Grü­ne set­zen zur Wahl auf „Jetzt erst recht“

Zu­sam­men­ar­beit mit CDU ist in „sehr wei­te Fer­ne ge­rückt“– Um­fra­ge sieht kei­ne rot-grü­ne Mehr­heit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Mehr zum Wahl­kampf in Nie­der­sach­sen un­ter noz.de/ltw

Nach dem Schei­tern der rot-grü­nen Re­gie­rung durch den Par­tei­aus­tritt ei­ner ei­ge­nen Ab­ge­ord­ne­ten wol­len Nie­der­sach­sens Grü­ne ge­schlos­sen für ei­ne Neu­auf­la­ge der Ko­ali­ti­on strei­ten.

Von Klaus Wie­sche­mey­er

Die Grü­nen in Nie­der­sach­sen se­hen auch nach dem Ver­lust der Re­gie­rungs­mehr­heit gu­te Chan­cen bei der vor­ge­zo­ge­nen Land­tags­wahl am 15. Ok­to­ber. „Wir wer­den sehr viel Rück­halt in der Be­völ­ke­rung fin­den“, pro­gnos­ti­zier­te Ste­fan Wen­zel. Der Um­welt­mi­nis­ter kan­di­diert am Wo­che­n­en­de beim Grü­nen-Lis­ten­par­tei­tag auf Platz zwei.

Die „in­ter­es­san­ten Ma­nö­ver der CDU“hät­ten die Par­tei zu­sam­men­ge­schweißt. Da­mit mein­te Wen­zel den über­ra­schen­den Wech­sel der Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten zur CDU. „Wir sind mo­ti­viert bis in die Haar­spit­zen, ent­schlos­sen und ge­schlos­sen“, so Wen­zel. Wer glau­be, die Wahl nach dem Zer­bre­chen der rot-grü­nen Ko­ali­ti­on be­reits ge­won­nen zu ha­ben, wer­de „sich noch sehr wun­dern“.

Die neu­es­te Um­fra­ge zur Stim­mung im Land zeich­net al­ler­dings ein an­de­res Bild: Laut ei­ner Insa-Um­fra­ge für die „Bild“-Zei­tung kön­nen SPD und Grü­ne nicht dar­auf hof­fen, nach der Neu­wahl er­neut die Re­gie­rung zu stel­len. Wä­re am Sonn­tag Wahl, kä­me die CDU dem­nach auf 40 Pro­zent (2013: 36). Für die SPD wür­den da­ge­gen nur 28 Pro­zent (32) stim­men, für die Grü­nen (13,7) und die FDP (9,9) je 9 Pro­zent.

In den neu­en Land­tag kä­men auch die AfD mit 7 (2013 nicht da­bei) und die Lin­ke mit 5 Pro­zent (3,1). Der Chef des Insa-In­sti­tuts, Hermann Bin­kert, sag­te: „Die CDU ist klar stärks­te Kraft. Oh­ne und ge­gen die CDU kann nicht re­giert wer­den.“Die Grü­nen­Par­tei­spit­ze dis­tan­zier­te sich am Mitt­woch je­doch wei­ter von Ge­dan­ken­spie­len zu ei­nem schwarz-grü­nen Bünd­nis. „Ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit der CDU ist in sehr, sehr wei­te Fer­ne ge­rückt“, sag­te die Lan­des­vor­sit­zen­de Me­ta Jans­sen-Kucz.

Die Ab­stim­mung wer­de auch ei­ne „Wahl über Stil und In­halt“der Lan­des­po­li­tik, er­klär­te Wen­zel. Den Wäh­lern ste­he ei­ne grund­sätz­li­che Ent­schei­dung be­vor: „Geht es zu­rück zu Koh­le, Atom, Die­sel und Kup­fer, oder geht es in die Zu­kunft mit den Er­neu­er­ba­ren, Elek­tro­au­to, Glas­fa­ser und Di­gi­ta­lem?“Auch die von der bis­he­ri­gen Re­gie­rung nicht ge­schaff­ten Pro­jek­te sol­len wie­der aufs Ta­pet: Die Wäh­ler ent­schie­den im Ok­to­ber, ob es ein Was­ser-, Trans­pa­renz- oder Kli­ma­ge­setz für Nie­der­sach­sen ge­be.

Ein grü­nes Scher­ben­ge­richt dürf­te bei dem Par­tei­tag in Göt­tin­gen nicht im Zen­trum ste­hen. Statt­des­sen steht das Tref­fen nun un­ter dem Mot­to „Jetzt erst recht!“. Un­ter die­sem Schlag­wort hat­ten Po­li­ti­ker von Grü­nen und SPD seit Frei­tag in In­ter­net-Netz­wer­ken zum Wahl­kampf auf­ge­ru­fen. Die Re­so­nanz sei her­vor­ra­gend ge­we­sen. Auch des­halb ver­spricht Jans­sen-Kuczs Ko-Vor­sit­zen­der Ste­fan Kör­ner ei­nen „kraft­vol­len, en­ga­gier­ten Wahl­kampf “. Ziel sei ein star­kes zwei­stel­li­ges Er­geb­nis.

Von den Kan­di­da­ten auf vor­de­ren Lis­ten­plät­zen gilt le­dig­lich Wen­zel als of­fen für Bünd­nis­se mit der CDU. Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Ga­b­rie­le Hei­nen-Kl­ja­jic, die eben­falls für schwarz-grü­ne Ge­dan­ken­spie­le war, tritt nicht ein­mal an. Da­für wer­den auf vor­de­ren Plät­zen Po­li­ti­ker des lin­ken Par­tei­flü­gels er­war­tet: Als Spit­zen­kan­di­da­tin tritt Frak­ti­ons­che­fin An­ja Piel an, als aus­sichts­reich gel­ten Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Christian Mey­er, Jans­senKucz und Im­ke Byl von der Grü­nen Ju­gend.

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