Fu­tu­ris­ti­sches Astana: Das Du­bai der Step­pe

Mo­tor­ra­daben­teu­rer aus Mel­le und Lot­te in Si­bi­ri­en

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Mehr über die Mo­tor­rad­tour: www.noz.de

No­wo­si­birsk. Das klingt ziem­lich weit weg. Andre­as Nix­dorf aus Mel­le und Fried­helm Lan­ge aus Lot­te ha­ben die größ­te Stadt Si­bi­ri­ens und über­haupt die dritt­größ­te in Russ­land mit ih­ren Mo­tor­rä­dern er­reicht.

Von Con­ny Rutsch

Zu­nächst aber war Astana ihr Ziel, die ka­sa­chi­sche Haupt­stadt, in der ih­re Tour 2013 en­de­te: „Wir ha­ben uns Zeit ge­nom­men für den Ba­j­te­rek. Ein ab­so­lu­tes High­light die­ser au­ßer­ge­wöhn­li­chen Stadt“, schreibt Fried­helm Lan­ge über Whats­app. Laut ei­ner Sa­ge leg­te der Vo­gel Sam­ruk ein Ei in ei­ne Baum­kro­ne. Der Ba­j­te­rek sym­bo­li­siert die­sen Baum mit dem Ei an der Spit­ze, das ei­nen Durch­mes­ser von 22 Me­tern misst.

Astana wird als fu­tu­ris­tischs­te Haupt­stadt der Welt be­zeich­net. Wol­ken­krat­zer mit den merk­wür­digs­ten For­men macht es laut Wi­ki­pe­dia zum Du­bai der Step­pe. In die­sem Jahr ist Astana Aus­rich­ter der Ex­po 2017. Und auch am Ein­gang zu die­ser Welt­aus­stel­lung mach­ten die bei­den Mo­tor­rad­fah­rer halt.

Das ist Crui­sen pur

Dann fuh­ren sie wei­ter in Rich­tung rus­si­scher Gren­ze. „Ir­gend­wie hat­ten die rus­si­schen Gren­zer Spaß an uns“, schrei­ben die Aben­teu­rer. „Sie ko­ket­tier­ten ein we­nig da­mit, die Far­ben un­se­rer Mo­tor­rä­der auf Deutsch zu sa­gen, und beim Ab­schied ver­lie­ßen sie ihr Häu­schen und wink­ten uns hin­ter­her. Do swi­dan­ja – Auf Wie­der­se­hen.“Die grü­ne Land­schaft wirkt auf Fried­helm Lan­ge und Andre­as Nix­dorf un­ge­wohnt nach den stau­bi­gen Step­pen. Und sie sind fast al­lein un­ter­wegs: „Das ist Crui­sen pur“, schrei­ben sie.

Wäh­rend ei­ner klei­nen Rast tref­fen sie auf ei­nen Ge­schäfts­mann aus Bie­le­feld, der sei­ne El­tern be­sucht. Selbst­ver­ständ­lich tau­schen sie ih­re Adres­sen aus. Und dann er­rei­chen sie die Mil­lio­nen­me­tro­po­le No­wo­si­birsk. Als sie dort in ei­nem Blu­men­la­den um Hil­fe bei der Su­che nach WiFi bit­ten, schenkt die Ver­käu­fe­rin ih­nen zum Ab­schied ei­nes ih­rer Bil­der, die sie malt, wenn sie kei­ne Kund­schaft hat. Die Nacht ver­brin­gen sie in den Ein­rich­tun­gen der Ca­ri­tas. „Be­grüßt wer­den wir von Schwes­ter Alex­an­dra, die in Schle­si­en ge­bo­ren wur­de und nach der Flucht in Hal­le an der Saa­le auf­wuchs“, er­zäh­len die Mo­tor­rad­fah­rer. Der Ca­ri­tas­ver­band für die Diö­ze­se Os­na­brück un­ter­stützt seit vie­len Jah­ren be­dürf­ti­ge Fa­mi­li­en mit dem Pro­gramm „Ei­ne Kuh für Marx“, für das Fried­helm Lan­ge mehr­mals in Russ­land hand­werk­lich tä­tig war. Bis zum ge­plan­ten Ziel ih­rer Rei­se, der Mon­go­lei, lie­gen noch mehr als 2000 Ki­lo­me­ter vor den Mo­tor­rad­fah­rern, und sie wer­den sich si­cher wie­der mel­den.

Im fu­tu­ris­tisch ge­stal­te­ten Astana be­sich­ti­gen sie auch den Ba­j­te­rek, den Baum mit Ei in der Kro­ne, ei­ner al­ten Le­gen­de nach­emp­fun­den.

Fo­tos: Lan­ge/Nix­dorf

In der ka­sa­chi­schen Haupt­stadt Astana tref­fen Fried­helm Lan­ge (links) und Andre­as Nix­dorf vor den To­ren der Ex­po 2017 ein.

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