Al­te Ängs­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt mh.schmidt@noz.de

Ke­nia, ein Traum­ziel für Tou­ris­ten: schnee­wei­ße Strän­de, Na­tio­nal­parks, Re­gen­wäl­der, Wüs­ten, die Big Fi­ve Löwe, Ele­fant, Nas­horn, Büf­fel und Leo­pard. Doch seit die Al-Sha­ba­ab-Mi­li­zen 2013 ein Ge­met­zel in ei­nem Ein­kaufs­zen­trum von Nairobi an­rich­te­ten, mei­den vie­le das Land. Die Angst ist be­grün­det: Im Os­ten grenzt Ke­nia an das Bür­ger­kriegs­land So­ma­lia, und je mehr sich Ke­ni­as Ar­mee dort en­ga­giert, des­to grö­ßer ist die Ge­fahr blu­ti­ger Ra­che­ak­te.

Hin­zu kommt die Kor­rup­ti­on, die das Land zer­mürbt. Laut ei­ner Sta­tis­tik be­zahlt

je­der Ke­nia­ner 16-mal pro Tag Schmier­geld, zum Bei­spiel an Po­li­zis­ten. Si­che­rer wird es da­durch nicht, erst recht nicht für die 44 Pro­zent der Ein­woh­ner, die als arm gel­ten. Da­bei wächst die Wirtschaft. Doch wie so oft pro­fi­tie­ren nur we­ni­ge.

Den­noch: Das Land, in dem mehr als 40 Volks­grup­pen le­ben, gilt als ver­gleichs­wei­se sta­bil im un­ru­hi­gen Os­ten Afri­kas. Das ist auch Prä­si­dent Uhu­ru Ke­nyat­ta zu ver­dan­ken, der sich nun mit sei­nem Ri­va­len Rai­la Odin­ga ein dra­ma­ti­sches Kopf-an-Kopf-Ren­nen ums Prä­si­den­ten­amt lie­fert.

Das schürt al­te Ängs­te: Mit Grau­en er­in­nern sich vie­le an die Ge­walt­ex­zes­se nach dem knap­pen Wahl­aus­gang 2007. Lo­bens­wert, dass so­wohl Ke­nyat­ta als auch Odin­ga für ei­ne fried­li­che Wahl ge­wor­ben ha­ben. Auch ha­ben bei­de ver­spro­chen, die Kor­rup­ti­on zu be­kämp­fen. Was die­se Wor­te wert sind, wird sich zei­gen.

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