SPD-Plä­ne für Bun­des­wehr­re­form

Kri­tik an CDU-Wahl­ver­spre­chen zur Er­hö­hung des Wehr­etats – Grü­ne nen­nen Op­per­mann schein­hei­lig SPD-Frak­ti­ons­chef Thomas Op­per­mann hat der Uni­on vor­ge­wor­fen, sie ha­be das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um zur „Kar­rie­re­platt­form“für ehr­gei­zi­ge Christ­de­mo­kra­ten ver­ko

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Front Page - Von Bea­te Ten­fel­de auf noz.de/btw

Die SPD macht den Ver­zicht auf hö­he­re Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben zur Be­din­gung für das wei­te­re Mit­re­gie­ren nach der Bun­des­tags­wahl. In ei­nem neu­en Grund­satz­pa­pier wirbt die Par­tei statt­des­sen für ei­ne EU-Ver­tei­di­gungs­uni­on.

Dies will die SPD in der nächs­ten Wahl­pe­ri­ode mit „in­tel­li­gen­ten“Lö­sun­gen re­pa­rie­ren. Op­per­mann leg­te da­zu in Ber­lin ein Grund­satz­pa­pier vor. Da­nach stre­ben die So­zi­al­de­mo­kra­ten die Grün­dung ei­ner Eu­ro­päi­schen Ver­tei­di­gungs­uni­on an, in die die Bun­des­wehr sich „Schritt für Schritt“in­te­grie­ren soll. Lang­fris­ti­ges Ziel sei ei­ne eu­ro­päi­sche Ar­mee, sag­te der Vor­sit­zen­de der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on. Der SPD-Ver­tei­di­gungs­ex­per­te

Rai­ner Arnold nann­te dies ein Pro­jekt, das die eu­ro­päi­sche Ei­ni­gung vor­an­trei­ben kön­ne.

Die 27 Ar­me­en der EU-Mit­glieds­län­der leis­te­ten sich 178 ver­schie­de­ne Waf­fen­sys­te­me, heißt es im SPD-Pa­pier. „So kann Eu­ro­pa sei­ne Si­cher­heit nicht ver­nünf­tig or­ga­ni­sie­ren.“Mit ei­ner bes­se­ren

Zu­sam­men­ar­beit lie­ßen sich 25 bis 100 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr ein­spa­ren, die in For­schung und Tech­no­lo­gie in­ves­tiert wer­den soll­ten statt in die Auf­recht­er­hal­tung na­tio­na­ler Par­al­lel­struk­tu­ren.

Op­per­mann kri­ti­sier­te das CDU-Ver­spre­chen, bis 2024 die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben

„schritt­wei­se in Rich­tung zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP)“zu er­hö­hen. Sei­ne Par­tei wer­de den Ver­zicht auf die­se An­kün­di­gung im CDU-Wahl­pro­gramm zur Be­din­gung fürs Mit­re­gie­ren ma­chen. Die Er­hö­hung der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben von der­zeit 1,2 Pro­zent auf zwei Pro­zent kä­me ei­ner An­he­bung des jähr­li­chen Wehr­etats auf 70 Mil­li­ar­den Eu­ro gleich. „Deutsch­land wä­re da­mit die größ­te Mi­li­tär­macht Eu­ro­pas, weit vor den Atom­mäch­ten Frank­reich mit 55,7 Mil­li­ar­den und En­g­land mit 48,3 Mil­li­ar­den Eu­ro.“Op­per­mann sag­te, dies sei der „fal­sche Weg“, und warn­te vor ei­ner Rüs­tungs­spi­ra­le. Ähn­lich äu­ßer­te sich SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz.

Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) kri­ti­sier­te die Po­si­ti­on der SPD. Das Zwei-Pro­zent-Ziel sei ur­sprüng­lich von der rot-grü­nen Bun­des­re­gie­rung un­ter dem da­ma­li­gen Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der (SPD) mit ver­ab­re­det wor­den. „An Ver­ab­re­dun­gen un­ter Staa­ten im Bünd­nis soll­te man sich hal­ten, zu­mal SPD-Au­ßen­mi­nis­ter sie seit­dem wie­der­holt mit be­kräf­tigt ha­ben“, sag­te von der Ley­en der „Welt“.

Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir nann­te die Kri­tik der SPD am Zwei-Pro­zent-Ziel „schein­hei­lig“. Schließ­lich ha­be der da­ma­li­ge SPD-Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er mit am Tisch ge­ses­sen, als die Na­to 2014 in Wa­les das Zwei-Pro­zent-Ziel be­schlos­sen ha­be.

Be­rich­te und Ana­ly­sen zur Bun­des­tags­wahl

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