Mit Freu­de und Leich­tig­keit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - Só­ley, „End­less Sum­mer“(Morr Mu­sic/In­di­go)

Lauscht man den zar­ten Kla­vier­ak­kor­den und dem ent­rück­ten Ge­sang auf „End­less Sum­mer“, man man kaum glau­ben, dass Só­ley mit ih­rem drit­ten Al­bum ei­nen Schritt Rich­tung Leich­tig­keit und Un­be­schwert­heit un­ter­nom­men hat. Wer die moll­schwe­ren Songs ih­rer frü­he­ren Wer­ke kennt, wird hier ent­spre­chend an­ge­nehm über­rascht. Üp­pi­ge Ar­ran­ge­ments, orches­tra­le Ele­men­te und ei­ne de­zen­te Fröh­lich­keit zeich­nen die acht Stü­cke aus, von de­nen schon das ers­te, das warm­her­zi­ge „Úa“, ei­ne Lie­bes­er­klä­rung an Só­leys Toch­ter ist. „Sing Wood to Si­lence“zeigt sich mit Claps und ge­schmei­di­gem Ar­ran­ge­ment, wäh­rend „Ne­ver cry Moon“mit Kla­ri­net­te, Po­sau­ne und Cel­lo viel Raum lässt. Die Nai­vi­tät ih­rer frü­he­ren Ar­bei­ten tauscht die Mu­si­ke­rin ge­gen Zu­ver­sicht und Si­cher­heit ein. Da ver­wan­deln sich selbst zö­ger­li­che und me­lan­cho­li­sche Ele­men­te in far­big er­blü­hen­de Klän­ge – oh­ne je zu viel zu wol­len. Zu­sam­men mit ih­rem Freund Al­bert Finn­bo­ga­son hat Só­ley die Pro­duk­ti­on sch­licht ge­hal­ten. In die­sem Wech­sel­spiel zwi­schen Opu­lenz und der Kon­zen­tra­ti­on auf We­sent­li­ches reiht sich die Mu­si­ke­rin sou­ve­rän zwi­schen Klas­sik und Pop in die Rie­ge von Künst­le­rin­nen wie Ag­nes Obel oder Ól­öf Ar­nalds ein.

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