit klas­si­scher Me­di­en in Deutsch­land un­ter an­de­rem dar­auf zu­rück, dass El­tern bei uns ins­ge­samt eher me­di­en­kri­tisch ein­ge­stellt sei­en. „Das Le­sen von Bü­chern und Zeit­schrif­ten wird bei uns aber als bil­dungs­nah an­ge­se­hen“,

be­tont Götz im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. In Län­dern wie Groß­bri­tan­ni­en und den USA sei man we­ni­ger me­di­en­kri­tisch.

Laut der am Di­ens­tag in Ber­lin vor­ge­stell­ten Kin­der-Me­di­en-Stu­die

2017 schau­en 93 Pro­zent der Vier- bis Fünf­jäh­ri­gen mehr­mals pro Wo­che fern, bei den Zehn- bis 13-Jäh­ri­gen sind es 97 Pro­zent. 61 Pro­zent der Sechs- bis 13Jäh­ri­gen le­sen mehr­mals pro Wo­che in Bü­chern. Eben­so vie­le sur­fen im In­ter­net und nut­zen Apps. Et­wa die Hälf­te liest Kin­der­zeit­schrif­ten und Co­mics. Nur et­wa je­der Drit­te (34 Pro­zent) nutzt di­gi­ta­le An­ge­bo­te wie Youtu­be.

Nach An­sicht von Götz wird auch für Kin­der und Ju­gend­li­che das Han­dy aber im­mer wich­ti­ger. Die­se Al­ters­grup­pe nut­ze das Smart­pho­ne aber in ers­ter Li­nie zur Kom­mu­ni­ka­ti­on und zum Über­brü­cken von Lan­ge­wei­le. „Es er­setzt al­so nicht an­de­re Me­di­en, son­dern ad­diert sich da­zu“, be­tont die Ex­per­tin. Ähn­li­ches gel­te für das Ta­blet, das be­vor­zugt zum Spie­len ge­nutzt wer­de. „Auch das Ta­blet über­nimmt al­so nicht die Funk­tio­nen von TV und Zeit­schrif­ten.“

Die Be­liebt­heit klas­si­scher Me­di­en führt Götz auch dar­auf zu­rück, dass es in Deutsch­land „ei­ne brei­te Viel­falt an qua­li­täts­vol­len An­ge­bo­ten gibt“. Das Fern­se­hen und auch die Zeit­schrif­ten zum Bei­spiel in den USA sei­en deut­lich we­ni­ger viel­fäl­tig und qua­li­täts­ori­en­tiert. Ab­ge­fragt wur­de auch die Hö­he des Ta­schen­gel­des. Dem­nach be­kom­men Jun­gen mehr Geld.

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