Schwer be­waff­net

In Westerkappeln sind rund 1100 er­laub­nis­pflich­ti­ge Ge­weh­re und Pis­to­len re­gis­triert

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Von Frank Klaus­mey­er

Der Bun­des­tag hat Mit­te Mai ei­nen Ge­set­zes­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zu Än­de­run­gen des Waf­fen­ge­set­zes be­schlos­sen. Da­von sind auch in Westerkappeln ei­ni­ge Leu­te be­trof­fen.

WESTERKAPPELN/KREIS STEINFURT. Für Waf­fen­be­sit­zer er­ge­ben sich durch die Re­form, die im We­sent­li­chen am 6. Ju­li in Kraft ge­tre­ten ist, ins­be­son­de­re Än­de­run­gen bei der Auf­be­wah­rung von Ge­weh­ren und Pis­to­len. Dar­auf weist die Kreis­po­li­zei­be­hör­de hin.

Ein The­ma, das mehr Leu­te be­trifft, als man­cher den­ken mag. Die Bür­ger im Kreis Steinfurt ha­ben je­den­falls Tau­sen­de Waf­fen im Schrank. 25878 so­ge­nann­te Lang­waf­fen sind im Kreis re­gis­triert, be­rich­tet Rei­ner Schött­ler, Spre­cher der Kreis­po­li­zei­be­hör­de. Dar­un­ter fal­len ins­be­son­de­re die Fl­in­ten der Jä­ger. In Westerkappeln sind 939 Lang­waf­fen ge­mel­det.

Hin­zu kom­men in der Ge­mein­de 163 Kurz­waf­fen wie Re­vol­ver und Pis­to­len. Mit ins­ge­samt 1102 Waf­fen auf et­wa 11 000 Ein­woh­ner sind Wes­ter­kap­pel­ner je­den­falls „schwe­rer be­waff­net“als im Kreis­durch­schnitt, wo auf gut 433 000 Ein­woh­ner rund 31 600 Waf­fen kom­men, dar­un­ter 5728 Pis­to­len und Re­vol­ver.

Vie­le Waf­fen­be­sit­zer nen­nen meh­re­re „Püs­ter“ihr Ei­gen. Denn die Zahl der In­ha­ber er­laub­nis­pflich­ti­ger Waf­fen gibt Schött­ler für den Kreis Steinfurt mit „nur“5728 an. In Westerkappeln

sind es de­rer 185. Da­zu gibt es noch die so­ge­nann­ten klei­nen Waf­fen­schei­ne, die in Deutsch­land zum Füh­ren von Schreck­schuss­waf­fen be­rech­ti­gen. 3176 Bür­ger ha­ben so ei­ne Er­laub­nis, dar­un­ter 65 Wes­ter­kap­pel­ner. Zur Zahl der Gas­pis­to­len kann die Po­li­zei al­ler­dings kei­ne An­ga­ben ma­chen.

Nach den neu­en Re­ge­lun­gen zur Auf­be­wah­rung wird es nach An­ga­ben der Po­li­zei künf­tig nicht mehr aus­rei­chen, Waf­fen in Schrän­ken der Si­cher­heits­stu­fe A und B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) auf­zu­be­wah­ren. Den­noch wer­de es für die meis­ten Waf­fen­be­sit­zer nicht er­for­der­lich sein, neue Be­hält­nis­se an­zu­schaf­fen. Denn für Waf­fen­schrän­ke, die zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Ge­set­zes­än­de­rung den al­ten ge­setz­li­chen

An­for­de­run­gen ent­spro­chen hät­ten, gel­te ei­ne Be­sitz­stands­wah­rung.

An­ders sei dies nur dann, wenn der Waf­fen­schrank nach In­kraft­tre­ten der Ge­set­zes­no­vel­le den Be­sit­zer ge­wech­selt ha­be. Das be­deu­tet bei­spiels­wei­se, dass künf­tig in Erb­fäl­len die Waf­fen­schrän­ke nicht über­nom­men wer­den kön­nen, son­dern die Er­ben sich ge­ge­be­nen­falls neue an­schaf­fen müs­sen.

Wer jetzt ein so­ge­nann­tes Si­cher­heits­be­hält­nis kauft, muss nach Po­li­zei­an­ga­ben Fol­gen­des be­ach­ten: Er­laub­nis­freie Waf­fen oder Mu­ni­ti­on sind min­des­tens in ei­nem ver­schlos­se­nen Schrank, Schub­la­de oder Tre­sor auf­zu­be­wah­ren. Für er­laub­nis­pflich­ti­ge Mu­ni­ti­on wird ein ab­schließ­ba­rer Stahl­blech­be­häl­ter oder ei­ne gleich­wer­ti­ge Auf­be­wah­rung ver­langt.

Für Schuss­waf­fen gel­ten stren­ge­re Vor­schrif­ten, über die die Po­li­zei auf An­fra­ge ger­ne in­for­miert.

Mit In­kraft­tre­ten der Ge­set­zes­no­vel­le wird es für ei­nen be­fris­te­ten Zei­t­raum von zwölf Mo­na­ten auch mög­lich sein, il­le­gal be­ses­se­ne Waf­fen und Mu­ni­ti­on bei den zu­stän­di­gen Be­hör­den oder der Po­li­zei straf­frei ab­zu­ge­ben. Wer dies tut, muss laut Mit­tei­lung nicht mit ei­nem Ver­fah­ren we­gen un­er­laub­ten Er­werbs, un­er­laub­ten Be­sit­zes oder un­er­laub­ten Füh­rens ei­ner Waf­fe rech­nen.

An­ders als bei der letz­ten Am­nes­tie im Jahr 2009 wer­de es hin­ge­gen nicht mög­lich sein, il­le­gal be­ses­se­ne Waf­fen und Mu­ni­ti­on je­man­dem zu über­las­sen, der ei­nen Waf­fen­schein hat. Wer kei­ne Waf­fen, son­dern nur ge­fähr­li­che

Mu­ni­ti­on zu Hau­se hat, soll­te auch die ab­lie­fern. Denn der Be­sitz ist jetzt ver­bo­ten. Bei der Ab­ga­be grei­fe aber eben­falls der Straf­er­lass.

Bei der Am­nes­tie vor acht Jah­ren kam ei­ni­ges zu­sam­men, wie Rei­ner Schött­ler be­stä­tigt. Al­lein im Kreis Steinfurt sei­en rund 1000 il­le­ga­le Waf­fen ab­ge­ge­ben wor­den. Wie vie­le da­von noch auf Schrän­ken, un­ter Bet­ten oder in Kel­lern lie­gen, ver­mag er nicht zu sa­gen. In Me­dien­be­rich­ten geis­tert zwar die Zahl von 20 Mil­lio­nen il­le­ga­len Schuss­waf­fen in Deutsch­land um­her. „Über Dun­kel­zif­fern möch­ten wir nicht spe­ku­lie­ren“, sagt der Spre­cher der Kreis­po­li­zei­be­hör­de.

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939 Lang­waf­fen sind in Westerkappeln re­gis­triert. Hin­zu kom­men in der Ge­mein­de 163 Kurz­waf­fen wie Re­vol­ver und Pis­to­len. Die Auf­be­wah­rungs­vor­schrif­ten wur­den ver­schärft.

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