Trump und Kim rüh­ren Kriegs­trom­mel

Auf­ru­fe zur Dee­s­ka­la­ti­on in Nord­ko­rea-Kri­se – CDU: US-Rhe­to­rik un­ge­schickt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Die Rhe­to­rik wird im­mer ag­gres­si­ver im Atom­streit zwi­schen Nord­ko­rea und den USA. Trump und Kim dro­hen sich ge­gen­sei­tig mit mi­li­tä­ri­scher Ge­walt.

SEO­UL/WASHINGTON. Im Krieg der Wor­te zwi­schen den USA und Nord­ko­rea hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump am Mitt­woch noch ein­mal nach­ge­legt. „Mein ers­ter Be­fehl als Prä­si­dent war, das nu­klea­re Ar­senal zu er­neu­ern und zu mo­der­ni­sie­ren“, schrieb Trump am Mitt­woch auf Twit­ter. „Jetzt ist es weit stär­ker und kraft­vol­ler als je­mals zu­vor.“

Tags zu­vor hat­te Trump Nord­ko­rea of­fen ge­droht: „Nord­ko­rea soll­te bes­ser kei­ne wei­te­ren Dro­hun­gen ge­gen die USA ma­chen. Ih­nen wird mit Feu­er und Wut be­geg­net wer­den, wie es die Welt nie­mals zu­vor ge­se­hen hat.“Pjöng­jang kon­ter­te die­se Äu­ße­run­gen Trumps mit der An­dro­hung ei­nes Ra­ke­ten­an­griffs auf das US-Über­see­ge­biet Guam im Pa­zi­fik. Die nord­ko­rea­ni­schen Streit­kräf­te zö­gen ei­ne sol­che Atta­cke „ernst­haft in Er­wä­gung“, mel­de­te die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur KCNA.

US-Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son ver­such­te am Mitt­woch auf dem Rück­flug von Malaysia, auf dem er ei­nen Tank­stopp auf Guam ein­leg­te, die Ge­mü­ter zu be­ru­hi­gen. Er glau­be nicht, dass es ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­dro­hung ge­be. Trump ha­be nur die nord­ko­rea­ni­sche Rhe­to­rik in glei­cher Spra­che be­ant­wor­ten wol­len.

Re­gie­run­gen in al­ler Welt, dar­un­ter die Bun­des­re­gie­rung in Berlin, die Füh­rung in Pe­king und Aus­tra­li­ens Re­gie­rung, mahn­ten al­le Be­tei­lig­ten zur Zu­rück­hal­tung. „Die La­ge ist wirk­lich ernst. Ein wei­te­res Sä­bel­ras­seln wird uns hier si­cher nicht wei­ter­hel­fen“, sag­te der Spre­cher von Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD), Mar­tin Schä­fer, am Mitt­woch in Berlin. Auch die Ak­ti­en­märk­te re­agier­ten be­un­ru­higt.

Der au­ßen­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/CSU-Frak­ti­on im Bun­des­tag, Jür­gen Hardt (CDU), hat die Eu­ro­pä­er auf­ge­for­dert, al­les da­für zu tun, um Chi­na bei der Lö­sung der Nord­ko­rea-Kri­se im Boot zu hal­ten. „Chi­na ist jetzt in der Pflicht, die Sank­tio­nen um­zu­set­zen Dik­ta­tor und zur Wirk­sam­keit zu ver­hel­fen. Ent­spre­chend soll­te Eu­ro­pa al­le di­plo­ma­ti­schen Mög­lich­kei­ten nut­zen, dar­auf hin­zu­wir­ken“, sag­te Hardt un­se­rer Re­dak­ti­on. Mit­tel­fris­ti­ges Ziel müs­se es sein, „Kim Jong Un von sei­nem ak­tu­el­len Irr­weg ab­zu­brin­gen. Dies kann rea­lis­ti­scher­wei­se nur auf mas­si­ven Druck der Ver­ein­ten Na­tio­nen und vor al­lem Chi­nas er­fol­gen.“Auch Pe­king ha­be kein In­ter­es­se an ei­nem ato­mar hoch­ge­rüs­te­ten Nach­barn Nord­ko­rea.

Die jüngs­ten Dro­hun­gen von Trump be­zeich­ne­te Hardt als „nach in­nen ge­rich­te­tes Si­gnal, das aber au­ßen­po­li­tisch we­der be­son­ders ge­schickt noch hilf­reich“sei, nach­dem doch die Ver­ein­ten Na­tio­nen erst so­eben ein­stim­mig neue Sank­tio­nen ge­gen das Re­gime in Nord­ko­rea ver­hängt hät­ten.

Nord­ko­reas Kim Jong Un. Fo­to: imago/Kyodo News

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