Nicht blind auf­rüs­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - U.west­do­erp@noz.de

Ja, die Bun­des­wehr braucht mehr Geld. Im­mer wie­der zeigt sich: Sie ist nur be­dingt ein­satz­be­reit. Mie­ses und ver­al­te­tes Ma­te­ri­al macht vie­le Ein­sät­ze noch ge­fähr­li­cher, als sie so­wie­so schon sind. Das muss sich end­lich än­dern.

Aber nein, das ist noch lan­ge kein Grund, der blin­den Na­to-Lo­gik von 2014 zu fol­gen. Da­mals wur­de auf ei­nem Gip­fel in Wa­les be­schlos­sen, al­le Na­to-Staa-

ten soll­ten bis zum Jahr 2024 zwei Pro­zent ih­rer Wirt­schafts­leis­tung für Ver­tei­di­gung aus­ge­ben. Dies ist ei­ne frag­wür­di­ge Fest­le­gung. Denn das Ziel ori­en­tiert sich nicht an dem, was tat­säch­lich für Ver­tei­di­gung not­wen­dig ist, son­dern dar­an, wie die Wirt­schaft ge­ra­de läuft. Üb­ri­gens: Das Kri­sen­land Grie­chen­land hat kein Pro­blem, das Zwei-Pro­zent-Ziel zu er­fül­len.

Das öko­no­misch star­ke Deutsch­land soll da­ge­gen mas­siv auf­rüs­ten, und zwar so stark, dass sich Län­der wie Russ­land noch stär­ker be­droht füh­len wer­den. Die Ge­fahr ei­ner Auf­rüs­tungs­spi­ra­le ist un­über­seh­bar.

Statt­des­sen wä­re es im Sin­ne ei­ner hö­he­ren Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit bes­ser, die Zu­sam­men­ar­beit in Eu­ro­pa zu ver­bes­sern. Durch ge­mein­sa­me Rüs­tungs­pro­jek­te lie­ße sich viel Geld spa­ren. Auch muss im­mer wie­der hin­ter­fragt wer­den, wel­che Auf­ga­ben die Na­to er­fül­len soll und wo ge­nau die Ver­tei­di­gungs­li­ni­en ver­lau­fen. Im Kampf ge­gen den Ter­ror ver­schwim­men da schon mal die Gren­zen.

Von Uwe West­dörp

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