Staats­an­walt er­mit­telt wei­ter ge­gen Ex-FDP-Kas­sen­wart

Ein­spruch des Kreis­vor­stan­des er­folg­reich

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

OS­NA­BRÜCK. Ein­spruch er­folg­reich: Die Staats­an­walt­schaft Os­na­brück nimmt die Er­mitt­lun­gen ge­gen den frü­he­ren Schatz­meis­ter der Os­na­brü­cker FDP we­gen des Ver­dachts der Un­treue wie­der auf.

Der Kreis­vor­stand der FDP wirft dem ehe­ma­li­gen Kas­sie­rer vor, 75 000 Eu­ro Par­tei­gel­der auf ein pri­va­tes Kon­to um­ge­lei­tet und für par­tei­f­rem­de Zwe­cke ver­wen­det zu ha­ben. Nach­dem der Vor­stand ihn zur Re­de ge­stellt hat­te, un­ter­schrieb er ein Schuld­ein­ge­ständ­nis und zahl­te ins­ge­samt 86 000 Eu­ro (ein­schließ­lich Zin­sen und Ver­fah­rens­kos­ten) in Ra­ten an die Par­tei zu­rück.

Die Staats­an­walt­schaft Os­na­brück sah dar­in in der ers­ten Prü­fung kei­ne straf­recht­li­che Re­le­vanz. Sie stell­te das Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts der Un­treue und Un­ter­schla­gung im Ju­li ein. Ein fi­nan­zi­el­ler Scha­den sei nicht ent­stan­den. Der ExSchatz­meis­ter ha­be mit die­ser Kon­to­füh­rung ei­nen hö­he­ren Zin­s­er­trag er­wirt­schaf­ten wol­len. Ein Vor­satz, Par­tei­gel­der zu un­ter­schla­gen und den FDP-Kreis­ver­band zu be­trü­gen, sei nicht er­kenn­bar.

Ge­gen die­se Ent­schei­dung leg­te An­walt und FDP-Rats­herr Ro­bert Seid­ler Be­schwer­de ein. Er­folg­reich: Die Staats­an­walt­schaft teil­te ihm jetzt mit, dass die Er­mitt­lun­gen wie­der­auf­ge­nom­men wer­den.

Seid­ler hat­te den Er­mitt­lungs­be­hör­den in sei­ner Be­schwer­de ei­ne Rei­he von Er­mitt­lungs­lü­cken vor­ge­hal­ten. So sei nicht ge­klärt wor­den, auf wel­chen Kon­ten sich das Par­tei­geld wann be­fun­den ha­be. Auch sei die Staats­an­walt­schaft nicht dem Ver­dacht nach­ge­gan­gen, dass der Be­schul­dig­te mög­li­cher­wei­se ei­nen Kon­to­aus­zug ge­fälscht ha­be, um die Kas­sen­prü­fer zu täu­schen. Der FDP-An­walt führ­te au­ßer­dem ins Feld, dass der ört­li­chen Par­tei doch ein Scha­den ent­stan­den sei, weil das Geld über Mo­na­te dem Kreis­ver­band nicht zur Ver­fü­gung ge­stan­den ha­be.

Der be­schul­dig­te Ex-Kas­sen­wart, der im April 2016 auf Druck von Vor­stand und Mit­glie­dern sein Amt räu­men muss­te, weist al­le Vor­wür­fe mit Nach­druck zu­rück. Der Kreis­vor­stand ha­be of­fen­bar ei­nen Vor­wand ge­sucht, ihn los­zu­wer­den.

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