Mit der C-Kral­le auf Er­folgs­kurs

Chris­toph Reu­ter bril­liert am Kla­vier bei Kul­tur im In­nen­hof

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Ma­rie-Lui­se Braun

Am En­de bil­det sich ei­ne lan­ge Schlan­ge am Aus­gang. Denn dort steht der Künst­ler und ver­teilt die Vor­la­ge für die „C-Kral­le“. Per­sön­lich drückt Chris­toph Reu­ter je­dem Gast, der es möch­te, das Ding in die Hand, mit des­sen Hil­fe völ­lig un­ver­hoff­te mu­si­ka­li­sche Kar­rie­ren star­ten kön­nen. Denn: Die be­rühm­tes­ten Pop­songs be­ru­hen auf ein­fa­chen Ak­kor­den, die je­der hin­be­kommt. Auch wie das funk­tio­niert, hat der Mu­si­ker zwei St­un­den lang un­ter­halt­sam und wit­zig ver­mit­telt.

„Al­le sind mu­si­ka­lisch! (au­ßer man­che)“ist das Pro­gramm be­ti­telt, das Chris­toph Reu­ter als „Mu­sik-Ka­ba­rett“ver­kauft. Weil das, was er macht, halt ei­nen Na­men brau­che, wie er nach dem Auf­tritt im Ge­spräch mit die­ser Re­dak­ti­on er­läu­tert. Sein ers­tes Pro­gramm spie­le er jetzt seit ei­ni­ger Zeit – und es rei­fe mit der Zeit.

Fast wä­re sei­ne mu­si­ka­li­sche Kar­rie­re gar nicht erst ge­star­tet – hat er doch als Kind die Auf­nah­me­prü­fung für die Mu­sik­schu­le nicht be­stan­den, die in der DDR üb­lich war, wo der 1977 ge­bo­re­ne Dessauer auf­ge­wach­sen ist. Auf­ge­nom­men wur­de er dann doch noch. In­zwi­schen hat er Jazz­pia­no und Mu­sik­päd­ago­gik in Ber­lin und Leip­zig stu­diert, sein Kon­zer­tex­amen in New York bei Ri­chie Bei­rach ab­ge­legt.

Und so gleicht der Abend auch eher ei­nem Kon­zert, bei dem der vir­tuo­se Tas­ten­Künst­ler zu­dem den Kopf an­spricht. Ob­wohl: „Mu­sik ist die ein­zi­ge Kunst­form, die uns oh­ne den Um­weg über das Ge­hirn er­reicht“, ist Reu­ter über­zeugt – und be­weist es, in­dem er we­ni­ge Tö­ne ei­nes Stücks an­spielt, das die Gäs­te sum­mend oder sin­gend be­en­den.

Nicht je­der Witz sitzt, manch­mal be­dient er sich aus der Mot­ten­kis­te, und sei­ne Aus­spra­che eng­li­scher Wör­ter könn­te ein we­nig Schliff ge­brau­chen. Doch all das macht er mit sei­nem Kön­nen an den Tas­ten und sei­ner Art wett. Am Aus­gang dan­ken ihm zahl­rei­che Gäs­te für den Abend, wäh­rend Reu­ter die Vor­la­ge für die C-Kral­le ver­teilt. Es ist ei­ne Post­kar­te mit vor­ge­zeich­ne­ten Lö­chern für Dau­men, Zei­geund Mittelfinger.

Fo­to: Swa­ant­je Heh­mann

Kom­po­nist Chris­toph Reu­ter.

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