Schluss mit Ent­schul­di­gun­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

Die De­bat­te um Fi­pro­nil­be­las­te­te Eier schwankt zwi­schen Hys­te­rie und Ba­ga­tel­li­sie­rung. Wor­um geht es ei­gent­lich? Es geht dar­um, dass ein In­sek­ti­zid in die Eier ge­ra­ten ist, das dort nicht hin­ein­ge­hört. Dass von der Do­sis kei­ne Le­bens­ge­fahr aus­geht, soll­te nicht zum Trug­schluss füh­ren, es sei al­les nur Pa­nik­ma­che. Mil­lio­nen­fach sind gift­be­las­te­te Eier in den Han­del ge­langt, oh­ne dass staat­li­che

oder pri­vat­wirt­schaft­li­che Warn­sys­te­me Alarm ge­schla­gen hät­ten.

Die Bot­schaft, die vom Skan­dal aus­geht: Der Ver­brau­cher kann sich nicht dar­auf ver­las­sen, dass das, was er ver­speist, ein­wand­frei ist. Eben weil er sich nicht dar­auf ver­las­sen kann, dass Wirtschaft und Staat ihn vor ver­un­rei­nig­ten Le­bens­mit­teln schüt­zen. Mal wie­der. Auch die EU hat in Sa­chen Le­bens­mit­tel­si­cher­heit ei­ne Für­sor­ge­pflicht ge­gen­über den Bür­gern. Wür­de sie die­se ernst neh­men, hät­ten die Eu­ro­pä­er nicht über Wo­chen ver­un­rei­nig­te Eier ge­ges­sen. Und Agrar­in­dus­trie und Han­del soll­ten schon ein rein fi­nan­zi­el­les In­ter­es­se dar­an ha­ben, sau­be­re Pro­duk­te her­zu­stel­len, weil sich Ver­brau­cher sonst Al­ter­na­ti­ven su­chen.

Je­den­falls taugt das Ar­gu­ment, es sei kri­mi­nel­le Ener­gie im Spiel ge­we­sen, nicht zur Ge­ne­ral­ab­so­lu­ti­on für Staat und Wirtschaft im Fi­pro­nil-Skan­dal. Und es taugt auch nicht als Ent­schul­di­gung da­für, wie­der kein funk­tio­nie­ren­des Warn­sys­tem auf­zu­bau­en.

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