„Ich hof­fe, ich ha­be die Ge­ne mei­ner Mut­ter“

Al­bert Ham­mond ist heu­te in Be­glei­tung ei­ner schot­ti­schen Band zu Gast bei Ro­sen­hof on Tour

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Tom Bull­mann

Seit 55 Jah­ren ist Al­bert Ham­mond im Show­ge­schäft. Die Lis­te der Hits, die auf sein Kon­to ge­hen, ist schier end­los. Seit ei­ni­gen Jah­ren geht der 73-Jäh­ri­ge wie­der re­gel­mä­ßig auf die Büh­ne. An­läss­lich sei­nes Kon­zerts in Os­na­brück spra­chen wir mit dem Bri­ten über die Lie­be, die Um­welt und das Mat­ter­horn.

Herr Ham­mond, als Sie vor drei Jah­ren im Ro­sen­hof auf­ge­tre­ten sind, hat Sie ei­ne spa­ni­sche Band be­glei­tet. Wird das in die­sem Jahr auch wie­der so sein?

Nein. Ich brin­ge jetzt ei­ne Band aus Schott­land mit. Wenn du wach­sen willst, musst du dich ver­bes­sern. Da­her ha­be ich jetzt ei­nen bes­se­ren Soun­din­ge­nieur, ei­nen bes­se­ren Lich­tope­ra­tor und eben die­se Mu­si­ker aus Schott­land. Das sind sehr net­te Leu­te, tol­le Mu­si­ker, und sie sind lus­tig. Sie brin­gen mich zum La­chen.

Wer­den Sie in die­sem Jahr auch wie­der in Ih­re al­te Hei­mat Gi­bral­tar fah­ren? Ja. Im­mer wenn ich in Eu­ro­pa bin und zwi­schen mei­nen Kon­zer­ten Zeit ha­be, fah­re ich nach Gi­bral­tar, weil mei­ne 98-jäh­ri­ge Mut­ter dort lebt. Ich be­su­che sie so oft wie mög­lich. Sie ist ei­ne wah­re In­spi­ra­ti­on für mich.

In Ih­rer Fa­mi­lie scheint es gu­te Ge­ne zu ge­ben, wenn Sie so alt wer­den. Müt­ter­li­cher­seits ja. Aber mein Va­ter ist mit 64 Jah­ren zu jung ge­stor­ben. Ich hof­fe, ich ha­be die Ge­ne mei­ner Mut­ter.

Wie hal­ten Sie sich fit?

Vor 13 Jah­ren ha­be ich auf­ge­hört

zu rau­chen, und ich trin­ke we­nig Al­ko­hol, viel­leicht mal ein Gas Wein ab und zu. Statt­des­sen trin­ke ich viel Was­ser, drei bis vier Li­ter pro Tag. An­sons­ten lau­fe ich und ze­le­brie­re mei­ne Shows, das hält mich fit. Und: Ich lie­be mich selbst. Nur wenn man sich selbst liebt, will man auch gut aus­se­hen. Wenn nicht, dann ist ei­nem egal, wie man aus­sieht. Und noch et­was: Nur wenn du dich selbst liebst, kannst du auch an­de­re Men­schen lie­ben.

Sie ha­ben 1972 mit „Down By The Ri­ver“wohl den ers­ten Song ge­schrie­ben, der sich mit Um­welt­the­men be­schäf­tigt. Ist Na­tur­schutz für Sie heu­te auch re­le­vant?

Se­hen Sie, ich bin in die­sem Jahr beim Rock-of-Ages-Fes­ti­val auf­ge­tre­ten. Ich war sehr er­staunt. Da wa­ren sehr vie­le Hea­vy-Me­tal-Fans im Pu­bli­kum, Ro­cker-Ty­pen mit Le­der­ja­cken, die über und über tä­to­wiert wa­ren. Die ha­ben al­le mit mir „Down By The Ri­ver“ge­sun­gen, je­de Text­zei­le. Ich glau­be, dass der Song den Leu­ten be­wusst macht, dass wir un­se­re Um­welt schüt­zen müs­sen.

Sie ha­ben vie­le Jah­re kei­ne Kon­zer­te ge­ge­ben, jetzt sieht man Sie wie­der re­gel­mä­ßig auf den Büh­nen die­ser Welt. War­um?

30 Jah­re lang ha­be ich Lie­der für Whit­ney Hous­ton, Ti­na Tur­ner, Dia­na Ross, John­ny Cash und vie­le an­de­re ge­schrie­ben. Sie ha­ben den Ap­plaus be­kom­men, und kei­ner wuss­te, dass die Songs von mir sind. Das woll­te ich än­dern, al­so be­schloss ich, wie­der auf die Büh­ne zu ge­hen. Ich lie­be die Büh­ne, ich lie­be es, die Zu­schau­er mit mei­ner Mu­sik glück­lich zu ma­chen.

Schrei­ben Sie denn mo­men­tan neue Songs?

Ja, aber ich ha­be lei­der kei­ne Zeit, sie auf­zu­neh­men. Gera­de ha­be ich mei­ne CD „In Sym­pho­ny“pro­du­ziert, au­ßer­dem spie­le ich viel live und schrei­be mit dem deut­schen Kol­le­gen Micha­el Kun­ze ein Mu­si­cal über das Mat­ter­horn. Dar­in the­ma­ti­sie­ren wir das Ver­hält­nis zwi­schen Mensch und Na­tur. Das Mat­ter­horn war ein jung­fräu­li­cher Berg, be­vor er von den Men­schen er­obert wur­de. Wie die Ero­be­rung pas­sier­te, wird in dem Mu­si­cal er­zählt.

Al­bert Ham­mond, „Ro­sen­hof on Tour“-Zelt am Ha­fen, heu­te um 19 Uhr, Ein­lass ab 18 Uhr

Ei­ne Lang­fas­sung des In­ter­views le­sen Sie auf noz.de/kul­tur-re­gio­nal

Fo­to: Ca­ro­la Al­ge

Schreibt ein Mu­si­cal: Al­bert Ham­mond.

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