Men­ga: Das war ein gro­ßer Feh­ler in mei­nem Le­ben

Ex-VfL-Stür­mer sieht Zukunft in Os­na­brück – „Mein Wunsch: Vor der Ost­kur­ve um Ent­schul­di­gung bit­ten“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Von Ben­ja­min Kraus

Er freut sich auf heu­te Abend: Sei­ne al­ten Kol­le­gen auf dem Fuß­ball­feld her­aus­zu­for­dern, ih­nen wie den VfL-Fans zu zei­gen, dass man ihn zu früh in die Re­gio­nal­li­ga ge­hen ließ. Wer mit dem Neu-Reh­de­ner Ad­dy-Wa­ku Men­ga spricht, spürt aber auch ei­ne gro­ße Por­ti­on Weh­mut beim 33-Jäh­ri­gen.

„Wie mein Ab­gang beim VfL im Som­mer ge­lau­fen ist, hat mir weh­ge­tan“, sagt Men­ga, als er sei­ne zwei­te Ära in Os­na­brück Revue passieren lässt: Mit dem groß­ar­ti­gen Start, als er den Schwung als Re­gio­nal­li­ga-Tor­schüt­zen­kö­nig aus Ol­den­burg mit­nahm und bis zum Win­ter elf­mal in der 3. Li­ga traf. Aber auch mit dem un­be­frie­di­gen­den En­de, als er im drit­ten Jahr nur als Ein­wech­sel­spie­ler zum Zug kam – auch dann, als es bei der Mann­schaft nicht lief. „Ich hät­te mir ei­ne bes­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­wünscht. Dass man mir mei­net­we­gen auch ehr­lich sagt, es reicht nicht mehr für mich. Statt des­sen ist al­les ein­fach aus­ge­lau­fen. Und dann ist auch noch die­se dum­me Ge­schich­te pas­siert“, sagt Men­ga.

Und meint sei­ne Ver­wick­lung in die ver­such­te Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on ge­gen Pa­der­born vor dem letz­ten Spiel­tag, als er auf Drän­gen des Ex-Team­kol­le­gen To­bi­as Wil­lers bei Claas Ben­te an­ge­ru­fen hat: Phy­sio­the­ra­peut bei Bre­men II, da­mals SCP-Kon­kur­rent im Ab­stiegs­kampf. Men­ga bleibt da­bei: Er ha­be nie Geld für ei­ne gu­te Leis­tung des VfL ver­langt. „Aber da an­zu­ru­fen war ei­ner der größ­ten Feh­ler in mei­nem Le­ben. Ich ha­be das al­les nie ernst ge­nom­men – ei­ne gro­ße Dumm­heit.“

Sport­recht­lich ist für Men­ga die Sa­che er­le­digt: Er hat vier Li­ga­spie­le Sper­re und 1500 Eu­ro Stra­fe ak­zep­tiert. „Ich will das hin­ter mir las­sen, wie­der ein­fach Fuß­bal­ler sein“, sagt Men­ga. Den­noch ist da noch et­was, was dem 33-Jäh­ri­gen wich­tig ist. „Mir tut es rich­tig leid, dass der VfL auch we­gen mir in Ne­ga­ti­vSchlag­zei­len ge­ra­ten ist. Mein Wunsch ist: zu ei­nem Heim­spiel ins Sta­di­on zu ge­hen und vor der Ost­kur­ve die Fans um Ent­schul­di­gung zu bit­ten – gern zu­sam­men mit Marc Hei­der.“Der VfL-Ki­cker hat­te ei­ne ähn­li­che Rol­le wie Men­ga in dem Fall ge­spielt.

Os­na­brück wer­de stets sei­ne Hei­mat blei­ben, sagt Men­ga, der mit Frau und Sohn (7 Jah­re) wei­ter hier lebt und der­zeit im­mer vor­mit­tags dar­an ar­bei­tet, sein Abitur zu ma­chen. Nach­mit­tags geht es zum Trai­ning nach Reh­den, wo Men­ga für zwei Jah­re un­ter­schrie­ben hat. „Ich bin so­zu­sa­gen ge­ra­de in der 12. Klas­se“, lacht der 33-Jäh­ri­ge, be­vor er wie­der ernst wird: „Ich bin mit 16 Jah­ren aus dem Kon­go hier­her­ge­kom­men. Os­na­brück ist die Stadt, die mich emp­fan­gen und mir al­le Chan­cen ge­ge­ben hat. Der VfL ist im­mer mein Ver­ein, die Brü­cke mein Wohn­zim­mer“, so Men­ga. Gä­be es nach sei­ner ak­ti­ven Zeit ei­ne Auf­ga­be für ihn beim VfL, sei er be­reit, sagt der 33-Jäh­ri­ge.

Jetzt geht es aber erst ge­gen Li­la-Weiß. „Wir ge­nie­ßen das Spiel ein­fach“, sagt Men­ga. Sei­nem neu­en Trai­ner Wolf­gang Schüt­te und Ver­eins­boss Fried­rich Schil­ling be­schei­nigt er, nach ei­ner „vo­gel­wil­den letz­ten Sai­son“„gu­te Fuß­bal­ler, cha­rak­ter­lich ein­wand­freie Cha­rak­te­re“zu­sam­men­ge­holt zu ha­ben. „Beim VfL ist der Sai­son­start nicht so ge­lau­fen, wie man sich das vor­ge­stellt hat­te. Sie ha­ben Pro­ble­me – wir wol­len von Be­ginn an Pa­ro­li bie­ten“, so Men­ga.

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