Dä­nen wun­dern sich über roya­len Streit

Prinz Hen­rik will An­er­ken­nung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Front Page - Von An­dré Anwar Mehr roya­le Ge­schich­ten le­sen Sie auf noz.de

Ein jahr­zehn­te­lan­ger Ehestreit zwi­schen Kö­ni­gin Marg­re­the II. (77) und ih­rem Mann Prinz Hen­rik (83) bricht der­zeit in sei­ner bis­lang wohl häss­lichs­ten Form wie­der auf. Die Un­ter­ta­nen sind sprach­los.

Prinz Hen­rik, Ehe­mann von Kö­ni­gin Marg­re­the II. von Dä­ne­mark, will sich nur ne­ben sei­ner Frau be­er­di­gen las­sen, wenn sie ihn zum Kö­ni­gin­nen­ge­mahl er­nennt. Die Un­ter­ta­nen sind sprach­los.

STOCK­HOLM. Ein jahr­zehn­te­lan­ger Ehestreit zwi­schen Kö­ni­gin Marg­re­the II. (77) und ih­rem Mann Prinz Hen­rik (83) bricht der­zeit in sei­ner bis­lang wohl häss­lichs­ten Form wie­der auf. Und das kurz nach ih­rem 50. Hoch­zeits­tag. Der Ad­li­ge aus rei­cher fran­zö­si­scher In­dus­tri­el­len­fa­mi­lie ist be­kannt für sein jahr­zehn­te­lan­ges Pol­tern um Gleich­be­rech­ti­gung am dä­ni­schen Kö­nigs­hof.

1980 ging er erst­mals an die Öf­fent­lich­keit. Da ver­lang­te der ein­fa­che Prinz den Ti­tel „Kö­nig von Dä­ne­mark“. Schließ­lich wür­den so­gar nor­ma­le bür­ger­li­che Frau­en, die Kö­ni­ge hei­ra­ten, zur Kö­ni­gin des je­wei­li­gen Lan­des er­nannt. So et­wa Kö­ni­gin Sil­via von Schwe­den.

In der Tat se­hen die Un­ter­ta­nen der äu­ßerst po­pu­lä­ren Mon­ar­chin in dem ge­bür­ti­gen Fran­zo­sen und Va­ter von Kron­prinz Fre­de­rik und Prinz Joa­chim eher ein kö­nig­li­ches An­häng­sel. So­gar sei­ne Kin­der hät­ten bei Hof­emp­fän­gen ei­nen hö­he­ren Sta­tus als er selbst, be­klag­te er. „Das ist so, weil ich nicht den glei­chen Rang ha­be wie mei­ne Frau, und dass es so ist, ist völ­lig un­ver­ständ­lich. Ich wer­de das nie ak­zep­tie­ren!“, sag­te er im Fern­se­hen.

Das dä­ni­sche Par­la­ment wür­de sei­nen Wunsch so­gar mehr­heit­lich un­ter­stüt­zen. Das letz­te Wort ha­be aber die Kö­ni­gin. Und die bleibt bis heu­te un­nach­gie­big. Das ver­such­te Hen­rik von Dä­ne­mark ihr im­mer wie­der heim­zu­zah­len. So schwänz­te er et­wa den 75. Ge­burts­tag sei­ner Kö­ni­gin. Er sei krank, sag­te er da, wur­de aber am Tag dar­auf als Tou­rist in Ve­ne­dig ab­ge­lich­tet.

Streit ums Gr­ab

2016 reich­te es der Kö­ni­gin wohl. Sie ent­ließ ih­ren ge­sund­heit­lich noch recht fit­ten Mann, tra­di­tio­nell völ­lig un­üb­lich, in den Ru­he­stand, in­dem sie ihn von al­len öf­fent­li­chen Auf­ga­ben be­frei­te. Als Re­ak­ti­on leg­te Prinz Hen­rik sei­nen ihm als Kom­pro­miss 2005 zu­er­kann­ten zwei­ten Ti­tel Prinz­ge­mahl ab. Wenn er nicht Kö­nig sein dür­fe, brau­che er auch nicht die­sen selt­sa­men Ti­tel, ar­gu­men­tier­te er.

Nun macht der Prinz aber doch noch mal Druck: Er wol­le nicht ne­ben der Kö­ni­gin im Fa­mi­li­en­grab in der Dom­kir­che von Ros­kil­de be­gra­ben wer­den: „Die Kö­ni­gin macht aus mir ei­nen Nar­ren. Ich ha­be mich nicht mit ihr ver­mählt, um in Ros­kil­de be­gra­ben zu wer­den“, sag­te er der Zeit­schrift „Se og Hor“. „Wenn sie will, dass wir zu­sam­men be­gra­ben wer­den, muss sie mich zum Kö­ni­gin­nen­ge­mahl ma­chen. Fer­tig“, sag­te er. Die Be­gräb­nis-Dro­hung hat die Un­ter­ta­nen ge­schockt. Vie­le wol­len Hen­rik nun sei­ne staat­li­che Apa­na­ge von acht Mil­lio­nen Kro­nen (1,1 Mil­lio­nen Eu­ro) im Jahr kür­zen.

Kö­ni­gin Marg­re­the II. (77) und ihr Mann Prinz Hen­rik (83) lie­gen seit lan­ger Zeit im Clinch. Jetzt wird der Streit öf­fent­lich. Fo­to: dpa

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