Ein Kurz­film ge­gen die Gaf­fe­rei an Un­fall­stel­len

Zwei Film­stu­den­ten und die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Stadt­mit­te wol­len sen­si­bi­li­sie­ren – 4000 Eu­ro von der Spar­kas­se

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Män­ner und Frau­en der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Stadt­mit­te sind jetzt zu ei­nem un­ge­wöhn­li­chen Ein­satz­ort aus­ge­rückt: An ei­nem Film­set hal­fen sie da­bei zu de­mons­trie­ren, wie ge­fähr­lich es ist, wenn sich Schau­lus­ti­ge an Ge­fah­ren­stel­len auf­hal­ten.

Von Da­ni­el Ba­tel

Mit ei­nem Kurz­film möch­ten die Film­stu­den­ten Ele­na Isa­bel Wal­ter und Ema­nu­el Zander-Fu­sil­lo auf ei­nen be­dau­erns­wer­ten Trend auf­merk­sam ma­chen: Im­mer häu­fi­ger be­klag­ten sich Po­li­zei und Feu­er­wehr dar­über, dass sie bei Ein­sät­zen von Schau­lus­ti­gen mas­siv bei ih­rer Ar­beit ge­stört wer­den.

Denn oft ge­nug be­las­sen es die Neu­gie­ri­gen nicht mehr da­bei, ein­fach hin­ter ei­ner Ab­sper­rung der Po­li­zei zu ste­hen und zu­zu­schau­en. Statt­des­sen zü­cken sie ih­re Mo­bil­te­le­fo­ne, fo­to­gra­fie­ren und fil­men das Ge­sche­hen und rü­cken den Op­fern und ih­ren Hel­fern da­bei im­mer wei­ter auf den Pelz.

Gaf­fer ma­chen Feu­er­wehr­leu­ten und Po­li­zis­ten auch in Os­na­brück im­mer wie­der die Ar­beit schwe­rer, als sie oh­ne­hin schon ist. Das be­stä­tig­ten die Mit­glie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Stadt­mit­te, die sich an der Film­pro­duk­ti­on be­tei­lig­ten.

Ele­na Wal­ter und Ema­nu­el Zander-Fu­sil­lo, die an der Fach­hoch­schu­le Dort­mund stu­die­ren, wol­len mit ih­rem Kurz­film aber nicht nur ei­ne Bot­schaft trans­por­tie­ren, es ist gleich­zei­tig ih­re Ab­schluss­ar­beit. Ent­spre­chend groß war jetzt die An­span­nung am Set, aber auch die Zu­ver­sicht, ein ge­lun­ge­nes Er­geb­nis zu schaf­fen.

Zu ei­nem Au­ßen­dreh ge­hört es im­mer auch, das vor­han­de­ne Licht best­mög­lich aus­zu­nut­zen. Und das be­deu­tet manch­mal Zeit­druck, vor al­lem, wenn die Son­ne lang­sam, aber si­cher un­ter­geht. So wur­de es auch mal hek­tisch. Die drei Haupt­dar­stel­ler be­ka­men noch ein­mal ein schnel­les Brie­fing: „Stellt euch bit­te hier vor den Feu­er­wehr­wa­gen, und dann zückt ihr wie be­spro­chen eu­er Smart­pho­ne.“Wäh­rend­des­sen war­te­ten die Feu­er­wehr­män­ner und -frau­en ge­dul­dig auf ih­ren Ein­satz. Und dann hieß es end­lich: „Al­les auf An­fang! Ka­me­ra läuft! Ton läuft! Klap­pe, die Zwei­te!“

Nicht al­le Plä­ne der jun­gen Fil­me­ma­cher konn­ten in­des­sen rea­li­siert wer­den. „Wir könn­ten viel­leicht zu De­mons­tra­ti­ons­zwe­cken am Un­fall­wa­gen ei­nen kon­trol­lier­ten Brand ent­zün­den“, schlu­gen Wal­ter und Zander-Fu­sil­lo vor. Doch die Feu­er­wehr­leu­te wink­ten ab: Es fehl­te an der da­für not­wen­di­gen Aus­rüs­tung. So hät­ten al­le An­we­sen­den vor und hin­ter der Ka­me­ra aus Si­cher­heits­grün­den ei­nen Mund­schutz tra­gen müs­sen.

Das für die Dreh­ar­bei­ten ver­wen­de­te Au­to sah aber auf je­den Fall so aus, als hät­te es viel durch­ge­macht: Ei­ne ein­ge­schla­ge­ne Wind­schutz­schei­be, ka­put­te Schein­wer­fer und Lack, der wirk­te, als wä­re das Fahr­zeug völ­lig aus­ge­brannt. Stolz zeig­te ei­ner der Mit­wir­ken­den ein Fo­to: „Ges­tern sah er noch ganz nor­mal aus, den Look ha­ben wir ihm ver­passt.“Auch die gro­ßen Spie­gel zur Ver­bes­se­rung der Licht­ver­hält­nis­se mach­ten deut­lich, dass die Film­crew ei­nen ho­hen Auf­wand be­trieb.

Wenn der Film erst ein­mal fer­tig ist – das soll noch im Au­gust so weit sein –, wird er im In­ter­net ge­zeigt. Auf den gän­gi­gen Ka­nä­len wie Youtu­be, aber auch auf der Home­page des Bür­ger­ver­eins Wüs­te.

Der un­ter­stützt das Pro­jekt. Den Kon­takt hat­te Ele­na Wal­ter her­ge­stellt, die aus dem Stadt­teil stammt. Ge­mein­sam ent­stand die Idee, sich fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung bei der Spar­kas­se Os­na­brück zu ho­len. So wur­de am ers­ten Dreh­tag ei­ne Spen­de in Hö­he von 4000 Eu­ro an die Fil­me­ma­cher über­ge­ben. „Wir be­dan­ken uns bei der Spar­kas­se und sind sehr froh dar­über“, be­ton­te Wal­ter, „das hilft uns na­tür­lich bei der Um­set­zung“. Vie­le ha­ben jetzt an ei­nem Strang ge­zo­gen,

um ei­nen Kurz­film zum The­ma „Schau­lus­ti­ge“zu dre­hen. Un­ter an­de­rem steu­er­te die Spar­kas­se Os­na­brück 4000 Eu­ro bei. Fo­to: Da­ni­el Ba­tel

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