Fi­pro­nil-Eier: Es bleibt bei vier Be­trie­ben

Nie­der­sach­sen gibt Ent­war­nung – Grü­ne for­dern bes­se­re Über­wa­chung in Deutsch­land und EU

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Es bleibt da­bei: Vier Le­ge­hen­nen­be­trie­be in Deutsch­land sind vom Fi­pro­nil-Skan­dal be­trof­fen. Un­klar ist wei­ter die La­ge bei ei­hal­ti­gen Le­bens­mit­teln.

Von Dirk Fis­ser und Klaus Wie­sche­mey­er Die Fi­pro­nil-Un­ter­su­chun­gen in Deutsch­lands größ­tem Eier-Er­zeu­ger Land Nie­der­sach­sen ha­ben kei­ne wei­te­ren be­trof­fe­nen Be­trie­be ans Ta­ges­licht ge­bracht. Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er (Grü­ne) gab am Di­ens­tag Ent­war­nung. Er sprach von ei­nem „guten Zei­chen“. Es bleibt da­mit bei vier Hö­fen und ins­ge­samt 130 000 Le­ge­hen­nen. Aus den vier Be­trie­ben ge­lang­ten laut Mi­nis­ter rund 16 Mil­lio­nen Eier in den Han­del und wur­den im Inund Aus­land ver­kauft. Zu­sätz­lich ge­lang­ten wei­te­re zehn Mil­lio­nen be­las­te­te Eier aus den Nie­der­lan­den auf den deut­schen Markt.

Un­ter­su­chun­gen zu mög­li­chen Be­las­tun­gen von Le­bens­mit­teln mit Ei-An­teil dau­ern noch an. Die Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­ti­on Food­watch hat die Be­hör­den in Bund und Län­dern dies­be­züg­lich auf­ge­for­dert, Pro­duk­te und Un­ter­neh­men öf­fent­lich zu be­nen­nen, die Fi­pro­nil-be­las­te­te Eier ver­ar­bei­tet ha­ben. Food­watch-Le­bens­mit­tel­han­de­l­ex­per­tin Lea Blan­ken sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on: „Es muss dies­mal an­ders lau­fen als noch beim Pfer­de­fleisch­skan­dal, als die Län­der­be­hör­den ih­re Tes­t­er­geb­nis­se nur an­onym ver­öf­fent­licht und die Pro­dukt­na­men von Le­bens­mit­teln ver­schwie­gen ha­ben, in de­nen sie nicht de­kla­rier­tes Pfer­de­fleisch nach­ge­wie­sen hat­ten.“Mit dem In­sek­ten­gift ver­un­rei­nig­te Wa­re müs­se zum Schutz der Ver­brau­cher na­ment­lich be­nannt und von den Her­stel­lern öf­fent­lich zu­rück­ge­ru­fen wer­den. „Not­falls auf Grund­la­ge ei­ner be­hörd­li­chen An­ord­nung“, sag­te Blan­ken.

Die Le­bens­mit­tel­kon­trol­len las­sen nach An­sicht der Grü­nen in­des zu viel Spiel­raum für Skan­da­le wie jetzt beim Fi­pro­nil. Un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te die Spit­zen­kan­di­da­tin der Grü­nen zur Bun­des­tags­wahl Ka­trin Gö­ring-Eckardt: „Wir brau­chen ein eng­ma­schi­ge­res Kon­troll­netz in Deutsch­land und der ge­sam­ten EU. Mit dem Hin- und Her­schie­ben der Ver­ant­wort­lich­kei­ten muss Schluss sein.“Die Frak­ti­ons­che­fin der Grü­nen im Bun­des­tag for­der­te die Bun­des­re­gie­rung hier zum Han­deln auf. „Als Ver­brau­che­rin füh­le ich mich von un­se­rem Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Schmidt, aber auch von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Grö­he al­lein­ge­las­sen. Das muss sich schnell än­dern“, sag­te Gö­rin­gEckardt.

Nie­der­sach­sens Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wen­zel (Grü­ne) for­der­te, das In­sek­ti­zid Fi­pro­nil we­gen sei­ner un­be­kann­ten Lang­zeit­wir­kung vom Markt zu neh­men. Die Ri­si­ko­ana­ly­se müs­se ver­schärft wer­den. „Ich bin der Mei­nung, dass der Stoff vom Markt ge­nom­men wer­den soll.“

Die nie­der­län­di­sche Le­bens­mit­tel­über­wa­chung hat un­ter­des­sen auch mit der Kon­trol­le von Hüh­ner­fleisch auf mög­li­che Fi­pro­nil­be­las­tung be­gon­nen. Von den Kon­trol­len sei­en nur sehr we­ni­ge Be­trie­be be­trof­fen, die so­wohl Eier als auch Fleisch pro­du­zier­ten, sag­te ein Spre­cher der Über­wa­chungs­be­hör­de. Sol­che Misch­be­trie­be gibt es so­wohl in den Nie­der­lan­den als auch Deutsch­land kaum. Der rei­ne Mast­be­reich ist in kei­nem der Län­der vom Skan­dal um das Laus­be­kämp­fungs­mit­tel be­trof­fen.

Will mehr Kon­trol­len: Ka­trin Gö­ring-Eckardt. Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.