Ruhr­tri­en­na­le star­tet mit Oper

Auf­takt am 18. Au­gust – In­ten­dant will „Hoff­nungs­schim­mer schen­ken“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

Von Pe­dro Obie­ra

BOCHUM. „Freu­de, schö­ner Göt­ter­fun­ken. Seid um­schlun­gen.“Un­ter die­ses Mot­to stell­te Jo­han Si­mons sei­ne drei­jäh­ri­ge Amts­zeit als In­ten­dant der Ruhr­tri­en­na­le, des­sen letz­te Sai­son am 18. Au­gust in der Jahr­hun­dert­hal­le Bochum mit ei­ner Neu­in­sze­nie­rung von Clau­de De­bus­sys Oper „Pel­léas et Mé­li­san­de“er­öff­net wird. Ein von Stil­le und Ge­heim­nis­sen er­füll­tes Werk, zugleich ein ver­hal­te­ner Ak­zent zum hoff­nungs­vol­len, eher laut tö­nen­den Mot­to des Freu­den­ge­sangs von Schil­ler und Beet­ho­ven.

Doch, wie Jo­han Si­mon in der Auf­takt­pres­se­kon­fe­renz in der Bochu­mer Jahr­hun­dert­hal­le ver­kün­de­te, ha­be sich „die Welt sehr stark ver­än­dert, seit ich Lei­ter die­ses wun­der­vol­len Fes­ti­vals ge­wor­den bin“. Si­mons: „Doch spü­re ich nun ei­ne po­si­ti­ve Ener­gie, ein Wie­der­ent­de­cken Eu­ro­pas und sei­ner Kraft. Und viel­leicht kön­nen wir mit künst­le­ri­schen Göt­ter­fun­ken un­se­rem Pu­bli­kum ein paar Hoff­nungs­schim­mer schen­ken.“

Mit Syl­vain Cam­bre­ling am Pult der Bochu­mer Sym­pho­ni­ker, dem Re­gis­seur Kr­zy­sz­tof War­li­kow­ski und der So­pra­nis­tin Bar­ba­ra Han­ni­gan ist bei der De­bus­sy-Oper ein pro­mi­nen­tes Team am Werk.

Rund 135 Ver­an­stal­tun­gen mit 40 Pro­duk­tio­nen, dar­un­ter 28 Ei­gen- und Ko­pro­duk­tio­nen, 22 Urauf­füh­run­gen, Deutsch­land­pre­mie­ren und In­stal­la­tio­nen, er­war­ten das

Pu­bli­kum an 14 ver­schie­de­nen Spiel­stät­ten in sie­ben Städ­ten des Ruhr­ge­biets von Duis­burg bis Dort­mund. 40 000 Ti­ckets ste­hen zur Ver­fü­gung. Der Vor­ver­kauf ist an­ge­lau­fen.

In die­sem Jahr voll­enden sich auch ei­ni­ge Tri­lo­gi­en, die über die drei letz­ten Jah­re ent­wi­ckelt wur­den. Da­zu ge­hö­ren ei­ne Tanz­tri­lo­gie von Richard Sie­gal (ab 25. Au­gust im PACT Zoll­ver­ein) und der letz­te Teil von Luc Per­ce­vals „Hun­ger. Tri­lo­gie mei­ner Fa­mi­lie“auf ei­ner Grund­la­ge von Emi­le Zo­la. Ein­zel­auf­füh­run­gen die­ses Teils sind ab dem 7. Sep­tem­ber im Land­schafts­park Duis­bur­gNord zu se­hen. Die ge­sam­te elf­stün­di­ge Tri­lo­gie wird am 15. und 17. Sep­tem­ber an glei­cher Stel­le ganz­tä­gig ge­zeigt.

Zu den Hö­he­punk­ten des Fes­ti­vals dürf­te das Mu­sik­thea­ter-Pro­jekt „Kein Licht“mit ei­nem auf das Ame­ri­ka Do­nald Trumps ak­tua­li­sier­ten Text von El­frie­de Je­linek ge­hö­ren. Die Mu­sik stammt von dem fran­zö­si­schen Kom­po­nis­ten Phil­ip­pe Ma­nou­ry und die Schau­spie­le­rin Ca­ro­li­ne Pe­ters ist in ei­ner Sprech­rol­le zu se­hen. Urauf­füh­rung: 25. Au­gust im Duis­bur­ger Land­schafts­park Nord.

Jo­han Si­mons selbst wird die Urauf­füh­rung des Mu­sik-Pro­jekts „Cos­mo­po­lis“auf ei­ner Ro­man-Vor­la­ge von Don DeLil­lo mit der Mu­sik von Eric Slei­chim (Blind­man) in­sze­nie­ren. Ei­ne skur­ri­le Ge­schich­te um Geld, Reich­tum, Spe­ku­la­ti­on und Ru­in. Ei­ne Börsianer-Sto­ry, die Si­mons in ei­ne Kin­der­welt ver­la­gert.

Mu­si­ka­lisch ist im Rah­men di­ver­ser Pro­jek­te ein gan­zer Strauß von Clau­dio Mon­te­ver­dis „Ma­ri­en-Ve­sper“und Beet­ho­vens „Mis­sa so­lem­nis“bis John Ca­ge und Tech­no-Events zu er­le­ben. Nicht zu ver­ges­sen ein an­spruchs­vol­les, „Me­mo­ria“be­nann­tes Pro­jekt des er­folg­rei­chen Chor­werks Ruhr un­ter Lei­tung von Flo­ri­an Hel­gath mit Wer­ken ba­ro­cker und zeit­ge­nös­si­scher Kom­po­nis­ten. In­stal­la­tio­nen und di­ver­se Ver­an­stal­tun­gen al­ler Gen­res, ei­ni­ge auch zum Null­ta­rif, er­gän­zen das rei­che Pro­gramm des sechs­wö­chi­gen Fes­ti­vals.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen und Ti­ckets un­ter: www.ruhr­tri­en­na­le.de. Ti­cket-Hot­li­ne: 02 21/280-210.

Jo­han Si­mons, In­ten­dant der Ruhr­tri­en­na­le. Fo­to:dpa

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