Stu­die: AfD-An­hän­ger ex­tre­mer als an­de­re

Ein­stel­lun­gen laut For­schern ein­sei­ti­ger als bei sons­ti­gen Par­tei­en – „Ge­sell­schaft­li­cher Wer­te­wan­del“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

AfD-An­hän­ger ha­ben ei­ner Stu­die zu­fol­ge in bei­na­he al­len po­li­ti­schen Sach­fra­gen ex­tre­me­re An­sich­ten als die An­hän­ger an­de­rer Par­tei­en. Selbst in der eu­ro­kri­ti­schen An­fangs­zeit spra­chen sich AfD-Sym­pa­thi­san­ten vor al­lem ge­gen Zu­wan­de­rung aus, wie ei­ne am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­te Stu­die des In­sti­tuts der deut­schen Wirtschaft Köln (IW) er­gab.

Die AfD-Füh­rung schei­ne die Ein­stel­lun­gen ih­rer Kli­en­tel zu­neh­mend in ihr Pro­gramm über­nom­men und per­so­nell nach­voll­zo­gen zu ha­ben, lau­te­te das Fa­zit der For­scher. In der Stu­die, die im „For­schungs­jour­nal So­zia­le Be­we­gun­gen“er­schien, un­ter­such­ten sie an­hand von Um­fra­gen die Ein­stel­lun­gen von AfD-An­hän­gern zu po­li­ti­schen Sach­fra­gen und die pro­gram­ma­ti­sche Ver­or­tung der Par­tei. In na­he­zu al­len po­li­ti­schen Fra­gen neh­men dem­nach die An­hän­ger der AfD je­weils die ex­trems­te Po­si­ti­on al­ler Wahl­be­rech­tig­ten ein. Sehr ein­sei­ti­ge An­sich­ten ver­tre­ten sie et­wa beim Ver­hält­nis zur Tür­kei, bei ei­nem stär­ke­ren En­ga­ge­ment Deutsch­lands bei in­ter­na­tio­na­len

Kri­sen, dem Si­cher­heits­ge­fühl oder der Fra­ge, ob Volks­ab­stim­mun­gen bes­se­re Ent­schei­dun­gen her­vor­brin­gen. Bei Letz­te­rem mei­nen 88 Pro­zent der AfD-Sym­pa­thi­san­ten, dass die Ent­schei­dun­gen so bes­ser wür­den, nur neun Pro­zent ver­nei­nen dies.

Nach ei­ner wei­te­ren Stu­die sind Ge­werk­schafts­mit­glie­der nicht we­ni­ger an­fäl­lig für rech­te Pa­ro­len als an­de­re Men­schen. Bei glei­cher Aus­gangs­la­ge ma­che es bei der Wahr­schein­lich­keit, AfD zu wäh­len, kei­nen Un­ter­schied, ob je­mand Ge­werk­schafts­mit­glied ist oder nicht. Dies geht aus ei­ner Stu­die der ge­werk­schafts­na­hen Han­sBöck­ler-Stif­tung her­vor, die am Mitt­woch in Berlin vor­ge­stellt wur­de. Wer sich aber in ei­ner Ge­werk­schaft ak­tiv en­ga­gie­re, nei­ge weit­aus sel­te­ner Rechts­po­pu­lis­ten zu.

Der Groß­teil der AfDWäh­ler ist der Stu­die zu­fol­ge zwar in der un­te­ren Mit­tel­schicht zu fin­den. Bei den Be­rufs­grup­pen sei­en Ar­bei­ter über­re­prä­sen­tiert. Al­ler­dings sei­en es kei­nes­falls nur die „so­zi­al Ab­ge­häng­ten“, die AfD wähl­ten. Auch Men­schen mit be­son­ders ho­hen Net­to­ein­kom­men wür­den im Ver­gleich zur obe­ren Mit­tel­schicht ei­ne er­höh­te Wahr­schein­lich­keit auf­wei­sen, AfD zu wäh­len oder es zu­min­dest in Be­tracht zu zie­hen.

Fo­to: dpa

AfD-Wäh­ler nei­gen laut ei­ner Stu­die zu Ex­trem­po­si­tio­nen in po­li­ti­schen Fra­gen.

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