Pflicht er­füllt, Kür kann kom­men

Enochs nach dem 3:1 in Reh­den: Ei­ne Se­kun­de durch­schnau­fen – Hei­der macht Hoff­nung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Der VfL-Be­reich auf noz.de/vfl

Die Pflicht ist er­füllt, die Kür kann kom­men: Nach dem 3:1-Sieg beim Re­gio­nal­li­gis­ten BSV Reh­den im Nie­der­sach­sen­po­kalAch­tel­fi­na­le ga­ben über 500 VfL-Fans den Pro­fis mit auf den Weg, am Sonn­tag ge­gen den Ham­bur­ger SV eben­so er­folg­reich auf­zu­tre­ten.

Von Ben­ja­min Kraus und Micha Lem­me

Hoff­nung, dass der VfL dann ei­ne zu­sätz­li­che Waf­fe im Är­mel ha­ben könn­te, mach­te das Come­back von Marc Hei­der: Der bis da­to we­gen der Ver­wick­lung in die ver­such­te Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on ge­sperr­te Rechts­au­ßen brach­te Kör­per­lich­keit ins VfL-Spiel, war stets an­spiel­bar und nie zu kon­trol­lie­ren.

Ex­em­pla­risch zu se­hen beim Füh­rungs­tref­fer: „Ah­met Ars­lan sieht, wie ich im Rü­cken der Ab­wehr ein­lau­fe, und spielt su­per ei­nen lan­gen Ball. Ich neh­me ihn an, schaue, und ma­che ihn rein“, so der 31-Jäh­ri­ge. War ein Ab­spiel

ei­ne Op­ti­on? „Nie. Wie­so? Ich ste­he frei vor dem Tor“, ant­wor­te­te Hei­der und er­gänz­te so grad­li­nig, wie er auf dem Feld auf­trat: „Ich bin ein­fach froh, dass die­se har­te Zeit vor­bei ist und ich wie­der Fuß­ball spie­len kann.“

Ein we­nig zu kom­pli­ziert hat­ten da­ge­gen Na­zim San­ga­ré (Flan­ke aufs Tor­dach, 3.) und Christian Groß (Ab­spiel auf Ha­lil Sav­ran an­statt auf den frei­en Mar­cos Al­va­rez, 10., zu viel Klein-Klein mit Sav­ran, 30.) agiert. Groß aber soll­te beim 2:0 zei­gen, dass er sehr wohl über Über­sicht ver­fügt: Im rich­ti­gen Mo­ment zog er den Spurt in den frei­en Raum ein, ließ sich von

Sav­ran be­die­nen – und leg­te dann cle­ver auf Bash­kim Ren­ne­ke ab, der nur noch ein­schie­ben brauch­te (43.).

Es war die rich­ti­ge Ant­wort des VfL auf die Här­te, die Reh­den um die Ex-Os­na­brü­cker Ad­dy Men­ga und Francky Sem­bo­lo ins Feld ge­führt hat­te. Wenn spie­le­risch beim BSV et­was ging, dann über Men­ga: Erst setz­te er Phi­lip-Pas­cal Kürb­le ein – der fiel aber beim Tor­schuss um (35). Dann spiel­te er Ab­dul­lah Do­gan im Rü­cken von Fur­kan Zor­ba frei, so­dass der her­aus­stür­zen­de Ma­ri­us Gers­beck und der her­an­grät­schen­de Kon­stan­tin En­gel (51.) klä­ren muss­ten.

„Die Ge­gen­to­re wa­ren zu ein­fach, vorn hat uns hat ein Quänt­chen Glück ge­fehlt. Wenn Abu cle­ver ist, schiebt er da ein­fach ein“, sag­te Men­ga.

Dass der An­schluss­tref­fer trotz­dem fiel, nahm Ars­lan spä­ter auf sei­ne Kap­pe: „Ich ha­be ihn lau­fen las­sen“, sag­te er be­züg­lich des Tor­schüt­zen Ke­vin Art­mann, ei­nen wei­ten Ball aus der ei­ge­nen Hälf­te un­ge­stört mit der In­nen­sei­te aus 16 Me­tern di­rekt ins lan­ge Eck ver­wan­del­te – ein se­hens­wer­tes Tor (65.). VfLTor­wart Gers­beck for­der­te laut: „Brust raus, mehr re­den.“Es klapp­te: von Reh­den kam nicht mehr viel, der VfL hielt den Ball cle­ver und brach­te die Par­tie nach Hau­se. Am En­de durf­te der ein­ge­wech­sel­te Tim Dan­ne­berg den De­ckel drauf­set­zen und per Kopf zum 3:1 nach San­ga­ré-Flan­ke ein­ni­cken.

Im Vier­tel­fi­na­le geht es nun zur SVG Göt­tin­gen – vor­läu­fig, aber noch nicht end­gül­tig für den kom­men­den Mitt­woch (16. Au­gust) ter­mi­niert. Zu­vor steigt in je­dem Fall das DFB-Po­kal-High­light ge­gen den HSV am Sonn­tag (15.30 Uhr). „Könnt ihr Euch er­in­nern – 7:5“, san­gen die Fans mit Blick auf das le­gen­dä­re letz­te Po­kal-Du­ell der bei­den Klubs am 23. Sep­tem­ber 2009. „Wir müs­sen se­hen, dass wir die Jungs nach dem an­stren­gen­den Spiel auf dem tie­fen Bo­den hier wie­der fit krie­gen“, sag­te der un­ter Druck ge­ra­te­ne VfL-Trai­ner Joe Enochs, „auch ich kann jetzt ei­ne Se­kun­de durch­schnau­fen. Dann geht die Vor­be­rei­tung auf den HSV los. Wir freu­en uns rich­tig auf die­ses Spiel“.

Im­mer ak­tu­ell, im­mer frisch:

Fo­tos: Hel­mut Kem­me

Er kann noch tref­fen – und er kann noch strah­len: Marc Hei­der schoss den VfL in Reh­den früh auf die Sie­ger­stra­ße.

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