Stap­ler­fah­ren als ers­te Her­aus­for­de­rung

Aus­bil­dung bei Boh­nen­kamp in Os­na­brück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Sie dre­hen buch­stäb­lich am ganz gro­ßen Rad: Ma­xi­mi­li­an Dem­pe­wolff und Jo­nas Gra­mann sind Azu­bis bei der Os­na­brü­cker Boh­nen­kamp AG, die sich auf Rei­fen spe­zia­li­siert hat.

Seit Be­ginn des neu­en Lehr­jah­res ar­bei­ten bei Boh­nen­kamp im Os­na­brü­cker Stadt­teil At­ter 29 Aus­zu­bil­den­de, dar­un­ter Ma­xi­mi­li­an Dem­pe­wolff, der ei­ne Leh­re als Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik macht, und Jo­nas Gra­mann, der ein dua­les Stu­di­um ab­sol­viert.

Die Boh­nen­kamp-Grup­pe ist mit rund 530 Mit­ar­bei­tern und sie­ben Lan­des­ge­sell­schaf­ten nach ei­ge­nen An­ga­ben in Eu­ro­pa der füh­ren­de Groß­händ­ler für Rei­fen und Rä­der für land­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge, gro­ße Erd­be­we­gungs­ma­schi­nen, Lkw und Trai­ler so­wie für die In­dus­trie. An den sie­ben Lo­gis­tik­stand­or­ten la­gern auf über 114 000 Qua­drat­me­tern mehr als 11 000 ver­schie­de­ne Rei­fen­ty­pen und -grö­ßen. Die Boh­nen­kamp AG bil­det in fol­gen­den Be­ru­fen aus: Kauf­mann im Groß- und Au­ßen­han­del, Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik, Fach­in­for­ma­ti­ker für Sys­tem­in­te­gra­ti­on, Fach­in­for­ma­ti­ker für An­wen­dungs­ent­wick­lung, Kauf­mann für Mar­ke­ting­kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie ein dua­les Be­triebs­wirt­schafts­stu­di­um.

Mit ei­nem Stap­ler­schein fängt die Aus­bil­dung für al­le Azu­bis bei Boh­nen­kamp an. „Das war schon ei­ne Her­aus­for­de­rung“, fin­det Gra­mann. „Wenn man Stap­ler­fah­rer so her­um­flit­zen sieht, sieht das so ein­fach aus!“Doch es sei schon be­ein­dru­ckend, wie schnell die Kol­le­gen die Con­tai­ner aus­räum­ten. Dem­pe­wolff hat Spaß am Stap­ler­fah­ren und ist in­zwi­schen auch flink un­ter­wegs. Er ist im drit­ten Lehr­jahr und wird Fach­kraft für La­ger­lo­gis­tik.

Gra­mann ab­sol­viert ein dua­les Stu­di­um. Das heißt, er macht bei der Boh­nen­kamp AG ei­ne Leh­re als Groß- und Au­ßen­han­dels­kauf­mann und stu­diert Be­triebs­wirt­schaft. Das Stu­di­um wird er mit ei­nem „Ba­che­lor of Arts“ab­schlie­ßen. Ne­ben der Be­rufs­schu­le und der Ar­beit im Be­trieb geht Gra­mann in den ers­ten bei­den Jah­ren der Aus­bil­dung noch sams­tags zur Hoch­schu­le Os­na­brück. Nach En­de der Be­rufs­schul­zeit ste­hen wäh­rend der wei­te­ren Aus­bil­dungs­zeit zwei Vor­le­sungs­ta­ge pro Wo­che auf dem Plan.

„Man braucht schon ei­nen ge­wis­sen Ehr­geiz, um das zu schaf­fen. Au­ßer­dem sind Zeit­ma­nage­ment

und Dis­zi­plin wich­tig“, sagt Gra­mann. „Ziem­li­che vie­le Leu­te stu­die­ren Be­triebs­wirt­schaft, aber der Be­rufs­ein­stieg ist oft schwie­rig, und ich hat­te bis­her im­mer we­nig Pro­ble­me mit dem Ler­nen“, be­grün­det er sei­ne Wahl.

„Bei Be­wer­bern für ei­ne Aus­bil­dung oder für ein dua­les Stu­di­um ach­ten wir auch auf die Ne­ben­fä­cher. Dar­in soll­ten sie min­des­tens die No­te ‚be­frie­di­gend‘ ha­ben“, er­läu­tert Aus­bil­dungs­lei­te­rin Lau­ra Hopp. Da­von ab­ge­se­hen, ge­be es nicht „das ei­ne Fach“, auf das bei Be­wer­bun­gen ge­ach­tet wer­den wür­de. „Wir schau­en vor al­lem auf die Haupt­fä­cher, und für ei­nen La­ge­ris­ten ist bei­spiels­wei­se Mu­sik oder Che­mie nicht so wich­tig“, er­klärt Hopp, die bei Zeug­nis­sen je­doch im­mer auf mög­li­ches un­ent­schul­dig­tes Feh­len und die Kopf­no­ten, al­so das So­zi­alund Ar­beits­ver­hal­ten, ach­tet.

Be­son­ders wich­tig sei das Be­wer­bungs­ge­spräch: „Da­bei ist die rich­ti­ge Wel­len­län­ge für uns sehr wich­tig, so­weit man das in ei­nem 45-Mi­nu­ten-Ge­spräch fest­stel­len kann.“

Und wel­che Qua­li­tä­ten soll­te man mit­brin­gen? Gra­mann: „Die Of­fen­heit, sich auf al­les ein­zu­las­sen, Ziel­stre­big­keit, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit und Freund­lich­keit.“Dem­pe­wolff meint: „Team­fä­hig­keit, Pünkt­lich­keit, Dis­zi­plin, or­dent­li­ches Ar­bei­ten, Ge­schick­lich­keit und Ma­the so­wie die Com­pu­ter-Kennt­nis­se.“Au­ßer­dem müs­se man im La­ger stets auf­merk­sam sein, um „nicht un­ter die Rä­der zu kom­men“. Als Tä­tig­kei­ten, die zu sei­nem Be­ruf ge­hö­ren, zählt er „Kom­mis­sio­nie­ren, Ver­pa­cken, Ver­sen­den, die An­nah­me von Wa­re so­wie das Ein­la­gern“auf. „Die Ar­beit im La­ger ist an­spruchs­vol­ler als frü­her. Das hängt bei uns zum Bei­spiel mit der Grö­ße und Pro­dukt­viel­falt zu­sam­men“, sagt Hopp. „Zu­dem sind die Pro­zes­se EDV-ge­stützt, und un­se­re Mit­ar­bei­ter müss­ten ler­nen, mit die­ser EDV um­zu­ge­hen.“

Über ih­re Aus­bil­dung bei der Boh­nen­kamp AG be­rich­ten Jo­nas Gra­mann und Ma­xi­mi­li­an Dem­pe­wolff. Fo­to: Gert West­dörp

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