Ga­b­ri­el auf Frie­dens­mis­si­on

Au­ßen­mi­nis­ter dringt im Kri­sen­land Süd­su­dan auf neue Ge­sprä­che

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Der Süd­su­dan ist der jüngs­te Staat der Welt. Die mit der Un­ab­hän­gig­keit ver­bun­de­nen Hoff­nun­gen sind aber in ei­nem blu­ti­gen Bür­ger­krieg ver­sun­ken. Au­ßen­mi­nis­ter Ga­b­ri­el macht sich vor Ort ein Bild von der La­ge. Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) hat sich bei ei­nem Be­such im Süd­su­dan für neue Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Kon­flikt­par­tei­en in dem Bür­ger­kriegs­land ein­ge­setzt. Ga­b­ri­el ha­be mit Prä­si­dent Sal­va Kiir am Don­ners­tag dar­über be­ra­ten, wie die Waf­fen zum Schwei­gen ge­bracht wer­den könn­ten, er­klär­te das Aus­wär­ti­ge Amt im On­li­ne­dienst Twit­ter. Der Süd­su­dan ha­be end­lich Frie­den ver­dient, Re­gie­rung und Op­po­si­ti­on müss­ten wie­der mit­ein­an­der ver­han­deln.

Ga­b­ri­el sprach in der Haupt­stadt Juba auch über die hu­ma­ni­tä­re La­ge und die Not der Flücht­lin­ge, die vor den Kämp­fen und dem Hun­ger im Süd­su­dan in die um­lie­gen­den Län­der ge­flo­hen sind. Er ap­pel­lier­te den An­ga­ben zu­fol­ge an Kiir, dass die hu­ma­ni­tä­re Hil­fe end­lich die Men­schen er­rei­chen müs­se. Auch die Hel­fer müss­ten ge­schützt wer­den.

Die Afri­ka-Rei­se des Au­ßen­mi­nis­ters führ­te am Don­ners­tag in ei­nen Staat, der

von Hun­ger, Krieg und Epi­de­mi­en er­schüt­tert wird: Der Süd­su­dan mit zwölf Mil­lio­nen Ein­woh­nern ver­fügt über rei­che Öl­vor­kom­men, ge­hört aber zu den ärms­ten Staa­ten der Welt.

Seit 2013 herrscht ein Bür­ger­krieg. Mehr als vier Mil­lio­nen Men­schen sind auf der Flucht. Die blu­ti­gen Wir­ren sind ein Haupt­grund für die aku­te Hun­gers­not in dem ost­afri­ka­ni­schen Staat, der so groß ist wie Spa­ni­en und Por­tu­gal zu­sam­men und erst seit sechs Jah­ren un­ab­hän­gig ist. Mehr als 18 000 Men­schen sind nach UN-An­ga­ben an Cho­le­ra er­krankt.

Seit der Los­lö­sung vom Su­dan re­giert Prä­si­dent Sal­va Kiir. Er rief im Ju­li den Not­stand aus. Kri­ti­ker wer­fen ihm vor, zu­neh­mend au­to­kra­tisch zu re­gie­ren. Jour­na­lis­ten und Re­gie­rungs­geg­ner wer­den schi­ka­niert und ver­folgt. Den Ver­ein­ten Na­tio­nen und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen fehlt un­ter­des­sen das Geld, um Not­lei­den­den zu hel­fen. Nur knapp mehr als die Hälf­te des nö­ti­gen Bud­gets sind bis­her von der Staa­ten­ge­mein­schaft ge­deckt wor­den.

Ei­ne po­li­ti­sche Lö­sung der Kri­se im Süd­su­dan ist nicht in Sicht. Meh­re­re Ver­ein­ba­run­gen zu ei­ner Waf­fen­ru­he sind ge­schei­tert. Die Re­bel­len, die sich zu­nächst hin­ter dem ehe­ma­li­gen Vi­ze­prä­si­den­ten Riek Machar ge­sam­melt hat­ten, sind zer­split­tert. Ar­mee und Re­bel­len wer­den Mas­sa­ker, Ver­trei­bun­gen und an­de­re mas­si­ve Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen vor­ge­wor­fen.

Den mehr als 11 000 Sol­da­ten un­ter UN-Man­dat ge­lingt es kaum, die Zi­vil­be­völ­ke­rung zu schüt­zen. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­fen ih­nen vor, bei Über­fäl­len und Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen nicht ein­ge­grif­fen zu ha­ben. Zu­dem gibt es nach UN-An­ga­ben Ver­su­che von den Kon­flikt­par­tei­en, die Flücht­lings­la­ger im Süd­su­dan für mi­li­tä­ri­sche Zwe­cke zu nut­zen.

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