Stadt Em­den bei Ein­nah­men vor­ne

Steu­er-Spit­zen­rei­ter in Ost­fries­land

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Die kreis­freie Stadt Em­den hat bei den Pro-Kopf-Steu­er­ein­nah­men den Spit­zen­platz un­ter den Städ­ten und Krei­sen in Nie­der­sach­sen in­ne. Die ost­frie­si­sche Ha­fen- und In­dus­trie­stadt nahm im Jahr 2015 pro Ein­woh­ner 1471 Eu­ro ein. Der frü­he­re Steu­erSpit­zen­rei­ter Wolfs­burg rutsch­te mit 1457 Eu­ro Ein­nah­men pro Ein­woh­ner auf Platz 2. Die Stadt ha­be we­gen des VW-Skan­dals ei­nen Ein­bruch bei den Steu­er­ein­nah­men hin­neh­men müs­sen, teil­te die Ber­tels­mann-Stif­tung in Gü­ters­loh am Mitt­woch bei der Vor­la­ge ih­res bun­des­wei­ten kom­mu­na­len Fi­nanz­re­ports mit.

Auf Platz 3 im Ran­king lan­det die Re­gi­on Han­no­ver mit 1217 Eu­ro. Da die Stadt Han­no­ver als Teil der Re­gi­on ge­zählt wird, wer­den die Steu­er­ein­nah­men der Lan­des­haupt­stadt nicht ge­son­dert auf­ge­führt. Auf den wei­te­ren Plät­zen fol­gen die Land­krei­se Ver­den, Vech­ta, die Städ­te Ol­den­burg und Braun­schweig so­wie die Krei­se Die­p­holz, Ems­land und Au­rich.

Die Stadt Em­den er­ziel­te pro Ein­woh­ner mehr als dop­pelt so ho­he Steu­er­ein­nah­men wie der Kreis Del­men­horst am an­de­ren En­de: Dort wa­ren es nur 665 Eu­ro.

Ei­ne Be­son­der­heit Nie­der­sach­sens ist laut Ber­tels­mann-Stif­tung die di­rek­te Nach­bar­schaft sehr star­ker und sehr fi­nanz­schwa­cher Re­gio­nen, wo­zu auch der Kreis Lüchow-Dan­nen­berg und die kreis­freie Stadt Helm­stedt ge­hö­ren. Bei die­sen Kom­mu­nen sei auch län­ger­fris­tig nicht ab­seh­bar, dass es ih­nen ge­lin­ge, zu stär­ke­ren Re­gio­nen auf­zu­schlie­ßen.

Laut Stif­tung ste­cken im­mer noch ei­ni­ge Kom­mu­nen in Haus­halts­kri­sen. Der Schul­den­ab­bau sei zum gro­ßen Teil dank ei­nes Um­schul­dungs­pro­gramms des Lan­des zu­stan­de ge­kom­men.

Aus­ga­ben stei­gen stär­ker

Wäh­rend ins­ge­samt auf­grund der gu­ten Kon­junk­tur die Ein­nah­men der Kom­mu­nen ge­gen­über dem Vor­jahr um mehr als sie­ben Pro­zent stie­gen, klet­ter­ten die Aus­ga­ben noch stär­ker – so wuch­sen die So­zi­al­aus­ga­ben um zwölf Pro­zent. „Dies ist ein bun­des­wei­ter Trend. Die So­zi­al­aus­ga­ben be­las­ten die Kom­mu­nen im­mer stär­ker“, sag­te Re­né Geiß­ler, Fi­nanz­ex­per­te und Mi­t­au­tor des kom­mu­na­len Fi­nanz­re­ports der Ber­tels­mann-Stif­tung. Be­son­ders die Aus­ga­ben der Kom­mu­nen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz stie­gen 2016 im Zu­ge der Flücht­lings­kri­se an.

Bun­des­weit er­wirt­schaf­te­ten die Kom­mu­nen ei­nen Über­schuss. Der Fi­nanz­re­port be­zeich­net 2016 mit ei­nem Plus von 4,5 Mil­li­ar­den Eu­ro so­gar als bes­tes Jahr seit 2008. Vor al­lem Städ­te, Krei­se und Ge­mein­den in Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg sorg­ten für den Über­schuss.

Wie viel Geld

Kom­mu­nen zur Ver­fü­gung ha­ben, un­ter­schei­det sich deut­lich. Fo­to: dpa

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