Kein Schreck­ge­spenst

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Wal­traud Mess­mann w.mess­mann@noz.de

Die Er­geb­nis­se der Stu­die zur Me­di­en­nut­zung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen sind ein In­diz da­für, dass di­gi­ta­le Me­di­en und Print­me­di­en durch­aus ne­ben­ein­an­der exis­tie­ren kön­nen. Denn ob­wohl die un­ter­such­ten Al­ters­grup­pen zu der Ge­ne­ra­ti­on der Di­gi­tal Na­ti­ves zäh­len, die mit Smart­pho­ne, Lap­top und App auf­ge­wach­sen sind, ha­ben sie die Lust am ge­druck­ten Wort in Bü­chern, Ma­ga­zi­nen und Zeit­schrif­ten nicht ver­lo­ren.

Von ei­nem lang­sa­men Ster­ben des Ge­druck­ten durch das Di­gi­ta­le kann al­so

nicht die Rede sein. Und das ist auch gut so. Denn bei­de Le­se­for­men sind wich­tig: Die Nut­zer di­gi­ta­ler Me­di­en wol­len vor al­lem mög­lichst schnell vie­le In­for­ma­tio­nen ver­ar­bei­ten, E-Mails che­cken und die Nach­rich­ten auf ih­rer Face­book-Sei­te. Die Auf­merk­sam­keits­span­nen sind sehr kurz.

Bü­cher, Ma­ga­zi­ne und Zei­tun­gen da­ge­gen bie­ten Nut­zern die Chan­ce, ver­tieft zu le­sen. Sie kön­nen sich län­ger auf Wör­ter, Sät­ze und Zu­sam­men­hän­ge kon­zen­trie­ren, Tex­te auch kri­tisch hin­ter­fra­gen.

Vor ei­ni­gen Jah­ren sorg­te das Schreck­ge­spenst der „di­gi­ta­len De­menz“für Auf­re­gung. Ei­ni­ge Wis­sen­schaft­ler be­fürch­te­ten, dass die Neu­en Me­di­en un­se­re Hirn­leis­tung im ne­ga­ti­ven Sin­ne ver­än­dern. Noch deu­tet aber vie­les dar­auf hin, dass bei­de Le­se­for­men nicht nur er­hal­ten blei­ben, son­dern sich so­gar sinn­voll er­gän­zen.

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