„Wir blei­ben bo­den­stän­dig“

Pas­cal Sten­zel aus Bruch­müh­len schafft in Frei­burg den Durch­bruch in die Bun­des­li­ga

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Pas­cal Sten­zel aus Bruch­müh­len bei Mel­le hat sich über die Sta­ti­on Bo­rus­sia Dort­mund beim SC Frei­burg als Pro­fi in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga eta­bliert. Der 21-Jäh­ri­ge spricht im In­ter­view über Mei­len­stei­ne sei­nes Auf­stie­ges und die kom­men­de Sai­son.

Von Hei­ke Dier­ks

Herr Sten­zel, einst spiel­ten Sie im de­fen­si­ven Mit­tel­feld, Tho­mas Tu­chel schul­te Sie bei Bo­rus­sia Dort­mund zum Rechts­ver­tei­di­ger um. In Frei­burg wur­den Sie jetzt auch im rech­ten Mit­tel­feld ein­ge­setzt. Ge­fällt Ih­nen die neue Po­si­ti­on? Ich bin froh, wenn ich viel spie­len kann. Da ist es zweit­ran­gig, auf wel­cher Po­si­ti­on ich ein­ge­setzt wer­de. Ich ha­be ge­lernt, dass es wich­tig ist, fle­xi­bel zu sein und meh­re­re Po­si­tio­nen be­klei­den zu kön­nen. Der Trai­ner weiß, wie er mich am bes­ten ein­setzt.

War der Schritt nach Frei­burg für ei­nen jun­gen Spie­ler wie Sie wich­tig, um re­gel­mä­ßig Ein­satz­zei­ten zu be­kom­men?

Ich ha­be in mei­ner Kar­rie­re bis­her glück­li­cher­wei­se vie­le Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen, die mir letzt­lich zu­gu­te­ka­men. Auch der Schritt nach Dort­mund war gut für mich, weil ich da – erst­mals fort von zu Hau­se – ge­lernt ha­be, selbst­stän­dig zu le­ben. Die Sai­son bei den Pro­fis hat mich über­dies ge­lehrt, ge­dul­dig zu sein. Das Trai­ning mit na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Top­spie­lern hat mich wei­ter­ge­bracht. Auch der Schritt nach Frei­burg war ge­nau der rich­ti­ge. In der 2. Bun­des­li­ga konn­te ich mich auf die Zwei­kampf­här­te ein­stel­len. Aus der vo­ri­gen Erst­li­ga­sai­son ha­be ich auch ei­ni­ges mit­ge­nom­men. An­ge­kom­men: Pas­cal Sten­zel im Tri­kot des SC Frei­burg und beim Ju­bel über sein ers­tes Tor.

Auch aus ei­ner län­ge­ren Ver­let­zung kann man ler­nen (nach ei­ner Schul­ter­ver­let­zung wur­de er im Win­ter ope­riert; Anm. d. Red.). Jetzt bin ich wie­der fit und ha­be in der – lei­der ver­lo­re­nen – Qua­li­fi­ka­ti­on zur Eu­ro­pa Le­ague ge­gen Dom­za­le erst­mals wie­der kom­plett ge­spielt. Ich könn­te mir für mei­ne Kar­rie­re kei­nen bes­se­ren Weg vor­stel­len als den ein­ge­schla­ge­nen.

Vie­le gro­ße Ta­len­te schaf­fen den Sprung in den Pro­fi­be­reich nicht. War­um hat es bei Ih­nen ge­klappt?

Da muss viel zu­sam­men­kom­men. Auf je­den Fall soll­te man im rich­ti­gen Mo­ment ei­ne gu­te Per­for­mance auf dem Platz ab­lie­fern. In Frei­burg spü­re ich das Ver­trau­en des Trai­ners und der Mann­schaft.

Und ich ha­be Ver­trau­en in mei­ne ei­ge­ne Fit­ness.

Sie wur­den vom BVB zu­nächst nach Frei­burg aus­ge­lie­hen, be­vor der Sport­Club Sie En­de April für kol­por­tier­te rund vier Mil­lio­nen Eu­ro fest ver­pflich­te­te. Da­mit sind Sie der zweit­teu­ers­te Neu­zu­gang der Ver­eins­ge­schich­te. Setzt Sie das un­ter Druck? Wenn man sich die Tat­sa­che im­mer wie­der vor Au­gen führt, kann das nach hin­ten los­ge­hen. Ich ver­su­che, das The­ma so weit wie mög­lich von mir fern­zu­hal­ten und das, was ich leis­ten kann, auf den Platz zu brin­gen.

Wie läuft es in der Vor­be­rei­tung beim SC?

Durch die Eu­ro­pa-Le­agueQua­li­fi­ka­ti­on hat­ten wir ein

paar Tage we­ni­ger Zeit für die Vor­be­rei­tung auf die neue Bun­des­li­ga­sai­son. Klar ist: Wir ha­ben noch Luft nach oben, müs­sen an un­se­rer mann­schaft­li­chen Ge­schlos­sen­heit und kör­per­li­chen Fit­ness ar­bei­ten. Aber das wird von Trai­ning zu Trai­ning und Spiel zu Spiel im­mer bes­ser.

Was sind Ih­re Wün­sche und die Zie­le mit dem Team für die neue Sai­son? Wir hof­fen auf ei­nen gu­ten Auf­takt in Po­kal und Bun­des­li­ga, um dann den Schwung mit in die Sai­son zu neh­men. Doch die gu­te Vor­sai­son zu be­stä­ti­gen wird noch ein­mal schwie­ri­ger. Wir blei­ben bo­den­stän­dig. Der Nicht­ab­stieg ist das Ziel. Ich möch­te dem Team da­bei hel­fen, das Ziel zu rea­li­sie­ren, und mög­lichst viel Spiel­zeit be­kom­men.

Fo­to: imago/Sport­fo­to Ru­del, dpa

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