Chi­ca­go for­dert Trump her­aus

Kla­ge we­gen Ein­wan­de­rungs­po­li­tik

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die US-Me­tro­po­le Chi­ca­go wehrt sich ge­gen die an­ge­droh­te Kür­zung von Bun­des­mit­teln, wenn sie bei der il­le­ga­len Ein­wan­de­rung nicht mit Wa­shing­ton ko­ope­riert.

CHI­CA­GO. Im Streit um die Ein­wan­de­rungs­po­li­tik von US-Prä­si­dent Do­nald Trump geht die Stadt Chi­ca­go nun ge­richt­lich ge­gen die Re­gie­rung vor. Der de­mo­kra­ti­sche Bür­ger­meis­ter Rahm Ema­nu­el wehrt sich da­mit ge­gen die an­ge­droh­te Kür­zung von Bun­des­mit­teln, wenn ei­ne so­ge­nann­te „Sanc­tua­ry Ci­ty“(Zufluchts­stadt) bei der Be­kämp­fung von il­le­ga­ler Ein­wan­de­rung nicht wie von Wa­shing­ton ge­wünscht mit den Bun­des­be­hör­den ko­ope­riert.

Es ist die ers­te Kla­ge die­ser Art und ein wei­te­rer Schritt im Rechts­streit zwi­schen der Trump-Re­gie­rung und je­nen Städ­ten und Be­zir­ken, die sich wei­gern, sei­ne Ein­wan­de­rungs­po­li­tik zu un­ter­stüt­zen. Mi­gra­ti­ons­freund­li­che Metropolen wie Chi­ca­go, New York oder Los An­ge­les wei­gern sich, mit den Bun­des­be­hör­den zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, um il­le­ga­le Ein­wan­de­rer zu fin­den und fest­zu­neh­men. Ih­nen droht die Bun­des­re­gie­rung, ab Sep­tem­ber die Zu­schüs­se zur Aus­stat­tung der Po­li­zei zu strei­chen. Im ver­gan­ge­nen Jahr er­hielt Chi­ca­go rund 2,3 Mil­lio­nen Dol­lar zum Kauf von Po­li­zei­au­tos, Com­pu­tern und Ta­ser-Pis­to­len.

Die Trump-Re­gie­rung hat die Gel­der nun dar­an ge­knüpft, dass die Stadt um­fas­send mit den Bun­des­be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­tet. Die von Sep­tem­ber an gel­ten­den Re­geln des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums se­hen vor, dass lo­ka­le Be­hör­den den Ein­wan­de­rungs­be­hör­den des Bun­des frei­en Zu­gang zu ih­ren Ge­fäng­nis­sen ge­wäh­ren müs­sen. Zu­dem sol­len sie die­se 48 St­un­den im Vor­aus in­for­mie­ren, wenn sie ei­nen auch we­gen Ein­wan­de­rungs­ver­ge­hen ge­such­ten Häft­ling frei­las­sen wol­len. Dies ma­che die Ge­fäng­nis­se de fac­to zu Bun­des­ein­rich­tun­gen und ver­let­ze die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te der Häft­lin­ge, heißt es in der Kla­ge­schrift.

Ses­si­ons keilt zu­rück

US-Jus­tiz­mi­nis­ter Jeff Ses­si­ons, der in der Kla­ge na­ment­lich ge­nannt ist, kri­ti­sier­te das Vor­ge­hen Chi­ca­gos scharf – und ver­wies auf die ho­he Mor­d­ra­te in der Me­tro­po­le im Bun­des­staat Il­li­nois. Bür­ger­meis­ter Ema­nu­el sei dies of­fen­bar we­ni­ger wich­tig als der Schutz il­le­ga­ler Ein­wan­de­rer, er­klär­te Ses­si­ons. Die Bun­des­re­gie­rung wer­de nicht wei­ter an Städ­te zah­len, die „stolz ge­gen die Herr­schaft des Ge­set­zes ver­sto­ßen und kri­mi­nel­le Aus­län­der auf Kos­ten der öf­fent­li­chen Si­cher­heit schüt­zen“. Tat­säch­lich weist auch Chi­ca­go be­reits heu­te straf­fäl­lig ge­wor­de­ne il­le­ga­le Ein­wan­de­rer aus.

Ema­nu­el sprach von ei­ner kon­tra­pro­duk­ti­ven Politik Wa­shing­tons. „Wir wer­den im­mer ei­ne Stadt sein, die Men­schen will­kom­men heißt“, sag­te er. Die ört­li­che Po­li­zei sei zu­dem auf die Zu­sam­men­ar­beit und das Ver­trau­en der Ein­wan­de­rer-Ge­mein­schaf­ten an­ge­wie­sen. Wenn Wa­shing­ton die Stadt zwin­ge, ih­re „Wer­te“auf­zu­ge­ben, „wür­de das letzt­lich un­se­re Si­cher­heits­po­li­tik un­ter­gra­ben“.

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