Schlep­per trei­ben mehr als 100 Men­schen ins Meer

Min­des­tens 34 To­te vor Je­mens Küs­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Schlep­per ha­ben laut in­ter­na­tio­na­len Be­ob­ach­tern vor der Küs­te Je­mens Dut­zen­de Flücht­lin­ge ins Meer ge­sto­ßen und er­trin­ken las­sen. Wie die In­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on für Mi­gra­ti­on (IOM) un­ter Be­ru­fung auf Au­gen­zeu­gen mit­teil­te, spiel­ten sich die grau­sa­men Sze­nen am Mitt­woch und Don­ners­tag ab, weil die Schlep­per ih­re Ver­haf­tung fürch­te­ten. Dem­nach wur­den min­des­tens 34 afri­ka­ni­sche Flücht­lin­ge in den Tod ge­trie­ben, mehr als 70 wei­te­re wer­den ver­misst.

Laut IOM tra­fen die Men­schen­schmugg­ler am Don­ners­tag mit mehr als 180 Mi­gran­ten an Bord bei stür­mi­schem Wet­ter vor der Küs­te ein, am Mitt­woch wa­ren es min­des­tens 120. Die Flücht­lin­ge stamm­ten größ­ten­teils aus So­ma­lia und Äthio­pi­en und sei­en im Durch­schnitt et­wa 16 Jah­re alt. „Die Über­le­ben­den ha­ben uns be­rich­tet, dass sie von den Schlep­pern ins Meer ge­sto­ßen wur­den, weil die­se glaub­ten, Grenz­pa­trouil­len ge­se­hen zu ha­ben“, sag­te der Je­menChef der IOM, Lau­rent de Boeck. „Sie ha­ben uns ge­sagt, dass die Schlep­per nach So­ma­lia zu­rück­ge­fah­ren sind, um wei­te­re Mi­gran­ten ab­zu­ho­len.“Hel­fer sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on hät­ten 29 Lei­chen an ei­nem je­me­ni­ti­schen Strand ge­fun­den.

Die IOM nann­te den Vor­gang „scho­ckie­rend und un­mensch­lich“. Die Mi­gran­ten hat­ten ge­hofft, die rei­chen Staa­ten am Per­si­schen Golf zu er­rei­chen. Dort woll­ten sie Ar­beit fin­den. Nach IOM-An­ga­ben sind seit Ja­nu­ar rund 55000 Men­schen vom Horn von Afri­ka in See ge­sto­chen, um nach Je­men und spä­ter in die Golf­staa­ten zu ge­lan­gen.

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