Star­kes ers­tes Ex­port-Halb­jahr

Plus von mehr als sechs Pro­zent – Dämp­fer im Ju­ni

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Deutsch­lands Ex­por­teu­re glän­zen mit ei­nem star­ken ers­ten Halb­jahr – trotz ei­ner Del­le im Ju­ni. Die Ex­port­stär­ke sorgt al­ler­dings vor al­lem in den USA für Är­ger. Die Ent­wick­lung in Chi­na könn­te Kri­ti­ker da­ge­gen erst mal be­ru­hi­gen.

WIES­BA­DEN. Die Er­ho­lung der Welt­kon­junk­tur treibt Deutsch­lands Ex­port­wirt­schaft kräf­tig an. Trotz ei­nes Schwä­che­an­falls im Ju­ni lie­fer­ten die Un­ter­neh­men in den ers­ten sechs Mo­na­ten Wa­ren im Ge­samt­wert von 638,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ins Aus­land. Das wa­ren 6,1 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Di­ens­tag in Wies­ba­den mit­teil­te. Im ers­ten Halb­jahr 2016 war das Plus noch deut­lich ge­rin­ger aus­ge­fal­len.

„Der deutsche Au­ßen­han­del hat im ers­ten Halb­jahr trotz der vie­len pro­tek­tio­nis­ti­schen Ten­den­zen welt­weit stark ab­ge­schlos­sen“, er­klär­te An­ton Bör­ner, Prä­si­dent des Bran­chen­ver­ban­des BGA. „Den ne­ga­ti­ven Vor­mo­nats­ver­gleich hal­ten wir da­bei für ver­nach­läs­sig­bar.“

Ge­gen­über dem star­ken Vor­mo­nat san­ken die Ex­por­te im Ju­ni sai­son­be­rei­nigt um 2,8 Pro­zent. Im Jah­res­ver­gleich gab es aber im­mer noch ein Plus von 0,7 Pro­zent auf 107,2 Mil­li­ar­den Eu­ro. Auch die Im­por­te schwä­chel­ten im Ju­ni. In den ers­ten sechs Mo­na­ten leg­ten die Ein­fuh­ren trotz­dem aber um 9,2 Pro­zent auf 516,0 Mil­li­ar­den Eu­ro zu und da­mit stär­ker als die Ex­por­te.

Aus­schlag­ge­bend für den Ju­ni-Dämp­fer bei den Aus­fuh­ren war ein schwa­cher Han­del mit Staa­ten au­ßer­halb der EU, zu de­nen auch die USA zäh­len. Ge­naue Da­ten zu ein­zel­nen Län­dern lie­gen al­ler­dings erst in ei­ni­gen Wo­chen vor.

Deutsch­lands Ex­port­stär­ke sorgt vor al­lem bei US-Prä­si­dent Do­nald Trump im­mer wie­der für Kri­tik. Eu­ro­pas größ­te Volks­wirt­schaft führt ge­ne­rell mehr aus, als sie ein­führt. Für Ju­ni er­gab sich ins­ge­samt ein Über­schuss in der deut­schen Han­dels­bi­lanz von 22,3 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Trump, der Frei­han­del skep­tisch ge­gen­über­steht, sieht ei­ne Be­nach­tei­li­gung sei­nes Lan­des, weil er die im­por­tier­ten Wa­ren lie­ber in den USA her­ge­stellt sä­he.

Der deut­schen Ex­port­wirt­schaft be­rei­ten pro­tek­tio­nis­ti­sche Tö­ne Sor­gen. „Da­mit sich der Au­ßen­han­del als ei­ne Säu­le der deut­schen Wirtschaft auch wei­ter­hin so po­si­tiv ent­wi­ckelt, ist es not­wen­dig, mit un­se­ren gleich­ge­sinn­ten Part­nern ge­gen den Pro­tek­tio­nis­mus an­zu­kämp­fen“, mahn­te Bör­ner.

Star­ker Eu­ro als Ri­si­ko?

Ein wei­te­res Ri­si­ko könn­te auch der in­zwi­schen stär­ke­re Eu­ro sein, der Wa­ren „Ma­de in Ger­ma­ny“au­ßer­halb des ge­mein­sa­men Wäh­rungs­rau­mes ver­teu­ert. Für das lau­fen­de Jahr trau­te der BGA dem Ex­port zu­letzt ei­nen An­stieg von bis zu 2,5 Pro­zent auf ei­nen Re­kord­wert von 1,24 Bil­lio­nen Eu­ro zu.

Eben­falls im Vi­sier des US-Prä­si­den­ten ist Chi­na. Das lang­sa­me­re Ex­port­wachs­tum im Ju­li könn­te Pe­king im Kon­flikt mit den USA jetzt ei­ne leich­te Atem­pau­se be­sche­ren. Die Aus­fuh­ren in die größ­te Volks­wirt­schaft der Welt ver­lang­sam­ten sich deut­lich, wäh­rend die Ein­fuh­ren an­zo­gen.

Der Über­schuss im Han­del mit den USA stieg nur noch um zwei Pro­zent auf 25 Mil­li­ar­den Dol­lar. Im Ju­ni war die­ser noch um 22 Pro­zent ge­klet­tert. Ei­ne der tra­gen­den Säu­len des Ex­ports:

der Maschinenbau. Fo­to: dpa

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